Baustart für Groß-Batteriespeicher in Bayern
Der Batteriespeicher soll überschüssigen Ökostrom zwischenspeichern, Netzengpässe reduzieren und die Aufnahmekapazität des Verteilnetzes in Mittelfranken erhöhen.
19.10.2026
Quelle: E & M powernews
In Ansbach entsteht ein Batteriespeicher mit 20 MW Leistung und 100.000 kWh Kapazität. Die Anlage soll nicht marktorientiert, sondern netzdienlich eingesetzt werden.
Die Nürnberger N-Ergie Netz GmbH und der Eneuerbaren-Projektierer Max Solar GmbH haben am 15. Oktober in Mittelfranken mit dem Bau eines Batteriespeichers mit 20 MW Leistung und 100.000 kWh Speicherkapazität begonnen. Die Anlage ensteht im Ansbacher Ortsteil Winterschneidbach und ist nach Angaben der Unternehmen „der derzeit größte netzdienlich betriebenen Batteriespeicher Deutschlands nach Paragraf 11a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG)“.
Die Anlage entsteht unmittelbar neben dem Umspannwerk Winterschneidbach im Netzgebiet des Verteilnetzbetreibers N-Ergie Netz. Sie soll überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Verteilnetz einspeisen, wenn entsprechende Netzkapazitäten verfügbar sind. Bei voller Leistung könnte der Speicher seine nominelle Energiemenge über einen Zeitraum von fünf Stunden abgeben.
Anders als bei marktlich betriebenen Batteriespeichern soll sich der Einsatz der Anlage vorrangig an den Anforderungen des Verteilnetzes orientieren. Ziel ist es, bestehende Netzkapazitäten besser auszunutzen und zusätzliche erneuerbare Erzeugungsanlagen in das Stromnetz integrieren zu können.
„Netzdienliche Speicher können einen wichtigen Beitrag leisten, vorhandene Netzkapazitäten effizienter zu nutzen, und den Ausbaubedarf zielgerichtet zu ergänzen“, lässt sich N-Ergie-Netz-Geschäftsführerin Kerstin Fröhlich zitieren.
Max Solar setzt sich in Ausschreibung durch
Nach Unternehmensangaben setzte sich MaxSolar in der Ausschreibung des Netzbetreibers gegen mehr als 20 Wettbewerber durch. Das Vorhaben ist mit der Bundesnetzagentur abgestimmt und zählt laut den Projektpartnern zu den ersten Anwendungen dieser Art im deutschen Verteilnetz.
N-Ergie Netz betreibt ein rund 29.000 Kilometer langes Stromnetz, das Nürnberg, weite Teile Mittelfrankens und angrenzende Gebiete versorgt. Das Netzgebiet umfasst etwa 8.000 Quadratkilometer. Nach Angaben des Unternehmens sind dort bereits mehr als 170.000 Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien angeschlossen.
Um zusätzliche regenerative Erzeugungskapazitäten aufnehmen zu können, plant der Verteilnetzbetreiber in den kommenden Jahren den weiteren Ausbau seiner Netzinfrastruktur. Der Batteriespeicher in Winterschneidbach soll dazu beitragen, zeitliche Unterschiede zwischen Stromerzeugung und verfügbaren Netzkapazitäten auszugleichen.
Angaben zum Investitionsvolumen, zum geplanten Inbetriebnahmetermin und zur vertraglichen Vergütung des netzdienlichen Speicherbetriebs machten die Unternehmen in ihrer Mitteilung nicht.
Autorin: Katia Meyer-Tien
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