Stadtwerke München lassen Dampf ab
Mit der Inbetriebnahme einer neuen Gas- und Dampfturbine sowie eines Großwärmespeichers treiben die Stadtwerke München die Transformation des Heizkraftwerks Süd voran
16.06.2026
Quelle: E & M powernews
Beim Heizkraftwerk Süd der SWM geht es derzeit voran: Nach dem Anschluss eines Wärmespeichers wird jetzt eine neue Gas- und Dampfturbine erprobt.
Die Stadtwerke München nehmen derzeit nach eigenen Angaben die neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage 1 (GuD1) des Heizkraftwerks Süd in Betrieb. Nachdem alle wesentlichen Bauteile installiert worden sind, erfolgte demnach vor wenigen Tagen das „First Fire“, also das erste Zünden der Anlage.
Bevor sie in den Regelbetrieb gehen kann, müssen die kilometerlangen Rohrleitungen gereinigt werden – mit dem „Dampfausblasen“. Diese Reinigung erfolgt mit reinem Wasser. Die Dampfleitungen aber müssen zusätzlich einer besonderen Prozedur unterzogen werden, um auch letzte, stabilere Anhaftungen vom Schweißen der Stahlrohre zu entfernen. Dafür wird mehrfach Wasserdampf mit mehr als 150 Metern pro Sekunde durch die Rohre geblasen.
Hat der Dampf die Rohre passiert, wird er über einen großen Schalldämpfer ins Freie geleitet. Dieser fängt auch die „abgeblasenen“ Anhaftungen ab. Das Ausblasen der Rohrleitungen dauert voraussichtlich bis Mitte August. In dieser Zeit werden tagsüber etwa zweimal am Tag, jeweils bis zu zwei Stunden lang, unübersehbare Dampfwolken über dem HKW Süd aufsteigen.
Die neue GuD-Anlage ist Bestandteil eines Dekarbonisierungsprogramms für das HKW Süd. Der Standort, der auch schon Steinkohle und Müll verfeuert hat, soll schrittweise von fossilem Erdgas auf klimaneutrale Geothermie sowie Biomethan und Wasserstoff umstellen. Seit 2021 speist die größte Geothermie-Anlage Deutschlands Wärme für rechnerisch 80.000 Haushalte ein.
Bis Jahresende solle die Inbetriebsetzung „weitestgehend abgeschlossen“ sein und die „GuD1-Süd“ Strom und Fernwärme in das Münchner Netz einspeisen, kündigen die SWM an. Erst vor wenigen Tagen hatten sie bekanntgegeben, dass am selben „Energiestandort“ ein Wärmespeicher mit brutto 57.000 Kubikmetern Fernwärmewasser-Kapazität ans Fernwärmenetz ging.
Autor: Georg Eble
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