Rohrdorfer verdoppelt CO2-Abscheidung

Durch technische Erweiterungen kann die Pilotanlage nun mehr als doppelt so viel CO₂ aus Rauchgasen abscheiden und höhere Reinheitsgrade erreichen.

06.08.2026

Quelle: E & M powernews

Der Zementhersteller Rohrdorfer hat die Leistung in seiner bayerischen Pilotanlage zur Abscheidung von CO2 ausgeweitet.
 
Der Zement- und Betonhersteller Rohrdorfer hat die Leistung seiner Pilotanlage zur CO2-Abscheidung im Zementwerk im oberbayerischen Rohrdorf bei Rosenheim ausgeweitet. Die Mengen sind dabei noch übersichtlich, aber die Anlage kann nun bis zu zwei Tonnen CO2 pro Tag aus dem Rauchgas abscheiden, teilte das Unternehmen mit. Bislang waren es täglich rund 900 Kilogramm. Zugleich sei die Abscheiderate auf bis zu 99 Prozent gestiegen.

Ermöglicht werde die höhere Leistung durch eine zweite sogenannte Absorptionskolonne, die im März eingebaut worden ist, heißt es weiter. Die Pilotanlage ist an die Abgase der Zementproduktion angeschlossen. Bei der Herstellung von Zement entsteht CO2 − sowohl durch den Brennprozess als auch aus dem eingesetzten Kalkstein. Das Rauchgas durchströmt beide Kolonnen nacheinander und bleibt dadurch länger mit einer Aminwaschlösung in Kontakt. Die Waschlösung bindet das CO2, wird anschließend regeneriert und erneut eingesetzt.

Weiterhin wurde Anfang Juli zusätzlich ein sogenannter Oxystripper eingebaut. Nach Angaben von Rohrdorfer entfernt der Oxystripper rund 90 Prozent des in der Aminwaschlösung gelösten Sauerstoffs. Dies soll sowohl die Reinheit des abgeschiedenen CO2 als auch die Lebensdauer der Waschlösung erhöhen.

„Mit der zweiten Kolonne und dem Oxystripper haben wir dabei einen wichtigen Schritt erreicht“, sagte Christian Räthel, Leiter Carbon Capture, Utilisation and Storage (CCUS) im Net-Zero-Emission-Team von Rohrdorfer. Das Unternehmen habe sich den Anforderungen für eine spätere Speicherung des abgeschiedenen CO2 weiter angenähert.

Die Abscheidung ist Teil einer breiter angelegten Strategie zur Verringerung der Emissionen aus der Zementproduktion. Bereits 2024 hatte Rohrdorfer ein weiteres Pilotprojekt angekündigt, bei dem Zementklinker teilweise durch „getemperte Tone“ ersetzt werden soll. Das Verfahren soll den Anteil des besonders CO2-intensiven Klinkers im Zement verringern.

Die beiden Projekte setzen an unterschiedlichen Stellen an: Während getemperte Tone die Entstehung von CO2 vermeiden sollen, zielt die Abscheideanlage auf die Rückgewinnung bereits entstandener Emissionen. Damit kombiniert Rohrdorfer Maßnahmen zur Verringerung des Klinkeranteils mit der technischen Abscheidung von CO2 aus dem Produktionsprozess.

Autor: Stefan Sagmeister

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