Serielle Sanierung gewinnt an Bedeutung
Der Dena-Gebäudereport 2026 sieht Fortschritte bei Wärmepumpen, seriellen Sanierungen und der kommunalen Wärmeplanung, mahnt aber stabile politische Rahmenbedingungen an
13.05.2026
Quelle: E & M powernews
Der Dena-Gebäudereport 2026 zeigt eine steigende Nachfrage nach Wärmepumpen und seriellen Sanierungen. Auch die kommunale Wärmeplanung schreite voran, so die Deutsche Energieagentur.
Der Markt für erneuerbare Wärme wächst weiter, so die deutsche Energieagentur (Dena). Das geht aus ihrem aktualisierten Gebäudereport 2026 hervor. Demnach entfielen 48 Prozent der im Jahr 2025 verkauften Heizungen auf Wärmepumpen. Der Anteil von Gasheizungen sank gleichzeitig auf 44 Prozent. Laut den Daten profitiert die Entwicklung unter anderem von der Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Auch bei den geförderten Einzelmaßnahmen zeigt sich ein klarer Trend. Rund 85 Prozent der BEG-Maßnahmen für Wärmeerzeuger entfallen den Angaben zufolge auf Wärmepumpen. Hausbesitzende investierten damit verstärkt in Technologien, die sie unabhängiger von schwankenden Preisen für Öl und Gas machen sollen.
Serielle Sanierungen nehmen Fahrt auf
Der Bericht verweist zudem auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach seriellen Sanierungen. Im Jahr 2025 wurden erneut mehr als 1.000 Förderanträge für Projekte mit vorgefertigten Fassadenelementen gestellt. Die Methode kommt bislang vor allem bei Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Dadurch konnten laut Gebäudereport bereits mehr als 6.000 Wohneinheiten energetisch modernisiert werden.
Mit einem Anteil von rund 24 Prozent an allen EH55- und EH40-Projekten habe sich das serielle Sanieren inzwischen als relevanter Bestandteil der energetischen Gebäudesanierung etabliert. Die Bauweise soll Planungs- und Bauzeiten verkürzen, indem Fassaden- und Dachelemente industriell vorgefertigt werden.
Trotz der Fortschritte sinkt der Wärme- und Endenergieverbrauch im Gebäudebereich nach Einschätzung der Autoren bislang nicht schnell genug, um die Klimaziele zu erreichen. Deshalb komme es nun auf verlässliche politische Rahmenbedingungen und stabile Förderprogramme an. Als wichtig gilt dabei insbesondere die angekündigte Umsetzung des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Dieses soll Investitionssicherheit für Eigentümer, Wohnungswirtschaft und Handwerk schaffen.
Kommunale Wärmeplanung zu 56 Prozent abgeschlossen
Auch die kommunale Wärmeplanung kommt voran. Nach Daten des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende hatten zum Ende des ersten Quartals rund 56 Prozent der großen Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Die übrigen 44 Prozent befanden sich noch im Verfahren.
Bei Städten und Gemeinden mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern haben laut Kompetenzzentrum bereits 84 Prozent ihre Wärmeplanung begonnen oder abgeschlossen. Auch kleinere Gemeinden holen auf: Dort befinden sich den Angaben zufolge inzwischen 49 Prozent im Planungsprozess oder haben diesen bereits beendet.
Die kommunale Wärmeplanung gilt als zentrale Grundlage für den Ausbau klimafreundlicher Wärmeversorgung. Städte und Gemeinden sollen damit festlegen, welche Technologien und Infrastrukturen künftig in einzelnen Quartieren eingesetzt werden können. Dazu zählen unter anderem Wärmenetze, Wärmepumpen oder die Nutzung industrieller Abwärme.
Der Dena-Gebäudereport mit Stand April 2026 steht im Internet bereit.
Autorin: Susanne Harmsen
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