Europäische Regionen gründen Netzwerk für Holzenergie

Bayern, die Steiermark und spanische Partnerregionen bündeln ihre Interessen, um Holzenergie als Beitrag zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionaler Wertschöpfung sichtbar zu machen.

11.09.2026

Quelle: E & M powernews
 
Bayern, die Steiermark und spanische Regionen haben in Brüssel das Wood Energy Region Network (WERN) gegründet, um nachhaltige Holzenergie europapolitisch zu stärken.

Mehrere europäische Regionen haben am 9. September in Brüssel das Wood Energy Region Network (WERN) gegründet. Das Netzwerk soll Regionen mit einer starken Wald-, Holz- und Bioenergiewirtschaft verbinden und ihre gemeinsamen Interessen in der europäischen Energie-, Klima- und Wärmepolitik vertreten.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen Bayern, die Steiermark sowie die spanischen Regionen Kastilien-La Mancha und Kastilien und León. Der Fachverband Holzenergie (FVH) mit Sitz in Berlin, der die Interessen der Holzenergiebranche in Deutschland vertritt, gehört zu den Mitinitiatoren des Netzwerks.

Mit WERN wollen die beteiligten Regionen gemeinsame Positionen zur Rolle nachhaltiger Holzenergie entwickeln und auf europäischer Ebene sichtbarer machen. Hintergrund sind unter anderem die anstehenden Entscheidungen zum energie- und klimapolitischen Rahmen der Europäischen Union für die Zeit nach 2030.

Das Netzwerk knüpft an den „Pakt Holzenergie Bayern“ an, den die beteiligten Akteure 2024 unterzeichnet hatten. Daraus entstand die Länderinitiative Holzenergie. Diesen Ansatz überträgt das WERN nun auf die europäische Ebene.

Marlene Mortler, Vorstandsvorsitzende des FVH, verwies bei der Gründung auf die Bedeutung der Holzenergie für Regionen mit umfangreichen Waldflächen sowie einer aktiven Forst- und Holzwirtschaft. Diese Regionen wüssten um die Rolle des Energieträgers für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung, erklärte sie.

Holz als nachwachsenden Rohstoff nutzen

Auch mit Blick auf die europäische Wärmepolitik fordert der FVH eine stärkere Berücksichtigung der Holzenergie. Mortler sagte während eines Expertenpanels bei der Veranstaltung, die Energiewende könne nur gelingen, wenn auch die Wärmewende vorankomme. Holzenergie leiste dazu bereits heute einen Beitrag und müsse deshalb in den europäischen Strategien und Aktionsplänen für den Wärmebereich angemessen berücksichtigt werden.

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit am energie- und klimapolitischen Rahmen für die Zeit nach 2030. Aus Sicht des FVH bietet die Gründung des WERN den Regionen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Positionen in diesen Prozess einzubringen.

Nach Angaben des FVH wurden die Potenziale nachhaltiger Holzenergie in europäischen Entwürfen und Strategien der vergangenen Jahre teilweise nicht ausreichend berücksichtigt. Das Netzwerk soll deshalb als gemeinsame Interessenvertretung der beteiligten Regionen dienen und weiter wachsen.

EU-Kommission soll Erfahrungen nutzen

Mortler forderte die Europäische Kommission auf, die Erfahrungen der Regionen stärker in künftige Vorschläge einzubeziehen. Die Regionen zeigten in der Praxis, welchen Beitrag Holzenergie für Klimaschutz, Wärmewende, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung leisten könne, erklärte die FVH-Vorsitzende.

Das WERN wurde bei einer Veranstaltung in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union in Brüssel vorgestellt. Es verbindet Regionen mit einem starken Bezug zu Wald, Holz und Bioenergie. Neben der gemeinsamen politischen Positionierung soll das Netzwerk weitere Regionen aus Europa aufnehmen.

Autorin: Susanne Harmsen

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