Zahl der tiefengeothermischen Anlagen nimmt zu
Bundesverband Geothermie sieht wachsende Dynamik: 45 Anlagen in Betrieb und deutlich steigende Zahl geplanter Projekte für die Wärmeversorgung
02.03.2026
Quelle: E & M powernews
Der Bundesverband Geothermie hat seine Deutschlandkarte zu den aktuellen Projekten aktualisiert. Er hofft, dass tiefengeothermische Fernwärme weiter an Bedeutung gewinnt.
In Deutschland sind derzeit 45 tiefengeothermische Anlagen in Betrieb. Das sind drei mehr als zu Beginn des Vorjahres, teilt der Bundesverband Geothermie (BVG) mit. Der Verband hat die Anlagen in seiner aktualisierten Landkarte „Tiefe Geothermieprojekte in Deutschland“ zusammengefasst. Sie zeigt alle bestehenden Projekte sowie jene im Bau und in Planung.
43 der 45 Anlagen dienen der Wärmeversorgung. Zwölf speisen zusätzlich Strom in die Netze ein, überwiegend in Kombination mit der Fernwärmelieferung. Die Anlagen erschließen Erdwärme in meist mehreren tausend Metern Tiefe und nutzen diese zur Bereitstellung von Wärme oder Strom, so der BVG weiter.
Die installierte Wärmeleistung der Anlagen summiert sich aktuell auf 442 MW. Nach Einschätzung des Verbandes ist das technische Potenzial deutlich größer. „Perspektivisch könnten tiefengeothermische Anlagen allein mindestens ein Viertel des Wärme- und Kältebedarfs in Deutschland decken“, sagt Geschäftsführer Gregor Dilger.
Der Ausbau nimmt Fahrt auf. Derzeit befinden sich 18 Anlagen im Bau, zwei mehr als im Vorjahr. Besonders stark wächst die Zahl der geplanten Projekte. Aktuell werden 178 Vorhaben geführt, 23 mehr als im Jahr zuvor. Bereits 2024 hatte sich die Zahl der erteilten Aufsuchungserlaubnisse im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt – von 82 auf 155.
Interesse an tiefengeothermischen Anlagen nimmt zu
Der BVG sieht damit ein gestiegenes Interesse an der Tiefengeothermie zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen. Mit dem Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG), das kürzlich in Kraft getreten ist, seien wichtige ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen geschaffen worden.
Hilfreich sei auch der von der Bundesregierung gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Munich Re entwickelte „Förderkredit Tiefengeothermie“, heißt es weiter. Gesetz und Kredit sollen Investitionen auch mit Blick auf Kommunen erleichtern und Risiken insbesondere in der Explorationsphase abfedern (wir berichteten).
Regulatorische Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien, etwa Quoten im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes, werden vom Verband als wirksames Instrument zur Steuerung des Wärmemarktes bewertet. Sie sollten aus Sicht der Branche weiterhin Bestandteil einer langfristig angelegten Energiepolitik bleiben.
„Viele heimische Unternehmen stehen in den Startlöchern und wollen Projekte realisieren, die Arbeitsplätze schaffen, zur Versorgungssicherheit beitragen und unsere Umwelt erhalten. Jetzt ist es wichtig, klare Signale zu senden, dass die Wärme- und Kältewende ungebremst weitergehen soll“, sagt Dilger. „Wir brauchen verlässliche Förderprogramme und ein zugkräftiges Ordnungsrecht.“
Die Deutschlandkarte als PDF wird einmal im Jahr aktualisiert. Weiterhin gibt es auf der BVG-Webseite eine digitale Version.
Autor: Stedan Sagmeister
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