Neue Fusionshubs für Deutschland: Bayern Innovativ in allen drei Hubs engagiert

30.07.2026

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat die Förderentscheidung für drei neue deutsche Fusionshubs bekannt gegeben. Mit STRIDE, VEGA und MAT-TRIx werden zentrale Technologiefelder für die Entwicklung künftiger Fusionskraftwerke gebündelt. Und mittendrin: Wir, von der Bayern Innovativ. 

Ziel ist es, Forschung und Industrie enger zu verzahnen, fusionsrelevante Wertschöpfungsketten aufzubauen und den Weg zu einem ersten Fusionskraftwerk in Deutschland zu beschleunigen. In der ersten Förderphase stellt das BMFTR rund 125 Millionen Euro bereit. Bayern Innovativ ist in allen drei Fusionshubs mit unterschiedlichen Rollen eingebunden.

STRIDE: Magnetfusion und Stellarator-Fusionskraftwerke

Das Konzept: Der STRIDE Hub bündelt die deutsche Expertise für die Entwicklung von Stellarator-Fusionskraftwerken. Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Start-ups und Industriepartner arbeiten gemeinsam daran, zentrale Technologien für zukünftige Kraftwerke zur Marktreife zu bringen. Im Fokus stehen die Entwicklung und Erprobung neuer Komponenten und Testinfrastrukturen, der Aufbau einer leistungsfähigen industriellen Lieferkette sowie die Ausbildung der Fachkräfte, die für Planung, Bau und Betrieb zukünftiger Fusionskraftwerke benötigt werden.  Koordiniert wird der Hub von Proxima Fusion, Gauss Fusion und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP). Neben den Koordinatoren sind aktuell neun weitere aktive Partner beteiligt. Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Start-ups und Industriepartner arbeiten gemeinsam daran, zentrale Technologien für künftige Stellarator-Kraftwerke weiterzuentwickeln und zur Marktreife zu bringen.

Unsere Rolle: Bayern Innovativ unterstützt dabei insbesondere die operative Umsetzung und Koordination in der Aufbauphase sowie Koordinations- und Netzwerkaktivitäten. Im Mittelpunkt steht der Technologietransfer. 

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VEGA: Laserfusion

Das Konzept: Koordiniert wird der Hub von den beiden deutschen Fusionsunternehmen Marvel Fusion und Focused Energy. Darüber hinaus sind aktuell 14 weitere aktive Partner beteiligt. Der VEGA Hub treibt die Entwicklung der Laserfusion voran und vernetzt hierfür die deutschen Laserfusionsunternehmen mit Forschungseinrichtungen und Industriepartnern. 
Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung von Lasersystemen, Targets und Diagnostik, der Aufbau gemeinsamer Forschungs- und Testinfrastrukturen sowie die Entwicklung einer industriellen Wertschöpfungskette für die spätere Serienfertigung von Fusionskraftwerken. Gleichzeitig schafft der Hub die Voraussetzungen für künftige Demonstrationsanlagen und den Transfer der Technologie in die industrielle Anwendung. 
Der Hub schafft damit die Voraussetzungen für künftige Demonstrationsanlagen, die spätere industrielle Nutzung der Technologien und die Entwicklung einer industriellen Wertschöpfungskette für die Fertigung von Fusionskraftwerken. Der BMFTR sieht hierfür unter anderem die Standorte Biblis sowie Hamburg/Schenefeld als zentrale Forschungs- und Entwicklungsstandorte vor. 

Unsere Rolle: Bayern Innovativ ist im VEGA Hub als Transferpartner genannt. Zu den weiteren genannten Transferpartnern gehören die EurA AG, die Hessen Trade & Invest GmbH – über eine Absichtserklärung des Landes Hessen – sowie SAXFUSION.Bayern Innovativ unterstützt damit in Kooperation mit anderen Netzwerkorganisationen die Vernetzung von Forschung, Unternehmen und Industriepartnern und trägt dazu bei, technologische Entwicklungen schneller in Richtung industrieller Anwendung zu transferieren.

MAT-TRIx: Materialien und Brennstoffkreisläufe

Das Konzept: Der MAT-TRIx Hub wird vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordiniert. Am Hub sind alle vier in Deutschland aktiven Fusionsunternehmen beteiligt: Proxima Fusion, Gauss Fusion, Marvel Fusion und Focused Energy. Daneben wirken aktuell neun weitere aktive Partner mit. 
Der MAT-TRIx Hub entwickelt die grundlegenden Technologien, die für nahezu alle Fusionskraftwerkskonzepte benötigt werden. Dazu zählen neutronenbeständige Materialien, Brutblankets zur Tritiumerzeugung sowie Systeme für den sicheren Umgang mit Tritium. Darüber hinaus stellt der Hub einzigartige Forschungs- und Testinfrastrukturen bereit, mit denen Materialien, Komponenten und Prozesse unter realitätsnahen Fusionsbedingungen untersucht und qualifiziert werden können. So schafft MAT-TRIx die Voraussetzungen für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb zukünftiger Fusionskraftwerke. Karlsruhe soll als führender Standort für Tritium und Brennstoffkreisläufe weiter etabliert werden; außerdem ist der Aufbau des Standorts Gundremmingen vorgesehen.

Unsere Rolle: Bayern Innovativ ist im MAT-TRIx Hub als assoziierter Partner eingebunden. Die assoziierten Partner umfassen weitere Mitglieder des Vereins zur Förderung der Fusionstechnologie, die im technologischen Bereich von MAT-TRIx keine BMFTR-Förderung erhalten.
Bayern Innovativ bringt seine Netzwerke und Kompetenzen in den Bereichen Technologietransfer, Cluster und regionale Innovationsökosysteme ein. Der Hub soll mit starken regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken verbunden werden. Dazu zählen unter anderem Aktivitäten im Umfeld der Materialwissenschaften sowie die Anbindung an bestehende regionale Innovationsstrukturen.

Drei Hubs, ein gemeinsames Ziel

Die drei Fusionshubs decken gemeinsam zentrale technologische Bausteine künftiger Fusionskraftwerke ab: STRIDE entwickelt Stellarator-Kraftwerke auf Basis der Magnetfusion, VEGA treibt die Laserfusion voran und MAT-TRIx arbeitet an Materialien, Brennstoffkreisläufen und den dafür notwendigen Testinfrastrukturen.
Die Förderung der Hubs beginnt im August 2026. Bereits in diesem Jahr sollen die Governance- und Kooperationsstrukturen aufgebaut und schrittweise weitere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben umgesetzt werden. Bis 2029 wird jeder Hub in sechs Phasen um geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte erweitert. 
 

 Dr. Rainer Seßner, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH:

„Die drei Fusionshubs verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit unternehmerischer Dynamik und industrieller Umsetzungskraft. Bayern Innovativ wird sich in allen drei Hubs mit seinen Kompetenzen in Transfer, Vernetzung und Ökosystemaufbau einbringen – in unterschiedlichen Rollen, aber mit einem gemeinsamen Ziel: Technologien schneller in die Anwendung zu bringen und Unternehmen frühzeitig an den entstehenden Wertschöpfungsketten zu beteiligen. So schaffen wir gemeinsam die Grundlagen für eine leistungsfähige Fusionswirtschaft in Deutschland.“

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Partnern die Entwicklung der Fusionsenergie in Deutschland voranzubringen.

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