N-Ergie kommt mit weniger Gewinn und Umsatz gut klar

N-ERGIE meldet rückläufige Zahlen für 2025, treibt aber Investitionen in Netze, Speicher und Flexibilisierung voran

22.04.2026

Quelle: E & M powernews

Trotz Rückgängen in fast allen Geschäftsfeldern zeigt sich der Vorstand des Nürnberger Regionalversorgers N-Energie zufrieden mit dem Bilanzjahr 2025. Das Unternehmen investiert weiter.

Das Nürnberger Energieunternehmen N-Ergie hat die Ergebnisse des Jahres 2024 nicht wiederholen können. Sinkende Preise auf einem sich normalisierenden Markt hätten Umsatz und Gewinn gedrückt, sagte Vorstandssprecher Maik Render am 21. April bei der Präsentation der Zahlen.

Dennoch sei das kommunal getragene Unternehmen – gut 60 Prozent halten die Städtischen Werke Nürnberg, den Rest die Stadtwerke-Kooperation Thüga – laut Render „sehr zufrieden“ mit dem Jahr 2025. Zu Buche stehen ein Gewinn von 161 Millionen Euro (2024: 180 Millionen Euro) und ein Umsatz von 4,2 Milliarden Euro (5 Milliarden Euro). Die Thüga erhält vertragsgemäß gut 25 Millionen Euro, die Städtischen Werke gut 74 Millionen Euro.

55 Millionen Euro dürfe N-Ergie zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und für anstehende Investitionen im Unternehmen behalten, so Render. Und die Franken seien mitten in einem Transformationsprozess. Im Hauptgeschäftsfeld Strom stehen Flexibilisierungsprojekte an. Das reicht von der Digitalisierung der Netze bis hin zu Angeboten für das smarte Eigenheim, mit gekoppelten Smart Metern, Wallboxen, Solaranlagen und Speichern.

Größter netzdienlicher Speicher Bayerns in Sicht

Noch 2026, vermutlich im Sommer, wolle N-Ergie den Spatenstich für den bislang größten netzdienlichen Speicher in Bayern setzen, so Magdalena Weigel, Chefin für Personal und IT. Im Ansbacher Ortsteil Winterschneidbach nahe dem dortigen Umspannwerk entsteht der Großbatteriespeicher mit 20 MW Ein- und Ausspeicher-Leistung sowie einer Gesamtkapazität von 100.000 kWh. Im März 2026 hatte das Traunsteiner Fachunternehmen Maxsolar den Zuschlag von N-Ergie für den Speicherbau erhalten (wir berichteten).

Zu den Ausgaben für das Stromnetz zählen neue Umspannwerke, die teils gebaut und teils in Planung sind. Vier neue Netzkuppelstellen hat N-Ergie im Netzgebiet mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet vereinbart. Strom blieb auch 2025 das lukrativste Geschäft mit 2,76 Milliarden Euro Umsatz (2024: 3,48 Milliarden Euro). Dazu trägt auch der bundesweite Vertrieb an Großkunden bei. Maik Render sieht N-Ergie hier weiter unter den vier größten Versorgern in Deutschland.

Preise bleiben vorerst stabil

Auf Platz zwei bei den Geschäftsfeldern bleibt Erdgas. Hier setzte N-Ergie 940 Millionen Euro um und lag bei einem Rückgang von rund 130 Millionen Euro damit unter der Milliarden-Marke. Dieser Energieträger macht – wie alle fossilen Brennstoffe – nicht nur Freude. Ihn zu ersetzen, bleibt die Herausforderung. N-Ergie will daher zum Beispiel die wachsende Fernwärme umstellen und bindet perspektivisch Wärme und Abwärme aus einem Klärwerk, aus Altholz, Geothermie und innovativer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ein.

Die Preise für die Energiekundschaft blieben vorerst stabil, so Magdalena Weigel. Ob das zu halten ist, sei auch von der Dauer des Krieges der USA und Israels gegen Iran abhängig. An einen sukzessiven Ersatz von Gas durch grünen Wasserstoff ist zunächst nicht zu denken. Weder die öffentliche Anschubfinanzierung für einen gewünschten Elektrolyseur noch ein markttauglicher Preis für das grüne Gas seien in Sicht, so Maik Render.

Autor: Volker Stephan

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