Wenn jede Minute zählt: Amplex Diagnostics bringt schnelle Molekulardiagnostik näher an die Versorgung

03.06.2026

Wenn bei einem Meningitisverdacht oder einer positiven Blutkultur jede Minute über die richtige Therapie mitentscheidet, reicht ein präziser Befund allein nicht aus – er muss vor allem schnell vorliegen. Genau an diesem Punkt setzt Amplex Diagnostics an. Das Unternehmen aus Oberbayern entwickelt molekulardiagnostische Tests für die medizinische Mikrobiologie, die dort ankommen sollen, wo Zeit ein kritischer Faktor ist: nah an der Versorgung, nah an der klinischen Entscheidung, nah am Patienten.

Seit der Gründung im Jahr 2002 verfolgt die Amplex Diagnostics GmbH ein klares Ziel: molekulare Diagnostik aus hochspezialisierten Laborstrukturen in die praktische Anwendung zu überführen. Geschäftsführer Dirk Ganghofner beschreibt diesen Anspruch so: „Was uns schon immer umgetrieben hat, war, medizinische Diagnostik mit Amplifikationsmethoden in die breite Anwendung zu bringen und damit vor allem Zeit zu sparen.“ Genau diese Verbindung aus technologischer Tiefe und konkretem Nutzen im Alltag macht das Unternehmen besonders. 

Mit einem klaren Prozess zum Ergebnis 

Technologisches Rückgrat des Unternehmens ist die eazyplex-Plattform. Sie basiert auf einem diagnostischen Verfahren, bei dem genetisches Material von Krankheitserregern nicht wie bei der klassischen PCR über wechselnde Temperaturzyklen vervielfältigt wird, sondern bei einer konstanten Temperatur. Diese sogenannte isothermale Amplifikation vereinfacht den technischen Ablauf deutlich und macht die Analytik schneller und robuster. Der Vorteil: Es sind keine aufwendigen thermischen Wechsel nötig, wodurch Geräte kompakter gebaut und Tests leichter in den Routinelaboralltag integriert werden können. 

Hinzu kommt, dass Amplex Diagnostics mit gebrauchsfertigen, lyophilisierten Reagenzien arbeitet. Die Testbestandteile liegen also bereits in getrockneter Form vor und müssen vor der Analyse nicht aufwendig frisch angesetzt werden. Das reduziert Fehlerquellen, vereinfacht die Handhabung und spart Zeit im Prozess. Ganghofner bringt den Kern dieses Ansatzes auf den Punkt: „Genau das ist eigentlich das, was wir machen wollen, nämlich möglichst schnell präzise Diagnosen zu ermöglichen.“ 

Ein weiterer Unterschied zur klassischen molekularen Diagnostik liegt in der Probenvorbereitung. Nach Unternehmensangaben ist das System so ausgelegt, dass Tests direkt aus dem Probenmaterial durchgeführt werden können – ohne vorgelagerte DNA- oder RNA-Extraktion. Gerade dieser Schritt kostet in konventionellen Laborabläufen oft zusätzliche Zeit, Personalressourcen und technische Infrastruktur. Bei Amplex wird das Material mit wenigen Vorbereitungsschritten in den Test überführt; die laufende Reaktion wird anschließend in Echtzeit gemessen. Das bedeutet: Sobald sich spezifisches Erbgut eines Erregers vervielfältigt, wird das Signal direkt sichtbar. 

Für Anwenderinnen und Anwender heißt das vor allem eines: ein klar strukturierter, standardisierter Ablauf mit möglichst wenigen manuellen Zwischenschritten. Je nach Anwendung können Ergebnisse bereits innerhalb von etwa 30 Minuten vorliegen; bei bestimmten Screeningtests seien sogar rund 15 Minuten möglich. Erste Signale würden teils schon nach sechs bis sieben Minuten sichtbar. Damit entwickelt Amplex Diagnostics seine Technologie nicht für den Labormaßstab allein, sondern mit klarem Blick auf die Anforderungen im diagnostischen Alltag. 

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an der Weiterentwicklung seiner Plattform. Dabei geht es um Miniaturisierung, Automatisierung und die Verbindung verschiedener Technologien. „Wir wollen mit dieser vollautomatisierten Version die Diagnostik noch mal ein ganzes Stück näher zum Patienten bringen“, sagt Ganghofner. 

Mit kurzen Wegen zur schnellen Behandlung 

Die Herausforderung, die Amplex Diagnostics adressiert, ist medizinisch hochrelevant: In zeitkritischen infektiologischen Situationen braucht es schnelle und verlässliche Antworten. Ob bei Verdacht auf bakterielle Meningitis oder bei positiven Blutkulturen – diagnostische Verzögerungen können unmittelbare Folgen für Therapie und Verlauf haben. Ganghofner formuliert es klar: Man wolle „ganz, ganz schnell eine Antwort präsentieren können, um eben dann auch geeignet therapieren zu können“. 

Besonders deutlich wird dieser Anspruch bei schweren Infektionen. „Da geht es ja wirklich um jede Minute“, sagt Ganghofner. Der Nutzen der Technologie liegt damit nicht nur im analytischen Nachweis, sondern in der Möglichkeit, klinische Entscheidungen früher und gezielter zu treffen. Genau darin liegt der Mehrwert für Labore und medizinische Einrichtungen: kürzere Wege von der Probe zum Ergebnis und damit bessere Voraussetzungen für eine passende Behandlung. 

Der Lösungsansatz von Amplex Diagnostics ist bewusst praxisnah angelegt. Statt Diagnostik ausschließlich in zentrale Großlabore zu verlagern, setzt das Unternehmen auf kompakte und robuste Systeme. „Es ist viel sinnvoller, die Diagnostik dorthin zu verlegen, wo der Patient ist, als auf großangelegte Teststraßen zu warten“, sagt Ganghofner. Diese Nähe zur Versorgung ist ein wesentlicher Unterschied – und zugleich ein Ansatz, der in einem zunehmend dezentral gedachten Gesundheitswesen an Bedeutung gewinnt. 

Starke Partner für eine starke Diagnostik von morgen 

Amplex Diagnostics ist ein relevanter Partner im Netzwerk Gesundheit von Bayern Innovativ, weil das Unternehmen zeigt, wie sich technologische Entwicklung mit konkretem Versorgungsnutzen verbinden lässt. Damit bringt es genau jene Kombination aus Diagnostik, Innovationskraft und Anwendungsnähe ins Netzwerk ein, die für viele Entwicklungen im Gesundheitsbereich entscheidend ist. 

Auch Amplex Diagnostics nutzt das Netzwerk aktiv. „Ich finde den Austausch mit anderen Firmen sehr wichtig“, betont Ganghofner. Hier sieht er die Chance, Wissen zu teilen, passende Partner zu finden und technologische Entwicklung mit anderen Kompetenzen zusammenzubringen. Dabei verweist er auf die „sehr hohe Dichte an Spezialisten“. Gerade darin liegt der Mehrwert eines Innovationsnetzwerks: unterschiedliche Stärken zusammenzuführen, damit aus technologischen Ideen tragfähige Lösungen für die Versorgung entstehen. 

Innovation mit direktem Nutzen 

Amplex Diagnostics zeigt, wie aus einer klaren medizinischen Problemstellung ein fokussiertes Diagnostikunternehmen entstehen kann. Seit 2002 arbeitet das Unternehmen daran, molekulare Schnelltests so zu entwickeln, dass sie nicht nur technisch überzeugen, sondern im klinischen Alltag echten Zeitgewinn schaffen. Gerade dort, wo schnelle Entscheidungen therapeutisch entscheidend sind, wird dieser Ansatz besonders relevant. 

Für das Partnernetzwerk Gesundheit von Bayern Innovativ ist Amplex Diagnostics deshalb ein Partner, der Innovation nicht abstrakt versteht, sondern vom konkreten Bedarf her denkt: schnell, anwendungsnah und mit einem klaren Blick auf den Nutzen für die Versorgung. 

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