Windkraftanlagen als Wettbewerbsvorteil
rei Windenergieanlagen sollen künftig rund zwei Drittel des Strombedarfs des Reifenwerks decken
07.07.2026
Quelle: E & M powernews
Mit einem eigenen Windpark will der Reifenhersteller Continental einen Großteil des Strombedarfs des Reifenwerk in Korbach selbst erzeugen.
Der Reifenhersteller Continental errichtet in Twistetal bei Korbach (Hessen) seinen ersten eigenen Windpark. Folgende Gründe zählt das Unternehmen auf: Diversifizierung der Energieversorgung, verbesserte Kostenwettbewerbsfähigkeit des Werks, Unabhängigkeit von den Energiemärkten. Die Windkraftanlagen sollen das rund acht Kilometer entfernte Reifenwerk in Korbach (Hessen) mit Strom versorgen.
Bernhard Trilken, Leiter Produktion und Logistik des Reifenbereichs von Continental, sieht den Windpark als Wettbewerbsvorteil. „Mit eigenen Windrädern in der Nähe des Werks gewinnen wir Planungssicherheit bei den Energiekosten und machen uns unabhängiger von schwankenden Energiemärkten – entscheidende Faktoren für eine wettbewerbsfähige Reifenproduktion in Deutschland.“ Dies passe zur globalen Strategie von Continental die unternehmenseigenen Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien weiter auszubauen. Das soll auch Vorbild für andere Standorte weltweit dienen.
Nach Angaben des Unternehmens sollen drei Windenergieanlagen gemeinsam mit den bereits vorhandenen Photovoltaikanlagen künftig rund zwei Drittel des Strombedarfs des Korbacher Reifenwerks decken. Zum Einsatz kommen Anlagen des Typs Nordex N175/6.X mit einer Nabenhöhe von 179 Metern und einem Rotordurchmesser von 175 Metern. Die jährliche Stromerzeugung beziffert Continental auf rund 55 Millionen kWh.
„Dafür plant Continental, einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich in das Projekt zu investieren“, teilte das Unternehmen auf. Baubeginn ist für 2026 vorgesehen; die Inbetriebnahme ist etwa anderthalb Jahre später geplant. Die behördlichen Genehmigungen liegen bereits vor.
Der erzeugte Windstrom soll unmittelbar in der Reifenproduktion eingesetzt werden. Energie wird dort insbesondere für das Mischen der Kautschukrohstoffe sowie für das Extrusionsverfahren benötigt, bei dem Reifenbauteile geformt werden. Am Standort Korbach produziert Continental Pkw-, Motorrad-, Rennrad- und Industriereifen und beschäftigt rund 2.400 Mitarbeitende.
Continental prüfe auch an anderen Reifenstandorten weltweit den Einsatz eigener Wind- und Solarenergieanlagen. Bei der Auswahl spielen unter anderem das örtliche Wind- und Solarpotenzial, die regulatorischen Rahmenbedingungen, Möglichkeiten zur Energiespeicherung, die Einbindung in die bestehende Energieversorgung sowie die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Ergänzend will das Unternehmen weiterhin auf langfristige Stromlieferverträge setzen.
Autor: Stefan Sagmeister
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