Alpiq übernimmt Speicher von Ecostor
Mit dem Erwerb eines der größten Batteriespeicherprojekte Deutschlands baut Alpiq sein Speicherportfolio aus, während Ecostor den technischen Betrieb weiterführt.
26.08.2026
Quelle: E & M powernews
Die Schweizer Alpiq übernimmt von Ecostor den Batteriespeicher Bollingstedt in Schleswig-Holstein. Ecostor bleibt für den technischen und operativen Betrieb verantwortlich.
Das Schweizer Energieunternehmen Alpiq übernimmt die Projektgesellschaft Eco Power One GmbH und damit den Batteriespeicher Bollingstedt von der Eco Stor GmbH. Ecostor ist in Kirchheim bei München ansässig und ein Entwickler und Betreiber von Batteriespeichern. Über den Kaufpreis haben die Unternehmen nach eigenen Angaben Stillschweigen vereinbart. Ecostor bleibt auch nach der Transaktion für die technische Betriebsführung und den operativen Betrieb der Anlage verantwortlich.
Der Batteriespeicher ist seit Juni 2025 in Betrieb. Ecostor hat die Anlage gemeinsam mit dem Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) entwickelt. Dabei kam eines der ersten Flexible Connection Agreements (FCA) für Batteriespeicher in Deutschland zum Einsatz. Die Vereinbarung soll einen verlässlichen Rahmen für den Netzanschluss und den Betrieb des Speichers schaffen.
Transparenter Betrieb
Auch Betriebsdaten der Anlage stellt Ecostor über ein öffentlich zugängliches Dashboard bereit. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich damit zentrale Kennzahlen des Batteriespeichers nachvollziehen. Ecostor sieht darin einen Beitrag zu mehr Transparenz beim Betrieb von Großspeichern. Die Speichermodule haben zusammen eine Leistung von 103,5 MW und eine Kapazität von 238 MWh.
„Mit Bollingstedt investiert Alpiq in ein Projekt, das neue Maßstäbe gesetzt hat – bei der Netzintegration, dem Betrieb und der Transparenz“, erläutert Jörn Rohland, CFO von Ecostor. Die Entscheidung eines internationalen Energieunternehmens für den Speicher bestätige aus seiner Sicht den Ansatz von Ecostor und zeige, dass Erfahrung und Betriebskonzepte am Markt relevant seien.
Ecostor bewertet die Transaktion zugleich als Zeichen für die zunehmende Professionalisierung des deutschen Speichermarktes. Nach Ansicht des Unternehmens entscheidet bei Großspeichern nicht allein die installierte Leistung über die Qualität eines Projekts. Ebenso wichtig seien belastbare Betriebs- und Vermarktungskonzepte sowie die Einbindung in das Stromsystem.
Netzdienlichkeit bewiesen
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Flexible Connection Agreement. „Bollingstedt zeigt, dass Planbarkeit und Netzdienlichkeit keine Gegensätze sind“, sagt Rohland. Die Vereinbarung schaffe einen verlässlichen Rahmen für den Speicherbetrieb und könne dazu beitragen, wirtschaftliche und netzdienliche Anforderungen miteinander zu verbinden.
Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen nach Unternehmensangaben in die Entwicklung weiterer Großspeicherprojekte einfließen. Das Unternehmen will damit den Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland unterstützen und zusätzliches Kapital für neue Projekte mobilisieren.
Die Übernahme knüpft an eine bestehende Zusammenarbeit zwischen Alpiq und Ecostor an. Beide Unternehmen hatten Ende 2025 bereits eine Kooperation im Zusammenhang mit einem Tolling-Vertrag für den Batteriespeicher Schuby bekannt gegeben. Mit dem Erwerb von Bollingstedt weitet Alpiq die Zusammenarbeit mit Ecostor nun aus. Die Transaktion wurde aufseiten von Ecostor von Société Générale als Financial Advisor begleitet. Die rechtliche Beratung übernahm die Kanzlei CMS.
Autorin: Susanne Harmsen
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