iKWK-Anlage macht aus Flusswasser Wärme für Gießen

Die BHKW liefern bis zu 47 Millionen kWh Strom

Quelle: E&M Powernews

03.07.2026

Ein Trio fischt ab sofort die Wärme aus der Lahn. Die dreigeteilte iKWK-Anlage „PowerLahn“ der Stadtwerke Gießen ist nun offiziell in Betrieb gegangen.

Ein Prunkstück der Wärmewende verrichtet jetzt seine Arbeit. Mit der offiziellen Inbetriebnahme von „PowerLahn“ am 2. Juli haben die Stadtwerke Gießen in Hessen Maßstäbe gesetzt. Die Kombination aus drei Wärmepumpen, die dem Flusswasser Energie entziehen, zwei BHKW und einer elektrischen Direktheizung (P2H-Modul) ist die erste ihrer Art im Bundesland.

Viel Prominenz aus Politik und Energiewirtschaft ließ sich die Feierstunde zur Eröffnung nicht entgehen. Etwa 30 Millionen Euro hat der lokale Versorger sich die innovative Anlage der Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) kosten lassen (wir berichteten).

Die drei Großwärmepumpen produzieren etwa 29 Millionen kWh nachhaltige Wärme pro Jahr, das reicht laut Versorger rechnerisch für 3.900 Haushalte. Hinzu kommen rund 50 Millionen kWh Wärme (für 6.800 Wohnungen) aus den beiden BHKW in der nahegelegenen Energiezentrale, die allerdings auf absehbare Zeit auf Erdgas-Basis laufen. Sobald in ausreichender Menge verfübar, werde die Anlage Biomethan oder Wasserstoff verwenden und „PowerLahn“ dadurch vollständig klimaneutral, so Gießens Stadtwerke-Vorstand Matthias Funk laut einer Mitteilung.
  
Die BHKW liefern zudem bis zu 47 Millionen kWh Strom und versorgen somit rechnerisch 21.000 Haushalte. Insgesamt sinken die Treibhausgas-Emissionen um etwa 10.500 Tonnen pro Jahr. Diese Rechnung bezieht sich auf den Ersatz von zwei ausgedienten Gasturbinen und mehreren Gaskesseln durch die Anlage.

Matthias Funk stellte noch einmal das Power-to-heat-Modul (P2H) heraus. Die elektrische Wärmeerzeugung komme immer dann zum Einsatz, sobald Ökostrom im Überfluss zur Verfügung steht, also bei viel Wind oder Sonne. Mit dem Modul, so Frank, „entlasten wir das Stromnetz und sorgen dafür, dass PV- und Windkraftanlagen seltener vom Netz gehen müssen“.
  
Autor: Volker Stephan

Bayern Innovativ Newsservice

Sie möchten regelmäßige Updates zu den Branchen, Technologie- und Themenfeldern von Bayern Innovativ erhalten? Bei unserem Newsservice sind Sie genau richtig!

Jetzt kostenlos anmelden

iStock©skynny_924814322,