Stadtwerke Bielefeld starten Sparprogramm und steigern Gewinn

Die Stadtwerke Bielefeld steigern ihr Jahresergebnis auf 34,4 Millionen Euro und investieren kräftig in Netze, Fernwärme und erneuerbare Energien

23.06.2026

Quelle: E & M powernews

Die Stadtwerke Bielefeld haben 2025 ein Ergebnis von gut 34 Millionen Euro erzielt. Bei der Expansion der Fernwärme erreichten sie den höchsten Anschlussgrad der jüngsten zehn Jahre.

Die Stadtwerke Bielefeld haben im Geschäftsjahr 2025 ein Jahresergebnis von 34,4 Millionen Euro erzielt und damit den Vorjahreswert von 27,5 Millionen Euro übertroffen. Wesentliche Ergebnisbeiträge kamen aus dem energiewirtschaftlichen Kerngeschäft sowie aus einem Sondereffekt durch den Verkauf der Anteile an den Stadtwerken Gütersloh, teilt das Unternehmen mit. Die Stadt Bielefeld erhielt Konzessionsabgaben in Höhe von rund 21 Millionen Euro.

Mit Blick auf das operative Geschäft spricht die Geschäftsführung von einer stabilen Entwicklung. Der Stromabsatz sank im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf rund 1,39 Milliarden kWh. Als Ursachen nennt die Stadtwerke verändertes Verbrauchsverhalten und die konjunkturelle Entwicklung im gewerblichen Bereich. Der Gasabsatz ging um 0,9 Prozent auf knapp 2,45 Milliarden kWh zurück. Im Fernwärmebereich lag der Absatz bei 496 Millionen kWh und damit unter dem Vorjahresniveau. 

In den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur investierte die Stadtwerke Bielefeld Gruppe 2025 nach eigenen Angaben mehr als 190 Millionen Euro. Davon entfielen 68 Millionen Euro auf die Netzinfrastruktur. Schwerpunkte waren Maßnahmen im Stromnetz, die Digitalisierung der Netze sowie Vorbereitungen auf die Transformation des Gasnetzes. 

Beim Ausbau der Fernwärme wurden im Jahr 2025 nach Unternehmensangaben 91 Gebäude neu angeschlossen. Im Modellquartier Dürerstraße sollen künftig rund 80 Prozent des Wärmebedarfs über Fernwärme gedeckt werden. Damit habe man den höchsten Wert bei Neuanschlüssen innerhalb der vergangenen zehn Jahre, so die Stadtwerke.

„Wünschenswertes in Machbares“ übersetzen

Die Entsorgungsgesellschaft Interargem trieb den Bau einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage voran. Die Anlage soll Mitte 2027 in Betrieb gehen und künftig die Fernwärmeversorgung für bis zu 4.400 zusätzliche Haushalte ermöglichen. 

Mit dem Solarpark Schiefe Breede ging 2025 die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage der Stadtwerke in Betrieb. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 4,2 MW und erzeugt jährlich rund 4,3 Millionen kWh Strom. 

Für den Gesamtkonzern weist die Bilanz 2025 Umsatzerlöse von 909 Millionen Euro (2024: 892 Millionen Euro) und Investitionen von 195 Millionen Euro aus (2024: 155 Millionen Euro). Die Zahl der Beschäftigten stieg um 80 auf 2.994.

Vor dem Hintergrund steigender Kosten, regulatorischer Veränderungen und hohen Investitionsbedarfs hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft eingeleitet. Dazu zählen dem Vernehmen nach eine stärkere wirtschaftliche Steuerung von Vorhaben sowie zusätzliche Kostensenkungsmaßnahmen.

„Wir halten auch weiterhin an unserem Grundsatz fest, das Wünschenswerte in das Machbare zu übersetzen: wirtschaftlich tragfähig, technisch realistisch und für die Menschen in unserer Stadt bezahlbar“, wird Geschäftsführer Martin Uekmann in einer Mitteilung zitiert. Das Klima zu schützen, bleibe wichtiger Maßstab des Handelns. Und weiter: „Die Umsetzung wird künftig aber noch stärker daran ausgerichtet, in welcher Reihenfolge und mit welchem Tempo Maßnahmen rechtssicher und finanzierbar realisiert werden können.“

Geschäftsentwicklung der Stadtwerke Bielefeld (nur GmbH)

Stadtwerke Bielefeld GmbH 2025 2024
Jahresergebnis (Mio. Euro) 34,4 27,5
Umsatzerlöse (Mio. Euro) 759,6 735,1
Investitionen (Mio. Euro) 105,5 104
Stromabsatz (Mio. kWh) 1.391,3 1.450,0
Erdgasabsatz (Mio. kWh) 2.448,8 2.472,0
Fernwärmeabsatz (Mio. kWh) 495,5 658,9

Quelle: Stadtwerke Bielefeld

Autor: Manfred Fischer

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