Siemens modernisiert Frequenzumrichter für Bard 1

Siemens entwickelt neue Frequenzumrichter-Module für den 400-MW-Windpark und schafft damit die technische Grundlage für einen zuverlässigen Weiterbetrieb.

18.08.2026

Quelle: E & M powernews

Ocean Breeze Energy lässt die Frequenzumrichter seiner 80 Windkraftanlagen von Bard 1 in der Nordsee ab 2026 schrittweise modernisieren. Siemens sorgt damit für den Weiterbetrieb.
 
Die Ocean Breeze Energy GmbH, Eigentümerin und Betreiberin des Offshore-Windparks Bard Offshore 1 in der Nordsee, hat der Siemens AG einen Auftrag über mehrere Millionen Euro zur Modernisierung der Frequenzumrichter erteilt. Die Nachrüstung der neuen Siemens-Umrichtermodule soll Ende 2026 beginnen und bis 2032 schrittweise erfolgen.

Bard Offshore 1 liegt rund 100 Kilometer vor der deutschen Küste und verfügt über 80 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 400 MW. Der Windpark ging 2013 als erster kommerzieller Offshore-Windpark Deutschlands in Betrieb. Die Frequenzumrichter gehören zu den zentralen Komponenten der Windenergieanlagen. Sie sorgen dafür, dass der vom Generator erzeugte Strom für die Einspeisung in das Stromnetz aufbereitet wird. Die bislang eingesetzte Technologie stammt noch aus der Errichtungsphase des Windparks.

Neuentwicklung für den Weiterbetrieb

Grund für die Modernisierung ist laut Ocean Breeze Energy die Abkündigung bestimmter Halbleiter, sogenannter IGBTs. Diese Leistungshalbleiter erreichen nach rund 20 Jahren das Ende ihrer Verfügbarkeit. Ocean Breeze Energy und Siemens haben deshalb seit 2023 an einer Lösung gearbeitet, mit der die bestehenden Frequenzumrichter weiter betrieben werden können.

Dazu entwickelte Siemens neue Leistungseinschübe mit moderner Halbleitertechnik. Die bestehende Technologie musste dafür umfassend qualifiziert und an die neuen Bauteile angepasst werden. Nach rund einem Jahr Entwicklungsarbeit folgte zunächst ein Test an einer Onshore-Windenergieanlage. Ein weiteres Jahr später erprobten die Projektpartner die Lösung unter Offshore-Bedingungen.

Laut Ocean Breeze Energy geht die nun verfügbare Lösung über den reinen Ersatz der abgekündigten Halbleiter hinaus. Die neuen Umrichtermodule sollen eine höhere Betriebssicherheit und ein höheres Leistungsvermögen ermöglichen.

Joachim Arndt, Chief Technical Officer und Geschäftsführer von Ocean Breeze Energy, erklärt, Siemens habe das Unternehmen frühzeitig auf das Auslaufen einer wichtigen Komponente hingewiesen. „Gemeinsam ist eine Lösung für den Weiterbetrieb der BARD-Frequenzumrichter bis in die späten 2030er Jahre entwickelt worden“, unterstrich Arndt. Damit wolle Ocean Breeze Energy die langfristige Nutzung des 400-MW-Windparks sichern.

Ralf Bode, Leiter des Service Centers Nürnberg bei Siemens, betonte, dass „die Erprobung bestätigt, dass die neu qualifizierten Umrichtermodule den Anforderungen der Anlagen entsprechen“. Die Modernisierung soll schrittweise während des laufenden Betriebs erfolgen. Ocean Breeze Energy will damit vermeiden, dass der Windpark für eine umfassende gleichzeitige Umrüstung außer Betrieb genommen werden muss. Die neuen Module sollen ab Ende 2026 sukzessive in den 80 Windenergieanlagen installiert werden.
 
Autorin: Susanne Harmsen

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