Leichter zum CO2-Fußabdruck
Praxisnahe Methoden und Beispiele unterstützen insbesondere KMU bei der Ermittlung produktbezogener CO₂-Emissionen und der Erfüllung neuer Nachhaltigkeitsanforderungen.
07.08.2026
Quelle: E & M powernews
Den CO2-Fußabdruck eines Produktes unternehmensübergreifend entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu bestimmen, ist herausfordernd. Ein neuer Leitfaden soll helfen.
Das Projekt „Factory-X“ hat den Leitfaden „PCF Guidance“ veröffentlicht, der Unternehmen bei der standardisierten Berechnung des CO2-Fußabdrucks (Product Carbon Footprint, PCF) ihrer Produkte unterstützen soll. Das Dokument könne das bereits publizierte „Catena-X PCF Rulebook“ um konkrete Berechnungsmethoden und Praxisbeispiele ergänzen, wie das am Projekt beteiligte Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) mitteilt. Der Leitfaden richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen.
Hintergrund sind steigende regulatorische Anforderungen an die Erfassung von Klima- und Emissionsdaten. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie der schrittweisen Einführung des Digitalen Produktpasses im Rahmen der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) wächst der Bedarf an standardisierten Produkt-CO2-Daten entlang der Lieferkette. Viele Zulieferer werden bereits heute von ihren Kunden aufgefordert, entsprechende Daten bereitzustellen.
Der Leitfaden beschreibt, wie sich der CO2-Fußabdruck eines Produkts von der Rohstoffgewinnung bis zum Fabriktor (Cradle-to-Gate) aus Prozess-, Material-, Energie- und Logistikdaten berechnen lässt. Dabei erläutert er unter anderem den Umgang mit Systemgrenzen, Cut-off-Regeln und der Zusammenführung von Emissionsdaten aus Eigenfertigung und Lieferkette.
Ein Schwerpunkt liegt auf der verursachungsgerechten Zuordnung von Energie- und Materialverbräuchen zu einzelnen Produkten. Anhand von drei Berechnungsbeispielen – Frästeil, Schmiedeteil und additiv gefertigte Dämpfergabel – werden Berechnungswege, Datenquellen sowie die Berücksichtigung von Ausschuss, Verpackung und Transporten dargestellt. Darüber hinaus behandelt der Leitfaden auch die Verteilung von Emissionen in Mehrproduktfertigungen.
Die im Leitfaden beschriebenen Daten können den Projektpartnern zufolge über den Factory-X-Datenraum zwischen Lieferanten und Kunden standardisiert ausgetauscht werden, ohne die Datensouveränität der Unternehmen zu beeinträchtigen. Beteiligt an der Ausarbeitung der Handreichung waren neben dem Fraunhofer IWU das Dortmunder Forschungsprojekt Estainium, Siemens und weitere Partner.
Autorin: Katia Meyer-Tien
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