Zolling soll Reservekapazitäten stärken

Onyx Power plant in Zolling ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk mit 800 MW Leistung, das künftig Versorgungslücken bei Dunkelflauten schließen soll.

11.05.2026

Quelle: E & M powernews

Ein neues wasserstofffähiges Gaskraftwerk soll in Zolling (Bayern) die Stromversorgung absichern. Die Anlage soll vor allem bei Dunkelflauten einspringen.

Im Süden Bayerns konkretisieren sich die Pläne für ein neues wasserstofffähiges Gaskraftwerk. Der Kraftwerksbetreiber Onyx Power mit Sitz in Dallas (Texas) will am Standort Zolling nahe Freising (Bayern) ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit rund 800 MW Leistung errichten. Die Anlage soll künftig vor allem dann Strom liefern, wenn Wind- und Solaranlagen nicht ausreichend einspeisen. Das geht aus Mitteilungen des bayerischen Wirtschaftsministeriums und von Onyx Power hervor.

Das Projekt gehört zu den ersten konkreteren Vorhaben im Zusammenhang mit dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG). Über dieses Gesetz will die Bundesregierung neue steuerbare Kraftwerkskapazitäten fördern. Sie sollen Versorgungslücken schließen, die durch den Kernenergieausstieg und den geplanten Kohlerückbau entstehen.

Nach Angaben von Onyx Power soll die neue Anlage technisch so ausgelegt werden, dass sie perspektivisch auch Wasserstoff nutzen kann. Solche H2-ready-Kraftwerke gelten als wichtiger Bestandteil des künftigen Energiesystems. Sie lassen sich flexibel regeln und sollen langfristig klimafreundlicher betrieben werden als klassische Gaskraftwerke.

Beitrag zur Versorgungssicherheit im süddeutschen Raum

Der Kraftwerksstandort Zolling zählt zu den traditionsreichen Energiestandorten in Bayern. Das dortige Steinkohlekraftwerk stellte seinen regulären Betrieb im Februar 2025 ein. Bis mindestens 31. März 2031 bleibt der Block Teil der Netzreserve und kann bei Netzengpässen oder Dunkelflauten wieder hochgefahren werden. Neben dem Kohleblock betreibt Onyx Power am Standort Zolling weiterhin ein Biomasseheizkraftwerk sowie Gasturbinen. Nach Darstellung des bayerischen Wirtschaftsministeriums soll das geplante GuD-Kraftwerk die Bedeutung des Standorts langfristig sichern. Die Staatsregierung sieht darin zudem einen Beitrag zur Versorgungssicherheit im süddeutschen Raum.

Kraftwerksleiter Roman Ritter bezeichnete die geplante Anlage laut Unternehmensmitteilung als zentrales Zukunftsprojekt für den Standort Zolling. Moderne flexible Kraftwerke würden künftig eine wichtige Rolle im Stromsystem übernehmen. Gleichzeitig verwies Ritter darauf, dass die Umsetzung von verlässlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen und funktionierenden Ausschreibungen abhänge.

Die Anlage soll nach Angaben von Onyx Power insbesondere in Zeiten geringer Einspeisung aus erneuerbaren Energien einspringen. Damit würde das Kraftwerk vor allem Reserveleistung bereitstellen und Lastspitzen im Stromnetz absichern. Gerade in Süddeutschland wächst der Bedarf an solchen steuerbaren Kraftwerken.

Unterstützung vom Landesministerium

Politische Unterstützung erhält das Vorhaben nun auch von der bayerischen Staatsregierung. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unterzeichnete gemeinsam mit Onyx Power eine Absichtserklärung für das Projekt. Laut Ministerium dokumentiert der sogenannte Letter of Intent das gemeinsame Interesse an dem Kraftwerksbau. Aiwanger erklärte, neue Gaskraftwerke seien notwendig, um eine sichere und bezahlbare Energieversorgung in Bayern zu gewährleisten.

Ob und wann das Kraftwerk tatsächlich gebaut wird, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Entscheidend dürfte sein, wie die Ausschreibungen im Rahmen des StromVKG ausgestaltet werden und ob das Projekt dort einen Zuschlag erhält. Zudem stehen weitere Genehmigungen und technische Detailplanungen aus. Onyx Power kündigte an, die Vorbereitungen für das Vorhaben nun weiter voranzutreiben.

Autorin: Davina Spohn

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