TH Köln untersucht nachhaltige Solarmodule

Die TH Köln und ihre Partner entwickeln innovative Modulkonzepte, die Umweltbelastungen reduzieren und die Kreislauffähigkeit der Photovoltaik stärken sollen.

04.09.2026

Quelle: E & M powernews

Im Projekt „GreenSolarModules“ hat die TH Köln Materialien und Reparaturkonzepte für Solarmodule untersucht und zugleich deren Klimabilanz analysiert. 
  
Die TH Köln hat gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern neue Materialien und Konstruktionsansätze entwickelt, die Solarmodule besser recycelbar und reparierbar machen sollen. Im Verbundprojekt „GreenSolarModules“ untersuchten die Forschenden unter anderem dünneres Solarglas, alternative Kunststofffolien und entfernbare Vergussmassen für Anschlussdosen, wie aus einer aktuellen Meldung des Instituts hervorgeht.

Solarmodule bestehen unter anderem aus Glas, Kunststofffolien, Solarzellen, Elektronik und einem Aluminiumrahmen. Weil die Verbindung der Komponenten bislang die Trennung der Materialien und damit Recycling und Reparaturen erschwert, setzte das Forschungsprojekt der Meldung zufolge bei einzelnen Bauteilen und Materialien an. 

„Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben wir Lösungen für energieeffizientere und umweltfreundlichere Materialien sowie ein neues reparierbares Anschlussdosendesign erarbeitet“, erklärt Ulf Blieske vom Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der TH Köln. Er leitete das Teilprojekt zu nachhaltigem Moduldesign und Reparierbarkeit. 

Dünneres Solarglas auf dem Prüfstand

Bei Solarglas untersuchte die Hochschule eine dünnere Variante, deren Herstellung nach Angaben der TH Köln weniger Energie benötigt. Dabei zeigte sich nach Angaben des Forschungsteams, dass bestehende Prüfverfahren aus den einschlägigen Normen nicht ohne Weiteres auf besonders dünne Gläser übertragbar sind. 

Zudem untersuchten die Forschenden den Einsatz des Halbmetalls Antimon, das bei der Glasherstellung verwendet wird. Nach den Ergebnissen des Projekts kann Solarglas auch ohne diesen Zusatz die erforderliche Lichtdurchlässigkeit erreichen. 

Ein weiterer Schwerpunkt waren Kunststofffolien, die Solarzellen vor Umwelteinflüssen und mechanischen Schäden schützen sollen. Getestet wurden Varianten aus natürlichen Rohstoffen wie Holzfasern und Reisabfällen. Einige der untersuchten Materialien erwiesen sich laut TH Köln als stabil und recycelbar. 

Bei Anschlussdosen erprobte das Team entfernbare Vergussmassen zur Isolierung der dort verbauten Elektronik. Dadurch sollen sich etwa defekte Stecker austauschen lassen, ohne die gesamte Anschlussdose beziehungsweise das Modul ersetzen zu müssen. 

Produktion in Deutschland mit geringeren Emissionen

Neben den technischen Arbeiten verglich die TH Köln den ökologischen Fußabdruck und wirtschaftliche Aspekte unterschiedlicher Modulvarianten. Untersucht wurden zwei Modultypen bei einer Produktion in Deutschland und China sowie die Rückgewinnung von Materialien am Ende der Nutzungsdauer. 

Nach Angaben der Hochschule verursacht die Produktion in Deutschland dabei rund ein Viertel weniger Treibhausgasemissionen als die untersuchte Fertigung in China. Das Projekt betrachtete außerdem regulatorische und wirtschaftliche Voraussetzungen für die Markteinführung nachhaltigerer Module. 

Nun soll das Projekt fortgesetzt werden: Ein Teil des Konsortiums hat nach Angaben der TH Köln ein Folgeprojekt zum Recycling von Solarglas beantragt. Als weiteren möglichen Schritt nennt die Hochschule die industrielle Erprobung der entwickelten Lösungen. 

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE koordinierte GreenSolarModules. Neben der TH Köln waren weitere Fraunhofer-Institute und Unternehmen aus der Glas-, Material- und Recyclingwirtschaft beteiligt. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) förderte das Vorhaben nach Angaben der TH Köln über drei Jahre mit rund 4,37 Millionen Euro. Auf das Teilprojekt der Hochschule entfielen etwa 390.000 Euro.

Autorin: Katia Meyer-Tien

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