Grüne Fernwärme kostet weniger als fossile
Eine Auswertung von über 700 Fernwärmenetzen zeigt, dass hohe Anteile erneuerbarer Energien und Abwärme häufig mit niedrigeren Wärmekosten für Verbraucher einhergehen.
08.10.2026
Quelle: E & M powernews
Fernwärme aus erneuerbaren Energien und Abwärme ist laut „co2online“ im Schnitt kostengünstiger als Wärme aus überwiegend fossil betriebenen Netzen.
Fernwärme aus Netzen mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent erneuerbarer Energien oder Abwärme kostet im Durchschnitt 2 Cent/kWh weniger als Wärme aus überwiegend fossil betriebenen Netzen. Das geht aus einer Auswertung von „co2online“ hervor. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft hat sich die auf der Transparenzplattform des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) veröffentlichten Preise von mehr als 700 Fernwärmenetzen angesehen. Die Daten seien nach erzeugter Wärmemenge gewichtet und mit Blick auf den Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme ausgewertet worden, heißt es.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ermittelte die Beratungsgesellschaft einen Preis von 15 Cent/kWh für Fernwärme aus überwiegend erneuerbaren Energien und Abwärme. Bei überwiegend fossil betriebenen Netzen waren es 17 Cent/kWh. Für Mehrfamilienhäuser errechneten sich Preise von 14,1 beziehungsweise 16,4 Cent/kWh.
Weniger als 10 Cent/kWh
Wie stark sich die Preise zwischen einzelnen Netzen unterscheiden, zeigen die drei günstigsten Fernwärmepreise der Auswertung. Im sachsen-anhaltischen Mücheln kostet die Kilowattstunde 8,5 Cent. Dort wird die Wärme seit 2008 mit Holzhackschnitzeln erzeugt.
In Dortmund-Scharnhorst liegt der Preis bei 9,6 Cent pro Kilowattstunde. Dort wird unter anderem industrielle Abwärme genutzt. Im bayerischen Schwandorf kostet die Kilowattstunde 9,7 Cent. Die Wärme stammt dort unter anderem aus der Verwertung biologischer Abfälle in einem lokalen Müllkraftwerk. „Die Daten zeigen: Klimaschutz muss bei der Fernwärme nicht automatisch zu höheren Kosten führen. Dort, wo erneuerbare Energien und Abwärme bereits heute eine zentrale Rolle spielen, ist die Wärme im Schnitt sogar günstiger“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von „co2online“.
Langfristig prophezeit die Beratungsgesellschaft einen fünfstelligen Kostenvorteil mit Fernwärme im Vergleich zu Heizungen mit Erdgas oder Erdöl. Über einen Zeitraum von 20 Jahren taxiert sie den Kostenvorteil auf rund 20.000 Euro.
Der AGFW bezifferte in seiner Auswertung im April dieses Jahres den durchschnittlichen Preis im Fall einer Abnahme von 160 kW (Mehrfamilienhaus) auf 15,6 Cent/kWh. Es handelt sich um einen Mittelwert gewichtet nach Fernwärmeabsatz – große Netze wiegen schwerer als kleine. „Für fast den gesamten Wärmeabsatz gelten Preise zwischen 12,5 Cent/kWh und 17,5 Cent/kWh“, schrieb der Verband. Insgesamt waren nach AGFW-Rechnung damals 29 Prozent der gesamten Fernwärmeerzeugung klimafreundlich. 314 der 710 gemeldeten Teilnetze sind zu mindestens 30 Prozent klimafreundlich, hieß es.
Autor: Manfred Fischer
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