Event

Smarte Landwirtschaft, Smarte Region - Der digitale Zwilling

9. November 2022

10:00 - 15:00 Uhr

Bayern Innovativ GmbH
Am Tullnaupark 8
90402 Nürnberg
Deutschland
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Wir zeigen Ihnen wie ein digitaler Zwilling eines landwirtschaftlichen Betriebes aussehen könnte, geben Informationen zu Forschungsprojekten und stellen die Konzepte bayerischer Modellregionen vor und erzählen deren Hinter- und Beweggründe.

Der digitale Zwilling - Schnittstelle der Zukunft?

In der Industrie und Logistik ist der Begriff des digitalen Zwillings bereits geläufig und etabliert. Eine Sendungsverfolgungen per Mausklick zum Beispiel ist schon jetzt für uns alltäglich und fast nicht mehr wegzudenken. Ohne einen digitalen Zwilling, bei dem solche Prozesse abgebildet werden, wären solche Anwendungen nicht machbar.

Aber wozu ein reales Abbild eines landwirtschaftlichen Betriebes anfertigen? Macht es Sinn, alle beteiligten Akteure und Systeme zu vernetzen? Kann man mit digitaler Unterstützung die Prozesse auf dem Hof vereinfachen und ist das Ganze auf die Landwirtschaft adaptierbar? Könnte dadurch vielleicht sogar der Einsatz von Wasser, Dünge- und Pflanzenschutzmittel optimiert werden?

Genau diese Fragen möchten wir mit Ihnen zusammen bei unserer Präsenz - Veranstaltung am 09. November 2022 in Nürnberg diskutieren.

Wir zeigen Ihnen wie ein digitaler Zwilling eines landwirtschaftlichen Betriebes aussehen könnte, geben Informationen zu Forschungsprojekten und stellen die Konzepte bayerischer Modellregionen vor und erzählen deren Hinter- und Beweggründe.

Am besten Sie melden sich gleich an!

10:00 - 10:15

Grüß Gott und Impuls Digitaler Zwilling in der Landwirtschaft

Christian Metz
Christian Metz
Bayern Innovativ GmbH, München
Innovationsnetzwerk Produktion, Leiter Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern

10:15 - 11:30

Digitaler Zwilling in der Landwirtschaft

Andreas Dörr
Geschäftsführer | Dörr Agrar GbR

Michael Mundt
Senior Business Development | Esri Deutschland GmbH

11:30 - 12:00

"For5G- Digitaler Zwilling"

Bernhard Haunschild
Hochschule Weihenstephan- Triesdorf | KoDA - Kompetenzzentrum für Digitale Agrarwirtschaft

12:00 - 13:00

Pause

13:00 - 13:30

Potenzial digitaler Zwillinge für Windkraftanlagen - das Beispiel SensoTwin

Dr. Peter Hofmann, Dipl.-Geogr.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter | THD - Technische Hochschule Deggendorf I DIT - Deggendorf Institute of Technology I IAI - Institut für angewandte Informatik Institute of Applied Informatics

13:30 - 14:00

Erfahrungen und Potenziale im Bereich Digitaler Zwillinge

Willi Steincke
Willi Steincke
Bayern Innovativ GmbH, München
Innovationsnetzwerk Energie und Bau, Projektmanager

Christina Harwarth-Nassauer
Christina Harwarth-Nassauer
Bayern Innovativ GmbH, München
Innovationsnetzwerk Digitalisierung, Projektmanagerin

14:00 - 14:45

Ideenschmiede "Digitaler Zwilling"

Austauschrunde im Rahmen eines World Cafés

14:45 - 15:00

Servus, und bis zum nächsten Mal

Christian Metz
Christian Metz
Bayern Innovativ GmbH, München
Innovationsnetzwerk Produktion, Leiter Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern

ab 15:00

Get together und Netzwerken

Fachlicher Kontakt

Christian Metz
Christian Metz
Bayern Innovativ GmbH, München
Innovationsnetzwerk Produktion, Leiter Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern

Kathrin Schuberth
Kathrin Schuberth
Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg
Innovationsnetzwerk Produktion, Projektmanagerin

Organisatorischer Kontakt

Kathrin Hackl
Kathrin Hackl
Bayern Innovativ GmbH, München
Innovationsnetzwerk Energie & Bau, Projektorganisation

Nachbericht Smarte Landwirtschaft, smarte Region – der digitale Zwilling für die Landwirtschaft

Die Veranstaltung "Smarte Landwirtschaft, Smarte Region - Der digitale Zwilling" am 09. November in Nürnberg vom Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL) ermöglichte einen Blick in das digitale Spiegelbild eines landwirtschaftlichen Betriebes.  

Das im KNeDL entstandene Umsetzungsprojekt des Landwirtes Andreas Dörr und der Firma ESRI, vertreten durch Herrn Michael Mundt, stand dabei im Mittelpunkt.  
Unter Berücksichtigung der Wünsche der Praxis erstellten die beiden einen digitalen Zwilling des landwirtschaftlichen Betriebes, mit Hofstelle und Flächen, von Herrn Dörr.  

„Die Gesellschaft und die Politik erwarten immer mehr von uns Landwirten. Die Digitalisierung soll aus meiner Sicht dabei helfen, dem Landwirt als Entscheidungshilfe – unkompliziert - zur Verfügung zu stehen. Die Digitalisierung muss hierbei vor allem smart sein, nur wenn der Landwirt eine echte Erleichterung bei seiner Arbeit erfährt, wird er diese gerne annehmen.“ 
Andreas Dörr, Landwirt / Geschäftsführer Dörr Agrar GbR

Was motiviert zur Auseinandersetzung mit dem digitalen Zwilling?

Der gewinnbringende Einsatz digitaler Tools in der Landwirtschaft für Umwelt, Gesellschaft und den Arbeitsalltag auf dem Betrieb. Durch die digitale Darstellung von Prozessen und die erleichterte Dokumentation derer soll so mehr Effizienz, aber auch Transparenz geschaffen werden. Konkret bedeutet dies, dass ein digitaler Zwilling in erster Linie als Entscheidungs- und Planungshilfe für die Betriebsleitung dient. 

Kern der Veranstaltung war eine intensive Diskussion über den entwickelten Prototyp der beiden Hauptredner. Der richtige und effiziente Einsatz von "gut aufbereiteten" Daten aus der praktischen Landwirtschaft und dessen Umfeld auf einer Plattform kann die Betriebsleitung in ihrer Planung und Dokumentation für den Betrieb unterstützen. 

Wie sieht diese Unterstützung aus und welche Anwendungsgebiete hat der digitale Zwilling in und außerhalb der Landwirtschaft?

Einsatzbeispiele für den digitalen Zwilling sind u.a.: 

  • Anfertigung von To-do-Listen für Mitarbeitende 
  • Dokumentationsinstrument für Nachweispflichten 
  • Unterstützung bei der Einhaltung von Umweltmaßnahmen und anderen Auflagen 
  • Transparenz in der Wertschöpfungskette 
  • Prognose und Simulationsmodelle bzgl. Betriebsausrichtung und Anbauplanung 
  • Flächenmanagement: topografische Ansicht, Planung von Fahrgassen, Erosionsschutz, Pachtverhältnisse, etc.  
  • Tägliches Werkzeug unter Einbindung von Echtzeitdaten

Die Diskussion über diese praktische Anwendung in der Landwirtschaft wurden noch durch weitere Impulse ergänzt.

Die Hochschule Weihenstephan Triesdorf stellte ein mit dem Landkreis Forchheim in der Umsetzung befindliches Projekt vor. „For5G – Digitaler Zwilling". Dieses beschäftigt sich mit dem digitalen Zwilling von Kirschbäumen und dient zum besseren Verständnis und als Entscheidungsgrundlage für das Management von Obstplantagen hinsichtlich Krankheiten, Erntezeitpunkt usw.

Einen branchenexternen Beitrag lieferte die FH Deggendorf mit dem Projekt „SensoTwin“ zum Thema Potenziale digitaler Zwillinge für Windkraftanlagen. Es beschäftigt sich mit der Kopplung eines digitalen Zwillings einzelner Bauteile mit Sensordaten, um simulativ echte max. Belastungen und den Zustand einzelner Bauteile im Lebenszyklus zu erfassen und zu bewerten. Diese Simulation kann lebensdauerverlängernd für unterschiedliche, teils überdimensionierte Bauteile wirken.

Abgerundet wurde das Ganze mit einem Einblick in die Projekte der Themenplattform Smart Cities and Regions von Bayern Innovativ. Diese beschäftigt sich schon seit längerem mit dem digitalen Zwilling von Kommunen. Als Beispiel wurde das Projekt für "TwinBy" vorgestellt, das den Aufbau digitaler Zwillinge in Kommunen unterstützt.

Die Möglichkeiten des digitalen Zwillings sind vielfältig, auch für die Landwirtschaft. Spannend wird die Integration von Verwaltungsprozesse und Planungsprozesse in ein solches Tool. Im Fokus der Umsetzung eines digitalen Zwillings sollte immer die einfache Handhabung und der unmittelbare Mehrwert für den Anwender stehen. Auch für mittlere und kleine Familienbetriebe.
Durch die Zusammenarbeit mit anderen Branchen und Bereichen lassen sich unzählige Szenarien für eine effiziente und arbeitserleichternde Zukunft in Bezug auf gemeinsamen Planungsprozesse und Verwaltungsaufgaben umsetzen.