Kickoff für DigiMilchPro: Digitalisierung in der Milchviehhaltung geht in die nächste Runde

29.04.2026, Autor: Christian Metz

Mit dem offiziellen Kickoff‑Treffen im LfL‑Forum Grub ist Ende April 2026 der Startschuss für das Projekt DigiMilchPro gefallen. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Vorgängerprojekts DigiMilch bringt DigiMilchPro die Digitalisierung in der Prozesskette der Milcherzeugung einen entscheidenden Schritt weiter – mit klarem Fokus auf Praxisnähe, Tierwohl und vernetztes Datenmanagement.

Vom Experimentierfeld zur Praxistauglichkeit

DigiMilchPro knüpft direkt an die Strukturen des bundesgeförderten Experimentierfeldes DigiMilch an. Ziel ist es, bewährte digitale Ansätze weiterzuentwickeln und gezielt in die landwirtschaftliche Praxis zu überführen. Im Mittelpunkt stehen moderne digitale Technologien, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, ein optimiertes Datenmanagement sowie die Vernetzung unterschiedlicher Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Milcherzeugung.

Koordiniert wird das Projekt von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) gemeinsam mit einem interdisziplinären Konsortium aus Wissenschaft und Forschung. Beteiligt sind unter anderem die Hochschule Weihenstephan‑Triesdorf, die Ludwig‑Maximilians‑Universität München und die Hochschule Osnabrück. Gefördert wird DigiMilchPro vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und betreut durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis September 2028.

Vier Themenschwerpunkte, ein gemeinsames Ziel

Inhaltlich gliedert sich DigiMilchPro in vier zentrale Teilprojekte, die eng miteinander verzahnt sind:

  • Datenmanagement und Datenvernetzung
    Daten aus Stall, Feld und Managementsystemen sollen besser miteinander verbunden werden. Farmmanagement‑Informationssysteme dienen dabei als zentrale Schnittstelle, um fundierte und datenbasierte Entscheidungen auf Betriebsebene zu ermöglichen.
  • Teilflächenspezifische Grünlandbewirtschaftung
    Digitale Ertrags- und Standortdaten bilden die Grundlage für ein gezieltes und ressourceneffizientes Grünlandmanagement. Ziel ist es, Futterqualität und betriebliche Abläufe weiter zu optimieren.
  • KI‑Einsatz zur Verbesserung des Tierwohls
    Methoden der Künstlichen Intelligenz kommen unter anderem bei der automatischen Erkennung von Lahmheiten oder zur Einschätzung der individuellen Hitzebelastung von Milchkühen zum Einsatz. So sollen Tiergesundheit und Wohlbefinden frühzeitig erkannt und unterstützt werden.
  • Modernes Weidemanagement
    Untersucht wird unter anderem die Kombination von automatischen Melksystemen und Weidehaltung sowie der Einsatz virtueller Weidezäune. Neben tierschutzrelevanten Fragestellungen steht der praktische Nutzen für Milchviehbetriebe im Fokus.

Wissenstransfer als Schlüssel – KNeDL als Projektpartner

Ein eigenes Teilprojekt widmet sich dem Wissenstransfer. Ziel ist es, die Projektergebnisse verständlich aufzubereiten und gezielt in die landwirtschaftliche Praxis zu bringen. Als Projektpartner im Wissenstransfer ist dabei das Kompetenz‑Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL) beteiligt. Über bestehende Netzwerke, Veranstaltungen und Kommunikationsformate unterstützt KNeDL, Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung für Landwirtinnen und Landwirte, Beratung, Industrie sowie weitere Akteure zugänglich zu machen.

So soll sichergestellt werden, dass digitale Lösungen nicht im Projektkontext stehen bleiben, sondern dort ankommen, wo sie gebraucht werden: im betrieblichen Alltag.

Kickoff in Grub: Austausch von Anfang an

Beim Kickoff‑Workshop in Grub kamen Projektpartner, Fachleute aus Praxis und Forschung sowie weitere Interessierte zusammen. Neben der Vorstellung der Projektziele standen vor allem der Austausch und die Diskussion im Mittelpunkt: Welche Herausforderungen prägen heute den Alltag auf Milchviehbetrieben? Wo kann Digitalisierung konkret unterstützen und wo braucht es praxistaugliche Anpassungen?

Genau hier setzt DigiMilchPro an. Das Projekt versteht Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug, das den Alltag auf familiengeführten Milchviehbetrieben spürbar erleichtern soll, durch bessere Entscheidungsgrundlagen, effizientere Abläufe und zusätzliche Unterstützung im Tiergesundheitsmonitoring.

Digitalisierung gemeinsam weiterdenken

DigiMilchPro zeigt, wie Forschung, Praxis und Technologieentwicklung zusammenwirken können. Der Anspruch ist klar: Digitale Lösungen müssen alltagstauglich sein, echten Mehrwert liefern und Vertrauen schaffen. Der Kickoff in Grub war dafür ein wichtiger Auftakt.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Projekt DigiMilchPro und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Mehr zum Projekt finden Sie hier

DigiMilchPro folgt auf DigiMilch - LfL

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