Studie sieht Potenzial für CO2-Abscheidung in Bioenergieanlagen
Studie zeigt wirtschaftliches Potenzial von CO₂-Abscheidung in Bioenergieanlagen – besonders bei Bioethanol
17.03.2026
Quelle: E & M powernews
Das Hauptstadtbüro Bioenergie hat eine Kurzstudie zur Wirtschaftlichkeit der CO2-Abscheidung aus Biomasse veröffentlicht. Die Kosten liegen zwischen 60 und 119 Euro pro Tonne CO2.
Eine Studie von Seeger Engineering hat die Kosten und somit die Wirtschaftlichkeit der CO2-Abscheidung in Bioenergieanlagen untersucht. Vor allem Bioethanol-Anlagen bieten demnach eine der wirtschaftlichsten Bedingungen. Zugleich zeigt die Studie große Unterschiede zwischen den Technologien. Die Studie hat das Hauptstadtbüro Bioenergie am 14. März veröffentlicht.
Seeger Engineering erstellte die Analyse im Auftrag des Hauptstadtbüros Bioenergie und des Bundesverbands der deutschen Bioethanolwirtschaft. Die Untersuchung bewertet die Wirtschaftlichkeit der CO2-Abscheidung bei Anlagen, die gasförmige, flüssige und feste Biomasse einsetzen.
Die geringsten Kosten entstehen nach diesen Ergebnissen bei den Anlagen mit flüssiger Biomasse (Bioethanol) mit rund 60 Euro pro Tonne CO2, da das CO2 hier bereits in hoher Konzentration anfällt und nicht verflüssigt werden muss. Bei der gasförmigen Biomasse, also Biogas- und Biomethananlagen, liegen die Kosten bei etwa 117 Euro pro Tonne, bei der festen Biomasse, den Holzenergieanlagen, bei rund 119 Euro pro Tonne CO2. Als zentrale Kostentreiber identifiziert die Studie vor allem den Energiebedarf, insbesondere für Strom, sowie die Anlagengröße, Auslastung und Wärmeintegration.
Großes Potenzial für Negativemissionen
Neben der Kostenanalyse bewertet die Studie auch das technische Potenzial der CO2-Abscheidung aus Biomasse. Bereits bestehende Bioenergieanlagen könnten nach Angaben der Autoren rund 13,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr abscheiden. Bei einem weiteren Ausbau der Anlagenkapazitäten ließen sich laut einer früheren Untersuchung sogar bis zu 30 Millionen Tonnen jährlich erreichen. Technologien wie BECCS (Bioenergy with Carbon Capture and Storage) und BECCU (Bioenergy with Carbon Capture and Utilization) könnten damit einen Beitrag zum Ausgleich von Restemissionen leisten.
Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, verweist auf die vorhandene Infrastruktur. Viele Anlagen existieren bereits, sodass sich Projekte zur CO2-Abscheidung vergleichsweise schnell realisieren ließen. Für erste Vorhaben schlägt sie eine Anschubfinanzierung vor, etwa aus Mitteln des Emissionshandels oder des Klima- und Transformationsfonds.
Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft sieht ebenfalls politische Voraussetzungen für die Umsetzung. Geschäftsführer Stefan Walter verweist darauf, dass einzelne Bioethanol-Anlagen bereits heute biogenes CO2 für industrielle Anwendungen bereitstellen. „Die weiteren erheblichen Potenziale für die Abscheidung, Speicherung und Nutzung sollten gehoben werden, um auftretende CO2-Restemissionen künftig auszugleichen“, sagt er.
Für eine breitere Nutzung der CO2-Abscheidung fordert der Verband klare regulatorische Rahmenbedingungen. Dazu zählen langfristige Regeln für Transport und Speicherung von CO2 sowie wirtschaftliche Anreize für Investitionen in entsprechende Anlagen.
Autorin: Heidi Roider
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