Biomasse-Heizwerk versorgt BMW-Werk mit Prozesswärme
Die Anlage soll den Heißwasserbedarf zur Hälfte decken und jährlich rund 20.000 Tonnen CO₂ einsparen.
07.07.2026
Quelle: E & M powernews
Ein neues Biomasse-Heizwerk liefert Prozesswärme für das BMW-Werk in Dingolfing. Die Anlage soll bis zu 50 Prozent des Heißwasserbedarfs decken und 20.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.
Das BMW-Werk in Dingolfing erhält einen Teil seiner Prozesswärme künftig aus einer Biomasseanlage. Betreiber ist die UP Energiewerke GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Dingolfing und Bayernwerk Natur. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich bei der feierlichen Einweihung der Anlage überzeugt: „Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke sind kein Widerspruch, sondern gehören zusammen. Die Partnerschaft zwischen BMW Group, Stadtwerken und Bayernwerk kann ein Modell für die Industrie in Bayern und ganz Deutschland sein“.
Das Biomasseheizwerk verfügt über eine thermische Gesamtleistung von 15 MW und wird über drei Heizkessel betrieben. Es liefert künftig Prozesswärme für den industriellen Bedarf am BMW-Standort. Pro Jahr können bis zu 100 Millionen kWh Wärme erzeugt werden und stellt damit künftig bis zu 50 Prozent des Prozess-Heißwasserbedarfs bereit. Die Investitionen belaufen sich auf 45 Millionen Euro.
Die Projektpartner beziffern die CO2-Einsparung auf rund 20.000 Tonnen pro Jahr. Am Standort Dingolfing sollen die gesamten CO2-Emissionen dadurch um 10 bis 15 Prozent sinken. Generalunternehmer für die Anlagentechnik war die „Schmidmeier NaturEnergie GmbH“ (SBE) aus Zeitlarn bei Regensburg.
Die Anlage versorgt das BMW-Werk über ein Leitungssystem mit Heißwasser. Die Wärme entsteht in drei Heißwasserkesseln, die ganzjährig betrieben werden. Das Heizwerk verfügt zudem über eine eigene Aufbereitung für Altholz. Die erzeugte Wärme gelangt über unterirdische Leitungen in die Energiezentrale des Werks und wird dort in das bestehende Wärmenetz eingebunden. Angaben zur installierten Feuerungsleistung, zum Investitionsvolumen oder zu den Wärmegestehungskosten machten die Projektpartner nicht.
Nach Auskunft des Anlagenbauers SNE wurden einzelne kritische Komponenten wie beispielsweise Pumpen redundant ausgeführt. Zudem ist die Wärmeleistung auf drei Kesselanlagen aufgeteilt, wodurch ein Ausfall unwahrscheinlich ist, teilte das Unternehmen auf Nachfrage der Redaktion mit.
Ein Teil des Brennstoffs stammt direkt vom BMW-Standort. Nach Angaben der Betreiber besteht rund ein Viertel des eingesetzten Holzes aus unbehandelten Verpackungsresten wie Paletten und Transportkisten. Die übrigen Mengen liefern Forstbetriebe aus einem Umkreis von etwa 60 Kilometern. Die Betreiber verweisen darauf, dass es sich um Restholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern handelt. Das Material werde bislang teilweise als Hackschnitzel exportiert. Durch die energetische Nutzung vor Ort soll die regionale Wertschöpfung steigen.
Industrieunternehmen suchen nach Alternativen zu fossilen Energieträgern, um Emissionen zu senken und ihre Wärmeversorgung abzusichern. Biomasse zählt dabei zu den etablierten Optionen für Anwendungen mit hohem und kontinuierlichem Wärmebedarf. Das Projekt in Dingolfing zeigt, dass Biomasse auch in großem Maßstab für industrielle Prozesswärme eingesetzt werden kann. Welche Rolle die Anlage langfristig in der Wärmeversorgung des BMW-Standorts spielen wird und ob weitere Ausbaustufen geplant sind, dazu gaben die Unternehmen keine Auskunft.
Auch zur vertraglichen Ausgestaltung der Wärmelieferung, zur Herkunft der Brennstoffe im Detail sowie zur Berechnung der angegebenen CO2-Einsparungen machten die Beteiligten keine weiteren Angaben.
Autorin: Heidi Roider
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