Geothermie-Auszeichnungen für Unterhaching und Dürrnhaar

Beim Praxisforum Tiefengeothermie 2026 wurden die Anlagen in Unterhaching und Dürrnhaar für ihre herausragenden Betriebsleistungen ausgezeichnet, während die bundesweite Geothermienutzung neue Höchstwerte erreicht.

20.10.2026

Quelle: E & M powernews

Das Praxisforum Tiefengeothermie zeichnete Anlagen in Unterhaching und Dürrnhaar aus. Die deutschen Geothermieanlagen erzeugten 2025 geschätzt 3,8 Milliarden kWh Wärme.
  
Die Geothermieanlagen in Unterhaching und Dürrnhaar sind beim „Praxisforum Tiefengeothermie 2026“ für ihre Betriebsleistungen im Jahr 2025 ausgezeichnet worden. Unterhaching erhielt den Preis „Goldenes Heizwerk“, während das Geothermiekraftwerk der Stadtwerke München (SWM) in Dürrnhaar als „Goldenes Kraftwerk“ prämiert wurde. Grundlage der Auszeichnungen war einer Mitteilung des Veranstalters Enerchange GmbH zufolge eine erstmals deutschlandweit durchgeführte Betreiberbefragung. 

Von 33 angefragten Betreibern hydrothermaler Geothermieanlagen stellten dabei 21 ihre Betriebsdaten für 2025 zur Verfügung. Die bayerischen Geothermieanlagen erzeugten demnach insgesamt 3,4 Milliarden kWh Wärme. Für Deutschland ergibt daraus sich laut der Hochrechnung des Veranstalters eine Wärmeerzeugung von 3,8 Milliarden kWh. 

Erfasst wurden unter anderem Betriebsstunden, Wärmeproduktion und Wärmeabsatz, Stromerzeugung, Anlagenverfügbarkeit, Revisionsarbeiten und Schäden. Weitere Bewertungskriterien waren der Stromverbrauch für die geothermische Wärmeerzeugung, Förder- und Injektionstemperaturen sowie die Förderraten. 

Unterhaching erzielt höchste Wärmeproduktion 

Die Geothermieanlage Unterhaching produzierte 2025 insgesamt 185 Millionen kWh Wärme und erreichte damit nach Angaben des Veranstalters die höchste Wärmeproduktion unter den untersuchten reinen Heizwerken. 

Die Anlage war ursprünglich für die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung ausgelegt. Im Zuge des Fernwärmenetzausbaus wurde der Betrieb vollständig auf die Wärmeversorgung umgestellt. Den Preis nahm Franz Barenth von der Geothermie Unterhaching GmbH & Co. KG entgegen. 

In der Kategorie Stromerzeugung wurde das Geothermiekraftwerk der SWM in Dürrnhaar ausgezeichnet. Die Anlage erzeugte im Betriebsjahr 2025 mehr als 35 Millionen kWh Strom und erreichte eine Auslastung von 80 Prozent. 

Nach Angaben des Praxisforums ermöglichen die ganzjährige Stromerzeugung und die damit verbundene kontinuierliche Förderung von Thermalwasser eine höhere Nutzung der geothermischen Wärme aus dem Untergrund. Für die SWM nahm Stefan Birle die Auszeichnung entgegen. 

Ehrenpreis für Geothermieentwicklung in Nordrhein-Westfalen 

Neben den Anlagenpreisen vergab das Praxisforum einen Ehrenpreis an Ulrich Pahlke, den ehemaligen Direktor des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen (GD NRW). 

Pahlke war insgesamt 42 Jahre beim GD NRW beschäftigt, davon zehn Jahre als Direktor. Während seiner Amtszeit wurde unter anderem ein grenzüberschreitendes EU-Projekt zur Tiefengeothermie nach Nordrhein-Westfalen geholt. 

Daraus entwickelte sich ein Explorations- und Bohrprogramm des Landes, das seit 2024 im Rahmen eines Masterplans fortgeführt wird. Die gewonnenen Untergrunddaten sollen Kommunen und Stadtwerken als Grundlage für die Entwicklung eigener Geothermieprojekte dienen. 

Nachwuchspreis für Forschung zu geothermischen Reservoiren 

Den Christian-Hecht-Preis erhielt die Doktorandin Valerie Ernst von der Technischen Universität München (TUM). Ihre wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der „Verknüpfung von Transmissibilität und hydraulisch aktiven Zonen im tiefengeothermischen Reservoir in Bayern“. 

Der Preis erinnert an den 2017 verstorbenen Geothermiewissenschaftler Christian Hecht. Das Preisgeld stellten die SWM zur Verfügung. 

Praxisforum verzeichnet mehr als 260 Teilnehmer 

Am Praxisforum Tiefengeothermie vom 14. bis 16. Oktober 2026 nahmen nach Veranstalterangaben mehr als 260 Fachleute aus dem In- und Ausland teil. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Entwicklung von Fernwärmenetzen, technische Optimierungen bei Geothermiebohrungen, Förderbedingungen und aktuelle Projektentwicklungen. 

Zum Abschluss des Fachtreffens standen Exkursionen zu den Geothermieprojekten in Pullach sowie zum interkommunalen Projekt der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim auf dem Programm. Beide Projekte erweitern ihre Anlagen um zusätzliche Bohrungsdubletten, um weitere Wärmemengen für den Ausbau ihrer Fernwärmenetze zu erschließen. 

Nach Angaben des Veranstalters sind derzeit rund 45 Tiefengeothermieanlagen in Deutschland in Betrieb. Die wichtigsten geologischen Nutzungsgebiete befinden sich im süddeutschen Molassebecken, im Oberrheingraben und im Norddeutschen Becken.

Autorin: Katia Meyer-Tien

Bayern Innovativ Newsservice

Sie möchten regelmäßige Updates zu den Branchen, Technologie- und Themenfeldern von Bayern Innovativ erhalten? Bei unserem Newsservice sind Sie genau richtig!

Jetzt kostenlos anmelden

iStock©skynny_924814322,