Technologietransferzentrum Stein: Digitale Zukunft für die Notfallmedizin

Innovation dort, wo jede Sekunde zählt

03.03.2026

Wenn Rettungskräfte zu einem Einsatz gerufen werden oder in der Notaufnahme komplexe Entscheidungen unter Zeitdruck treffen müssen, hängt vieles von der Qualität der Ausbildung ab. Das Technologietransferzentrum (TTZ) Stein setzt genau hier an: Es versteht sich als Wegbereiter für Fortschritt in der Digitalisierung der notfallmedizinischen Bildung und fokussiert die Entwicklung sowie Integration innovativer digitaler Technologien zur Optimierung der Ausbildung in allen akut- und notfallmedizinischen Arbeitsumgebungen. 

Als Transferzentrum der Hochschule Ansbach, gegründet im Rahmen der Hightech Agenda Bayern, verbindet das TTZ Stein wissenschaftliche Exzellenz mit praxisnaher Umsetzung. Forschung, Entwicklung und Transfer greifen hier ineinander – mit einem klaren Ziel: Ausbildung, Prozesse und Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern. „Unsere Mission ist es, die Digitalisierung der notfallmedizinischen Bildung konsequent voranzutreiben und damit Ausbildung, Prozesse und Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern“, sagt Sandra Kretzschmar, wissenschaftliche Referentin des TTZ Stein.

Das Zentrum entwickle und implementiere innovative digitale Technologien „für alle akut- und notfallmedizinischen Arbeitsumgebungen – von Rettungsdiensten über klinische Notaufnahmen bis hin zu Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“.

KI, Simulation und datenbasierte Prozesse

Im bayerischen Innovationsökosystem nimmt das TTZ Stein eine spezialisierte Rolle ein. Als Brücke zwischen Wissenschaft, Industrie, Rettungswesen und öffentlicher Hand fungiert es als Transfermotor für einen sicherheitsrelevanten und gesellschaftlich zentralen Bereich. Inhaltlich konzentriert sich das Zentrum auf Digitalisierung in der Notfallmedizin, Künstliche Intelligenz und Smart Applications, VR- und AR-gestützte Simulationstechnologien, Healthcare Data Analytics sowie maschinelles Lernen zur Prozessoptimierung. „KI ist kein isoliertes Forschungsthema, sondern integraler Bestandteil unserer Arbeit“, betont Kretzschmar. Maschinelles Lernen werde eingesetzt, um Daten aus Ausbildungsszenarien auszuwerten, Entscheidungsprozesse zu analysieren und Trainings individuell anzupassen. Automatisierung ermögliche realitätsnahe Simulationen und eine objektive Bewertung von Trainingsleistungen – ein entscheidender Schritt zur Qualitätssteigerung in der notfallmedizinischen Bildung. Ein aktuelles internationales Projekt mit Kooperationspartnerinnen und -partnern in der Ukraine untersucht die Optimierung von Triage-Prozessen in Notaufnahmen und analysiert digitale Entscheidungsunterstützungssysteme in hochbelasteten Versorgungskontexten. Parallel dazu evaluiert ein VR-Forschungsprojekt die Wirksamkeit immersiver Notfallszenarien im Unterricht und deren Einfluss auf Handlungssicherheit und Entscheidungsqualität. Dabei adressiert das TTZ zentrale Herausforderungen wie den Fachkräftemangel im Rettungs- und Gesundheitswesen, die steigende Komplexität notfallmedizinischer Einsatzlagen sowie Digitalisierungslücken in sicherheitskritischen Bereichen. „Durch datenbasierte Analysen, Simulationen und KI-gestützte Lernumgebungen verbessern wir Entscheidungsqualität, Trainingsrealismus und Prozesssicherheit“, so Kretzschmar. 

Auch Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere – profitieren vom Transferansatz. Das TTZ begleitet sie von der fachlichen Beratung über die Entwicklung von Prototypen bis hin zur Durchführung medizinischer Studien und Validierung nach regulatorischen Standards. „Gerade für KMU sind wir ein niederschwelliger Zugang zu wissenschaftlicher Expertise und Testinfrastruktur“, erklärt Kretzschmar. 

Datenbasierte Ausbildung und starke Partnerschaften

Für die kommenden Jahre zeichnet sich eine klare Entwicklung ab. „Wir erwarten eine stärkere Integration von KI in Ausbildungssysteme, den Ausbau datenbasierter Versorgungsforschung und eine enge Verzahnung von Simulation, Realwelt-Daten und Prozessoptimierung“, sagt Kretzschmar. Zudem sollen neue akademische Weiterbildungsprogramme entstehen und die Zusammenarbeit mit Industrie sowie Sicherheitsorganisationen intensiviert werden. Ziel sei es, das TTZ Stein als führendes Kompetenzzentrum für digitale notfallmedizinische Bildung und Forschung zu etablieren. Für regionale Unternehmen eröffnen sich daraus konkrete Chancen: Zugang zu modernster Simulations- und KI-Forschung, Co-Entwicklung innovativer Bildungs- und MedTech-Produkte sowie Test- und Validierungsmöglichkeiten in einem praxisnahen Umfeld. Die Schnittstelle von Digitalisierung, Medizintechnik und Sicherheitswesen gilt als dynamisches Wachstumsfeld. Was sie persönlich antreibt? „Mich motiviert die Verbindung von Technologie und gesellschaftlicher Wirkung“, sagt Kretzschmar. Innovation im notfallmedizinischen Bereich bedeute konkret verbesserte Patientensicherheit, effizientere Prozesse und bessere Ausbildungsbedingungen.

Starker Partner im Netzwerk Gesundheit

Als Mitglied im Partnernetzwerk Gesundheit von Bayern Innovativ setzt das TTZ Stein bewusst auf Vernetzung. „Das Partnernetzwerk Gesundheit von Bayern Innovativ bietet die Plattform, um Forschung, Wirtschaft und Praxis zusammenzuführen, Synergien zu nutzen und Innovation schneller in die Anwendung zu bringen“, betont Kretzschmar. Für das Zentrum sei das Netzwerk ein strategischer Multiplikator für Sichtbarkeit, Kooperation und Technologietransfer. Mit seiner klaren Spezialisierung, seiner technologischen Tiefe und seinem konsequenten Transferanspruch bereichert das TTZ Stein das Netzwerk Gesundheit um eine Schlüsselkompetenz: die digitale Weiterentwicklung eines Bereichs, in dem Innovation im Ernstfall Leben retten kann. 
 

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