Stuttgart verdrängt München als smarteste Großstadt
Der Smart City Index 2026 sieht die Landeshauptstadt Baden-Württembergs vor München und Hamburg. Digitalisierung wird zunehmend zum Standortfaktor für Städte und Kommunen.
10.09.2026
Quelle: E & M powernews
Stuttgart führt den Smart City Index 2026 vor München und Hamburg an. Besonders stark schneidet die Schwabenmetropole bei Energie und Umwelt ab.
Stuttgart führt den Smart City Index 2026 mit 92,8 von 100 Punkten vor München mit 92,0 und Hamburg mit 91,5 Punkten an. Damit löst Stuttgart München an der Spitze des Rankings der 83 deutschen Großstädte ab. Der Digitalverband Bitkom hat das jährliche Ranking jetzt zum achten Mal erstellt. Anlass ist die Smart Country Convention, die der Verband gemeinsam mit der Messe Berlin im Oktober veranstaltet.
Stuttgart erreicht als einzige der untersuchten Städte in allen fünf Kategorien eine Platzierung unter den ersten zehn. Bei Energie und Umwelt liegt die Stadt auf Rang eins, bei der Verwaltung auf Rang drei. Es folgen IT und Kommunikation auf Rang sechs, Gesellschaft und Bildung auf Rang sieben sowie Mobilität auf Rang acht.
„Stuttgart liegt beim Smart City Index vorn, weil sie Digitalisierung in aller Breite angeht und als einzige Großstadt in allen Bereichen liefert: in der Verwaltung ebenso wie bei Mobilität, Energie, Infrastruktur und Bildung“, wird Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst in einer Pressemitteilung zitiert. „München und Hamburg bleiben auf dem Podium. Sie sind bei der Digitalisierung ebenfalls weitergekommen und sind in vielen Bereichen Vorreiter.“
Das durchschnittliche Niveau der untersuchten Städte ist gestiegen. Die 83 Großstädte erreichen im Mittel 73,8 Punkte, nach 70,8 Punkten im Vorjahr. Für eine Platzierung unter den ersten zehn waren 85,5 Punkte erforderlich. 2025 waren es 84,7 Punkte, 2023 reichten 76,6 Punkte.
Einzelkategorien zeigen andere Stärken
In den fünf untersuchten Kategorien stehen teilweise andere Städte an der Spitze. Nürnberg und Krefeld erreichen in der Verwaltung jeweils 100 Punkte. Stuttgart führt bei Energie und Umwelt mit 87,7 Punkten. Hamburg liegt bei IT und Kommunikation mit 96,0 Punkten sowie bei Mobilität mit 100 Punkten vorn. Darmstadt gewinnt Gesellschaft und Bildung mit 98,8 Punkten. Die Ergebnisse der Einzelkategorien weichen damit teilweise deutlich von der Gesamtwertung ab. Krefeld etwa, das sich den ersten Platz bei der Verwaltung teilt, liegt insgesamt auf Rang 45.
Auch Osnabrück, Braunschweig, Berlin, Kiel und Gelsenkirchen erzielen in einzelnen Bereichen deutlich bessere Platzierungen als im Gesamtranking. Osnabrück erreicht bei IT und Kommunikation Rang drei, Braunschweig bei Energie und Umwelt ebenfalls Rang drei. Berlin liegt bei Mobilität auf Rang vier. Kiel erreicht bei IT und Kommunikation Rang sieben, Gelsenkirchen Rang acht.
Als Beispiele für kommunale Digitalisierungsprojekte nennt der Bitkom Dortmund und Solingen. Dortmund betreibt ein Klimamessnetz mit 76 Stationen, das Hitzebelastungen erfasst und über ein interaktives Dashboard darstellt. Solingen entwickelt mit dem Pilotprojekt „SMARTKRIS“ die digitale Krisenkommunikation weiter.
Nach Einschätzung des Bitkom sind viele solcher Projekte im Rahmen befristeter Förderprogramme entstanden. Der Verband fordert deshalb eine dauerhaft finanzierte, bundesweit einheitlich definierte digitale Basisinfrastruktur. Darüber hinaus spricht sich der Bitkom für einen Marktplatz aus, über den Kommunen erprobte Lösungen beschaffen können.
Bayern vor Baden-Württemberg
Auf Ebene der Bundesländer liegt Bayern in diesem Jahr vor Baden-Württemberg. Die bayerischen Großstädte erreichen im Durchschnitt 79,9 Punkte nach 75,1 Punkten im Vorjahr. Baden-Württemberg kommt auf 78,9 Punkte nach 78,2 Punkten.
Es folgen Hessen mit 74,1 Punkten, Niedersachsen mit 73,6 Punkten und Sachsen mit 73,4 Punkten. Sachsen ist damit das einzige dieser fünf Länder, dessen Durchschnittswert gegenüber dem Vorjahr sinkt. Das Land fällt von Rang drei auf Rang fünf.
Städte mit mindestens einer Million Einwohner kommen im Mittel auf 87,5 Punkte. Städte mit 500.000 bis 999.999 Einwohnern erreichen 84,5 Punkte. Die Städte mit 100.000 bis 149.999 Einwohnern liegen bei 66,8 Punkten. Sie verzeichnen mit einem Plus von 4,4 Punkten gegenüber dem Vorjahr zugleich den stärksten Anstieg, heißt es.
Für den Smart City Index wurden laut Bitkom 14.442 Datenpunkte erfasst – 913 mehr als im Vorjahr. Bewertet wurden alle 83 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern. Der Index umfasst die Kategorien Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Die Smart Country Convention 2026 findet vom 13. bis 15. Oktober statt, im Fokus steht die Digitalisierung des öffentlichen Sektors.
Das Ranking mit den Ergebnissen der Einzelkategorien ist als interaktive Anwendung unter smart-city-index.de abrufbar.
Autor: Manfred Fischer
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