Bund fördert europäische Fusionstechnik

Deutschland beteiligt sich an einem europäischen IPCEI-Projekt, um Fusionstechnologien schneller in industrielle Anwendungen zu überführen

15.05.2026

Quelle: E & M powernews

Fusionstechnologien sollen in Europa schneller aus dem Labor in industrielle Anwendungen kommen. Deutschland beteiligt sich dafür an einem neuen IPCEI.

Deutschland beteiligt sich an einem neuen europäischen Förderprojekt für Fusionstechnologien. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) und das Bundesforschungsministerium (BMFTR) teilten am 18. Mai mit, dass die Bundesregierung dem Important Project of Common European Interest (IPCEI) „Innovative Kerntechnologien“ beitritt. Das Vorhaben soll Forschung, Start-ups, Mittelstand und Industrie entlang zentraler Wertschöpfungsketten zusammenbringen. Die deutsche Förderung konzentriert sich ausschließlich auf Fusionstechnologien. Projekte zur Kernspaltung sind davon ausgenommen.

Mit dem Schritt will die Bundesregierung die Fusion als strategische Technologie in Europa voranbringen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, Fusion sei „kein fernes Zukunftsthema“, sondern eine strategische Aufgabe. Das IPCEI solle Forschung, Start-ups und Industrie gezielt verbinden. Reiche verweist dabei auf den Weg von der Idee bis zur ersten Anwendung. Entscheidend sei nun Tempo, damit gute Ideen in Produktion und Skalierung kämen.

Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) knüpft die Beteiligung an das Ziel der Bundesregierung, das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland zu ermöglichen. Nach ihren Angaben sollen die Hightech Agenda Deutschland und der Aktionsplan Fusion ein Fusionsökosystem aufbauen. Zugleich betont Bär die europäische Dimension. Nur mit Zusammenarbeit auf EU-Ebene lasse sich das Ziel schneller erreichen.

Projektbeginn für 2027 geplant

Das IPCEI soll nach Regierungsangaben Projekte ermöglichen, die von der Forschung im Labor bis zu ersten industriellen Anwendungen reichen können. Dadurch will der Bund vielversprechende Technologien für die Fusion unterstützen. IPCEI-Projekte verbinden private Investitionen von Unternehmen mit staatlicher Förderung. Sie sollen europäische Ökosysteme für strategisch wichtige Technologien stärken.
  Die Bundesregierung will nun geeignete Vorhaben und Partner ausfindig machen. Dafür plant sie ein nationales Interessenbekundungsverfahren. Dieses soll zeitnah beginnen und mit den teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten abgestimmt werden. Anschließend wählt der Bund nationale Projekte aus, die er fördern will. Zudem sollen europäische Partner zusammenfinden und gemeinsame Projektlinien entwickeln.

Der Start der Projekte ist laut Mitteilung für 2027 vorgesehen. Voraussetzung ist die Genehmigung der einzelnen Vorhaben durch die Europäische Kommission. In dieser Legislaturperiode will die Bundesregierung die Fusion mit rund 2,4 Milliarden Euro unterstützen. Das IPCEI-Förderformat soll dafür nun gezielt eingesetzt werden.

Autorin: Davina Spohn
 

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