Finanzierungsmodelle im Fokus des Großwärmepumpen-Kongresses

Auf dem Großwärmepumpen-Kongress fordert der BWP Nachbesserungen am Gebäudemodernisierungsgesetz und sieht Großwärmepumpen als Schlüsseltechnologie für die Wärmewende

11.06.2026

Quelle: E & M powernews

BWP-Vorstand Claus Fest bekräftigte zum Auftakt des Großwärmepumpen-Kongresses die Forderung des Verbands nach Nachbesserungen am Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG).

Der Deutsche Großwärmepumpen-Kongress in Berlin hat die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Großwärmepumpen gezeigt – vom Mehrfamilienhaus über Wärmenetze bis zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) nutzte die Veranstaltung als Veranstalter zudem dazu, um seine Forderungen nach Nachbesserungen am Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) zu bekräftigen. 

„Die große Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten von Wärmepumpen muss gestärkt werden“, sagte BWP-Vorstandsvorsitzender Claus Fest bei der Begrüßung. Auf erneuerbare Gase zu setzen, sei angesichts der unsicheren Verfügbarkeit keine verlässliche Strategie für die Wärmewende. Stattdessen müsse der Fokus stärker auf der Elektrifizierung liegen, forderte Fest. Dazu müsse jedoch unter anderem auch das GModG dringend nachgebessert werden. Für den BWP ist das geplante GModG ein „Rückschritt“, kritisierte Fest.

Besonders kritisch bewertet der BWP die geplante Absenkung der Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energien bei neuen Heizungen. Während das GEG bislang einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien vorsieht, senke der Entwurf die Vorgaben auf lediglich zehn Prozent. Nachbesserungsbedarf sieht der BWP auch bei den Regelungen zu Hybridwärmepumpen. Hier müsse, so Fest, klar festgelegt werden, dass die Wärmepumpe in einem solchen hybriden System einen „relevanten Beitrag“ leisten müsse. Zudem forderte er einen Abbau bürokratischer Hürden für den Einsatz der Wärmepumpentechnologie.

Finanzierung als zentrale Herausforderung

Im Fokus des Kongresses standen Anwendungen von Großwärmepumpen in Industrie, Quartieren, Wärmenetzen und Nichtwohngebäuden. Ein weiterer Schwerpunkt waren Finanzierungsmodelle sowie die Wirtschaftlichkeit großer Anlagen. Susanne Schmelcher von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) betonte, dass bei der Finanzierung der Wärmewende weiterhin eine erhebliche Finanzierungslücke bestehe. Davon seien insbesondere Kommunen und kommunale Unternehmen betroffen. Da ein großer Teil der Wärmeversorgung in Deutschland von öffentlichen Unternehmen erbracht werde, habe diese Finanzierungslücke direkte Auswirkungen auf die Umsetzung der Wärmewende.

Gerade im Bestand sind laut Schmelcher fossile Energieträger weiterhin dominant. Noch immer werden mehr als 70 Prozent der Wohneinheiten in Deutschland mit Gas oder Öl beheizt. Im Neubau hingegen seien Wärmepumpen die am häufigsten gewählte Heiztechnologie. Zudem müssten viele Fernwärmenetze in den kommenden Jahren auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden.

Um die Investitionsfähigkeit kommunaler Unternehmen zu stärken, empfiehlt die Dena den Einsatz eigenkapitalwirksamer Finanzierungsinstrumente. Als Beispiele nannte Schmelcher nachrangige staatlich abgesicherte Kredite, Mezzanine-Kapital und öffentliche Beteiligungsfonds. Die Dena plane zudem ein jährliches Monitoring, um die Wirkung solcher Instrumente auf Bundes- und Kommunalebene systematisch zu erfassen.

Contracting gewinnt an Bedeutung

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit stellt das Contracting dar. Auf dem Großwärmepumpen-Kongress war diese Form der Finanzierung ein wichtiges Thema. „Contracting ist ein wichtiger Schlüssel für die Wärmewende“, sagte beispielweise Ivo Kirschner von Getec. Er erläuterte gemeinsam mit seinem Kollegen Daniel Hein das Modell anhand mehrerer Praxisbeispiele. Wärmeprojekte seien komplex und müssten ganzheitlich geplant werden. Contractoren verfügten häufig über die erforderliche Projekterfahrung, personelle Ressourcen und Finanzierungskraft, um solche Vorhaben umzusetzen.

Zudem übernehme der Contractor einen großen Teil der Projektrisiken, erklärte Kirschner. Gerade für Kommunen und Stadtwerke könne dies die Umsetzung von Transformationsprojekten erleichtern.

Autorin: Heidi Roider

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