Neue Förderung für nachhaltige und resiliente Rohstoffversorgung: COMPASS gestartet
Internationale Forschungskooperationen für kritische Rohstoffe stärken
13.10.2026
Mit der Förderinitiative COMPASS – „Nachhaltige Lösungen für kritische Rohstoffe durch internationale Forschungspartnerschaften“ unterstützt das BMFTR binationale Forschungs- und Innovationsvorhaben. Ziel ist es, neue technologische Lösungen für eine sichere, nachhaltige und resiliente Versorgung mit kritischen Rohstoffen zu entwickeln und gleichzeitig internationale Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auszubauen.
Kritische Rohstoffe als Schlüssel für Zukunftstechnologien
Kritische Rohstoffe spielen eine zentrale Rolle für Zukunftstechnologien, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien, Elektromobilität und Digitalisierung. Deutschland und Europa sind bei ihrer Versorgung in hohem Maße auf Importe angewiesen. Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen von COMPASS technologische und verfahrenstechnische Innovationen entstehen, die Abhängigkeiten reduzieren und eine umwelt- und klimafreundlichere Gewinnung und Aufbereitung primärer Rohstoffe ermöglichen.
Die Förderinitiative unterstützt damit zugleich die Ziele des europäischen Critical Raw Materials Act (CRMA) und der Hightech-Agenda Deutschland.
Von der Exploration bis zur Aufbereitung
Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsansätze entlang der Wertschöpfungskette primärer mineralischer Rohstoffe. Im Mittelpunkt stehen Innovationen für die Erkundung, Gewinnung und Aufbereitung terrestrischer Rohstoffvorkommen. Auch gelöste Metalle in Solen sind eingeschlossen, marine Rohstoffvorkommen hingegen ausdrücklich ausgenommen.
Zu den relevanten Entwicklungszielen gehören unter anderem:
- bessere Bewertung von Rohstoffvorkommen,
- höhere Ressourcen- und Energieeffizienz,
- Verbesserung von Sicherheit, Ausbeute und Prozessstabilität,
- Senkung des Energie- und Wasserverbrauchs,
- Reduzierung von CO₂-Emissionen und weiteren Umweltauswirkungen,
- Entwicklung wirtschaftlicher und umweltverträglicher Extraktionsverfahren.
Die Forschungsergebnisse sollen dabei deutlich über den aktuellen Stand der Technik hinausgehen und möglichst zügig den Weg in die industrielle Anwendung finden.
Internationale Zusammenarbeit im 2+2-Modell
Ein zentraler Ansatz von COMPASS ist die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft über Ländergrenzen hinweg. Die Förderung ist im sogenannten 2+2-Modell vorgesehen: Sowohl in Deutschland als auch im jeweiligen Partnerland sollen mindestens eine Forschungseinrichtung und ein Unternehmen beteiligt sein.
Darüber hinaus können beispielsweise Ressortforschungseinrichtungen wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie Einrichtungen der Länder eingebunden werden. Durch diese Kooperationen sollen Wissens- und Technologietransfer beschleunigt, technologische Expertise aufgebaut und Fachkräfte für den Rohstoffsektor qualifiziert werden.
Chancen für Unternehmen und Forschung
COMPASS adressiert insbesondere Akteure, die technologische Lösungen für eine nachhaltigere Rohstoffwirtschaft entwickeln. Gefragt ist Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen, darunter Naturwissenschaften, Softwareentwicklung, Maschinenbau, Sensorentwicklung und Verfahrenstechnik.
Die geförderten Projekte sollen unter anderem dazu beitragen, den technologischen Reifegrad bestehender Verfahren zu erhöhen, Innovationen schneller in die Anwendung zu überführen, internationale Kooperationen aufzubauen und Forschungsergebnisse beispielsweise durch Schutzrechte, Standardisierung oder Publikationen nutzbar zu machen.
Weitere Förderaufrufe folgen
COMPASS ist als Rahmenbekanntmachung angelegt. Auf ihrer Grundlage beabsichtigt das BMFTR, spezifische Förderaufrufe für Forschungs- und Innovationsvorhaben mit internationalen Partnern zu veröffentlichen. Die konkreten Rahmenbedingungen und Zielwerte werden in den jeweiligen Förderaufrufen festgelegt.