Quartalsreport Elektromobilität in Bayern Q1/2026

Durchschnittlich alle eineinhalb Wochen an die öffentliche Ladesäule

23.04.2026

Die Neuzulassungsanteile von elektrisch angetriebenen PKW sind in den letzten Quartalen wieder stark angestiegen. Immer mehr Nutzer sind vollumfänglich auf öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Durchschnittlich neun öffentliche Ladevorgänge wurden im letzten Quartal von jedem BEV in Bayern abgewickelt.

Die Zahlen im Detail (***vgl. Annahmen)

Ladeinfrastruktur

1) Ladeorte:

In Q1 wurden an insgesamt 295 Ladeorten in Bayern Modernisierungen oder Neuinstallationen durchgeführt. In Summe stehen Elektromobilisten damit nun über 38.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung, deren aktueller Belegstatus und viele weitere Informationen über den Ladeatlas Bayern eingesehen werden können. Aufmerksame Betrachter werden feststellen, dass die absolute Anzahl an Ladepunkten gegenüber dem Vorquartal erstmal gesunken ist. Dies lässt sich wohl damit begründen, dass seit dem 14. April 2026 Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte (CPOs) ihre statischen und dynamischen Daten verpflichtend im DATEX II-Format über eine Schnittstelle (API) an den nationalen Zugangspunkt – in Deutschland die Mobilithek – übermitteln müssen. Diese Vorgabe hat wohl in vielen Fällen auch zu einer Überprüfung und anschließenden Bereinigung von Ladeinfrastrukturdaten geführt. Wir gehen daher stark von einem nicht repräsentativen Einmaleffekt aus. Bei einem Drittel dieser neuen Ladeorte handelt es sich um AC-Standorte mit Typ2-Stecker, bei knapp einem Viertel um reine DC-Schnellladeorte. Entsprechend lag der Anteil neuer bzw. erneuerter Ladehubs (Mischladeorte mit AC & DC-Ladepunkte) im letzten Quartal bei ca. 10 Prozent. Der Gesamtbestand der Ladeinfrastruktur in Bayern setzt sich aktuell zu 73 Prozent aus reinen AC-Ladeorten und zu etwa zwei gleich großen Teilen aus Misch- und DC-Standorten zusammen (13 und 14 Prozent). 

2) Ladevorgänge:

Die 3,7 Millionen abgewickelten Ladevorgänge (an öffentlich zugänglichen Ladepunkten) im vergangenen Quartal liegen nur knapp unter dem Rekord des Vorquartals. Der Rückgang um knapp 0,1 Mio. Ladevorgänge fand im Bereich der AC-Ladevorgänge (1,5 Mio.) statt, während die Schnellladevorgänge mit 2,2 Mio. einen neuen Rekord erzielten. Dies hat zur Folge, dass der Abstand zwischen abgewickelten AC- und DC-/HPC-Ladevorgängen kontinuierlich größer wird. Das Verhältnis von AC- zu DC-Ladevorgängen liegt dadurch mitterweile bei nur noch 0,7 zu 1. Im abgelaufenen Quartal wurden pro Ladepunkt durchschnittlich 97 Ladevorgänge abgewickelt und pro Ladevorgang durchschnittlich etwa 26,6 kWh (prognostiziert) geladen. Hierbei gilt es zu beachten, dass während eines durchschnittlichen AC-Ladevorgangs nur 18,8 kWh verladen werden, während bei einem durchschnittlichen Schnellladevorgang 29,6 kWh (DC) bzw. 32,4 kWh (HPC) verladen werden. In Summe lässt sich damit für Bayern in Q1 2026 eine verladene Energiemenge von ca. 99 GWh prognostizieren, die ebenfalls einen neuen Höchstwert darstellt.

3) TOP 10 Ladeorte in Bayern

Der BMW-Standort in München mit über 600 Ladepunkten, der für seine Nutzer verschiedenste Ladeleistungen bereithält, zählt zu den größten (halb)öffentliche Ladehubs in Bayern. Aufgrund der hohen Anzahl an Ladepunkten werden dort auch entsprechend viele Ladevorgänge abgewickelt, so dass sich dieser Standort erneut Platz 1 sichern konnte. Hinsichtlich der durchschnittlich abgewickelten Anzahl von Ladevorgängen pro Ladepunkt liegt dieser Standort mit zuletzt 49 Ladevorgängen pro Quartal allerdings deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt, der wie erwähnt in Q1 2026 bei 97 lag.
Ganz anders sieht dies bei Platz 2, 4, 5, 6, 7 und 9 aus. Bei diesen direkt an den Autobahnen 8, 9 und 94 gelegenen Ionity-Schnellladeparks wurden im letzten Quartal erneut, teils deutlich über 1.000 Ladevorgänge pro Ladepunkt abgewickelt. Damit werden diese Ladepunkte mehr als zehnmal so häufig genutzt, wie der bayerische „Durchschnittsladepunkt“. Die 1.514 Ladevorgänge pro Ladepunkt am Rasthof Köschinger Forst in Hepberg entsprechen durchschnittlich sogar fast 17 Ladevorgänge pro Ladepunkt und Tag.
Auch bei den verbleibenden drei TOP 10 Ladeorten in Bayern handelt es sich allesamt um autobahnnahe Schnellladeparks, die in diesen Fällen allerdings von der EnBW und der Energie Südbayern betrieben werden.

4) TOP 10 CPOs in Bayern

Bei den CPOs (Charge Point Operator = Ladepunktbetreibern) zeigt sich bei AC-, DC- und HPC-Betreibern in Bayern ein differenziertes Bild.
Fast ein Drittel der bayerischen öffentlich zugänglichen AC-Ladepunkte werden vom Ladeverbund+ und den Stadtwerken München betrieben. Mit deutlichem Abstand dahinter folgen Vaylens, Grid & Co. und LichtBlick. Die TOP 10 AC-CPOs haben in Q1 2026 knapp 62 Prozent der bayerischen AC-Ladeinfrastruktur betrieben.
Bei den Betreibern der bayerischen DC-Ladeinfrastruktur bis 130kW Nennladeleistung zeigt sich ein etwas anderes Bild. Zum einen sind mit Kaufland, Lidl, Aldi Süd und Edeka gleich vier Lebensmittelhändler unter den TOP10-CPOs vertreten. Zum anderen dominieren auch im DC-Bereich zwei CPOs den Markt deutlich. Die EnBW (18,6 %) und E.On Drive Infrastructure (14,4 %) hatten zusammen zuletzt exakt 33 Prozent Marktanteil. Auch hier folgt entsprechend erst mit großem Abstand auf Platz 3 Kaufland mit knapp 8 Prozent Marktanteil. Dahinter folgen mit geringem Abstand die Branchenkonkurrenz von Lidl und Aldi Süd. Die TOP 10 DC-CPOs haben in Q1 2026 mit über 68 Prozent mehr als zwei Drittel der bayerischen DC-Ladeinfrastruktur betrieben und damit in Summe einen höheren Marktanteil wie die AC-TOP10-CPOs.

Die höchste Anbieterkonzentration gibt es bei den HPC-Betreibern von Ladepunkten mit mehr als 130kW Nennladeleistung zu beobachten. Die TOP 3 Betreiber von EnBW (26,5%), Ionity (15%) und Aral Pulse (9,5%) besitzen in diesem Segment mehr als 50 Prozent Marktanteil, während der Marktanteil der TOP 10 gar bei über 72 Prozent liegt.

Download Quartalsreport Q1/2026 Ladeinfrastruktur

Download Quartalsreport Q1/2026 Elektrofahrzeuge

Download Quartalsreport Q1/2026 Regierungsbezirke

Elektrofahrzeuge:

Der Anteil der Neuzulassungen (BEV + PHEV) von Elektrofahrzeugen lag in Bayern in Q1/2026 bei 30,5 Prozent und damit 3,1 Prozentpunkte unter dem Vorquartal. Dies begründet sich vor allem durch unterdurchschnittlich niedrige Neuzulassungenanteile von BEV im Regierungsbezirk Oberbayern (vgl. Grafik Seite 2 rechts unten). Dennoch lässt sich festhalten, dass der Anteil an neuzugelassenen BEVs + PHEVs in den letzten zwei Jahren deutlich angestiegen ist. Im Freistaat sind aktuell über 600.000 ladefähige PKWs unterwegs. Die Anzahl von ladefähigen Fahrzeugen (BEV + PHEV) pro öffentlichem AC-Ladepunkt ist in Bayern zuletzt auf 26 Fahrzeugen angestiegen. Dies begründet sich vermutlich durch die bereits erwähnten Bereinigungseffekte, die in diesem Quartal eine Bestandsreduzierung um etwa 1.500 AC-Ladepunkte zur Folge hatte. Einen DC-Ladepunkt teilen sich in Bayern wiederum erneut umgerechnet 45 BEVs. Dies bedeutet, dass die Ausbauanstrengungen der DC-Ladeinfrastruktur in Bayern Wirkung zeigen und aktuell mit den E-Fahrzeugneuzulassungen schritthalten können.

Der Anteil der Neuzulassungen von BEVs lag in Bayern in Q1 bei 21,1 Prozent und von PHEVs bei 9,4 Prozent. Der größte Anteil reiner Elektrofahrzeuge (BEVs) an den Neuzulassungen wurde erneut im Regierungsbezirk Unterfranken (26,9 Prozent) registriert. Knapp dahinter folgen die Regierungsbezirke Schwaben (26,6 Prozent) und Mittelfranken (26,4 Prozent). Der Regierungsbezirk Oberbayern erzielte mit nur 18,9 Prozent im abgelaufenen Quartal wie erwähnt den niedrigsten BEV-Neuzulassungsanteil in Bayern.

Bei den E-LKWs lag der Neuzulassungsanteil in Q1 2026 bei 9 Prozent. Der Anteil neuzugelassener elektrischer Sattelzugmaschinen mit über 7,5t tzGm erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um fast die Häfte auf nun 1,9 Prozent. Im Nutzfahrzeugbereich sind in Bayern bereits über 15.000 reinelektrische E-LKWs und E-ZM auf den Straßen unterwegs.

Die Prognosewerte für die Fahrzeugbestandszahlen (BEV, PHEV und E-LKW) als auch die Methodik der Berechnung wurden Anfang 2026 nach Abgleich der vom KBA veröffentlichten Bestandszahlen angepasst.

TOP 5 Kreise / Städte BEV-Neuzulassungsanteil: 

Auf Städte bzw. Kreise heruntergebrochen, landet in Q1 2026 auf Platz 1 der Kreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken) mit einer BEV-Neuzulassungsquote von 41,4 Prozent. Mit fast 34 Prozent folgt auf Platz 2 der Landkreis Eichstätt (Oberbayern). Mit annährend gleich hohen Neuzulassungsanteilen folgen dicht dahinter auf Platz 3, 4 und 5 die Landkreise Ebersberg (Oberbayern), Ansbach (Mittelfranken) und Amberg-Sulzbach (Oberpfalz).

TOP 5 Kreise / Städte E-LKW-E-LKW-Neuzulassungsanteil: 

Bei den E-LKW landet die Stadt Erlangen (Mittelfranken) mit einem sehr hohen E-LKW-Neuzulassungsanteil von 52 Prozent mit entsprechend großem Abstand auf Platz 1. Der Landkreis Landshut (Niederbayern) belegt mit gut 33 Prozent E-LKW-Neuzulassungsanteil Platz 2. Mit nur einem Prozent weniger geht Platz 3 an den Landkreis Freising (Oberbayern). Die Landkreise Altötting (Oberbayern) und Dingolfing-Landau (Niederbayern) komplettieren mit 29 und 21 Prozent E-LKW Neuzulassungsanteil TOP 5.

Regierungsbezirke im Detail:

Erstmals mit dem Quartalsreport Q1 2026 veröffentlichen wir auf der Seite 3 zahlreiche weitere Ladeinfrastrukturkennzahlen für einen noch detaillierten Einblick in die sieben bayerische Regierungsbezirke. Hierzu weisen wir einerseits die durchschnittlichen Ladevorgänge (LV) pro Ladepunkt (LP) und pro BEV aus, aus denen Prognosen über die Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur in den Regierungsbezirken abgeleitet werden können. Über die Kennzahlen BEV pro öffentlichem Ladepunkt bzw. PKW pro öffentlichem Ladepunkt kann analysiert werden, wie stark die Marktdurchdringung von BEVs im Bestand bereits fortgeschritten ist.

Bezugskennzahlen aus Bayern

In Bayern wurden im letzten Quartal wie bereits oben erwähnt in Summe durchschnittlich 97 Ladevorgänge pro Ladepunkt abgewickelt. Jedes BEV führte zudem durchschnittlich 9 öffentlich zugängliche Ladevorgänge durch, das genau alle eineinhalb Wochen ein Ladevorgang entspricht. Zudem entfallen auf jeden Ladepunkt umgerechnet 11 BEV bzw. 217 PKW (unabhängig der verbauten Antriebstechnologie). Letzterer Wert ist vor allem dann interessant, wenn man davon ausgeht, dass perspektivisch alle PKW batterieelektrisch angetrieben werden.

Besonderheiten in den Regierungsbezirken

Während sich viele dieser Regierungsbezirkskennzahlen nahe an den bayerischen Mittelwerten befinden, gibt es teilweise auch große Abweichungen. So fällt bei den Ladevorgängen pro Ladepunkt beispielsweise auf, dass dieser in Niederbayern mit nur 58 sehr gering ausfällt. Da auch die Kennzahlen LV/BEV und BEV/LP auf niedrigstem Nievau liegen, kann geschlussfolgert werden, dass in diesem Regierungsbezirk, bezogen auf die Ladeinfrastruktur, noch zu wenige BEV auf den dortigen Straßen unterwegs sind. Dies wird auch durch die unterdurchschnittliche Auslastung der öffentlichen Ladeinfrastruktur im Vergleich zu den anderen bayerischen Regierungsbezirken verdeutlicht (vgl. Grafik Seite 3 rechts unten). Im Gegenteil hierzu ist die öffentliche Ladeinfrastruktur in Oberbayern im bayernweiten Vergleich am besten ausgelastet, wenn gleich dies aufgrund der überdurchschnittlich hohen Anzahl von AC-Ladepunkten aus den Quotienten nicht direkt ersichtlich ist. In Oberfranken fällt auf, dass dies nicht nur der Regierungsbezirk mit der geringsten Anzahl von Ladepunkten ist. So entfallen in diesem umgerechnet 320 PKW auf einen einzigen Ladepunkt. Dies sind fast 50 Prozent mehr als im bayerischen Durchschnitt. Da der Anteil an Schnellladepunkten in Oberfranken aber überdurchschnittlich hoch ist, liegt die Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur mit 107 LV/LP oberhalb des Durchschnitts. Da die Kennzahl BEV/LP in Oberfranken allerdings nahe am bayerischen Durchschnitt liegt, kann daraus geschlussfolgert werden, dass der Anteil an BEV im Bestand unterdurchschnittlich ausfällt.

Aus den drei rechts angeordneten Grafiken lassen sich Anzahl und Verteilung der Ladepunkte in den Regierungsbezirken, die an diesen verladenen Energiemengen als auch die durchschnittliche Anzahl abgewickelter Ladevorgänge pro Ladepunktart (AC, DC und HPC) entnehmen. Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass über die reine Anzahl der Ladepunkte pro Regierungsbezirk keine Aussage zum aktuellen Ausbaustand getätigt werden kann, da diese u.a. stark von Größe und Siedlungsstruktur, vor allem aber auch der Einwohneranzahl bzw. des Fahrzeugbestandes abhängt. So gibt es im einwohnerärmsten Regierungsbezirk Oberfranken auch die geringste Anzahl an Ladepunkten, während sich im mit Abstand einwohnerreichsten Regierungsbezirk Oberbayern auch die mit großem Abstand meisten Ladepunkte befinden.

Kompakter Überblick

Der Quartalsreport bietet einen kompakten Überblick zu aktuellen Entwicklungen in der Elektromobilität in Bayern. Die Kompetenzstelle Elektromobilität bei Bayern Innovativ bereitet die Daten sachlich fundiert und neutral auf.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie weitere Statistiken aus Bayern oder aus Ihrer Region? Dann sprechen Sie uns an!

Ihr Kontakt

Bastian Ritter
+49 911 20671-321
Innovationsnetzwerk Mobilität, Projektmanager, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg

*** Annahmen:

  1. Die Fahrzeugbestände basieren auf den Bestandszahlen des KBA zu Jahresanfang und werden noch mit einer Prognose der Neuzulassungen verrechnet.
  2. Für den Quotienten der Ladevorgänge je Ladepunkt verrechnen wir die Gesamtzahl der verzeichneten Ladevorgänge mit der Anzahl der Ladepunkte, an denen unser Dienstleister dynamische (“live“) Daten bezieht.
  3. Der Quartalsreport dokumentiert die Entwicklung öffentlicher Ladeinfrastruktur in Bayern. Die Angaben zur Entwicklung dieser Lademöglichkeiten beziehen sich daher auf öffentlich zugängliche Ladeorte und berücksichtigen somit in der Regel keine Ladepunkte von geschlossenen Nutzergruppen (z.B. Ladepunkte in privaten Tiefgaragen, auf Werksgeländen, etc.).