Octopus nimmt Ü20-Anlagen in den Blick
Octopus Energy kombiniert Batteriespeicher und Strommarktoptimierung für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb von PV-Anlagen
19.06.2026
Quelle: E & M powernews
Der Weiterbetrieb älterer Photovoltaikanlagen wird für viele Betreiber zur wirtschaftlichen Frage. Ein neues Vermarktungsmodell setzt auf Speicher und Strommarktoptimierung.
Zahlreiche Anlagen, die Anfang der 2000er Jahre installiert wurden, verlieren nach 20 Jahren ihren Anspruch auf die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Technisch funktionieren viele dieser Anlagen weiterhin, wirtschaftlich sinken jedoch die Erträge. Gleichzeitig suchen auch Betreiber neuer PV-Anlagen nach Wegen, ihren selbst erzeugten Strom möglichst effizient zu nutzen. Hier setzt Octopus Energy mit seinem neuen Produkt „SolarUp“ an, das das Unternehmen am 17. Juni vorgestellt hat.
Der Münchner Anbieter digitaler Energiedienstleistungen Octopus Energy kombiniert einen Stromtarif, einen Batteriespeicher, einen neuen Wechselrichter sowie eine Vermarktungsstrategie für Solarstrom zu einem Gesamtangebot. Im Mittelpunkt soll dabei nicht allein die Maximierung des Eigenverbrauchs stehen. Eine Software soll auch den optimalen Einsatz von Eigenverbrauch, Einspeisung und Netzstrombezug steuern.
Eine reine Eigenverbrauchsoptimierung reicht nach Angaben des Münchner Unternehmens häufig nicht aus, um den wirtschaftlichen Betrieb älterer PV-Anlagen langfristig sicherzustellen. Das Unternehmen setzt deshalb auf die Kombination aus Batteriespeicher, Strommarktoptimierung und einer festen Vergütungskomponente für eingespeisten Strom.
Die eingesetzte Technologie analysiert Wetterdaten, Verbrauchsprofile und Börsenpreise. Überschüssiger Solarstrom soll gezielt dann vermarktet werden, wenn die Preise hoch sind. Umgekehrt kann der Speicher in Phasen niedriger Börsenpreise zusätzlich mit Netzstrom geladen werden. Das Unternehmen übernimmt dabei nach eigenen Angaben die Vermarktung und das Marktpreisrisiko.
Speicher und Strommarkt im Zusammenspiel
Für Energieversorger ist der Ansatz vor allem deshalb interessant, weil er die Rolle von Batteriespeichern erweitert. Viele bisherige Angebote konzentrieren sich auf die Erhöhung des Eigenverbrauchs. Octopus verfolgt dagegen ein Modell, das Speicher als Flexibilitätsinstrument für den Strommarkt nutzt.
Laut dem Unternehmen erhalten Kunden eine feste jährliche Pauschale für eingespeisten Strom, die sich an der installierten Leistung der PV-Anlage orientiert. Gleichzeitig zahlen sie einen festen Arbeitspreis für den verbleibenden Strombezug aus dem Netz. Das soll für mehr Planbarkeit sorgen und die Abhängigkeit von schwankenden Marktpreisen reduzieren.
Octopus richtet das Angebot sowohl an Betreiber ausgeförderter Anlagen als auch an Neukunden. Nach Angaben des Unternehmens können die jährlichen Einsparungen gegenüber einem klassischen Strombezug je nach Anlagengröße, Speicherkapazität und Verbrauchsprofil mehr als 1.000 Euro betragen. Als zusätzliche Einflussfaktoren nennen die Münchner Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge.
Autorin: Davina Spohn
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