Kommunale Wärmeplanung nach Schema F

Forschungsprojekt entwickelt „Niedersächsischen Wärmeplaner“, ein Geodatenanalyse-Tool zur Standardisierung und Beschleunigung der kommunalen Wärmeplanung

03.03.2026

Quelle: E & M powernews

Ein Forschungsprojekt soll es Kommunen ermöglichen, die Wärmeplanung systematisch zu vereinheitlichen. Wissenschaftler entwickeln dazu ein „Geodatenanalyse-Werkzeug“.

Eine Arbeitsgrundlage für alle Kommunen: „Wir wollen den Nachweis erbringen, dass die für die Wärmeplanung erforderliche Daten- und Auswertungsgrundlage bundeslandweit standardisiert bereitgestellt werden kann“, beschreibt Sascha Koch das Ziel. Der Professor für Informatik an der Jade Hochschule hat ein Forschungsprojekt gestartet, mit dem Kommunen die Wärmewende vergleichbarer und effizienter planen können. „Die typischerweise sehr lange Vorlaufzeit“ für die Datenbereitstellung soll verkürzt werden, Verantwortliche sollen „schneller in die Entscheidungsfindung kommen“, erklärt Koch.

Modellregion ist Niedersachsen. Dort liege ein repräsentativer Querschnitt aller Gemeindegrößen über das gesamte Bundesland verteilt vor. Dadurch sei die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Bundesländer gewährleistet, heißt es. An dem Projekt, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 1,8 Millionen Euro gefördert wird, sind neben der Jade Hochschule die Hochschule Bremen, das Energiecluster OLEC und das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen beiteilgt. Bis Ende 2027 streben die Experten eine „Harmonisierung der Daten- und Methodengrundlage“ für die Wärmeplanung an.

Evaluierung von Ergebnissen mit Modellkommunen

Der „Niedersächsische Wärmeplaner“, so der Projektname, ein interaktives „Geodatenanalyse-Werkzeug“ werden. Dieses Werkzeug soll es Kommunen ermöglichen, Projektergebnisse gemeinsam mit Modellkommunen zu evaluieren, erklärt die Jade Hochschule. Es werde so konzipiert, „dass die Entscheidungshoheit ausdrücklich bei den Kommunen verbleibt“. Gedacht sei es vor allem für kleinere Kommunen, die nicht über eigene Geodatenanalyse-Kompetenzen und entsprechende Werkzeuge verfügen.

Trotz der im Wärmeplanungsgesetz formulierten Vorgaben ist derzeit jedoch nicht zu erwarten, dass Wärmepläne bundesweit in gleich hoher Qualität und mit komplett einheitlicher Methodik entwickelt werden, schreiben die Wissenschaftler. Diese Heterogenität erschwere Vergleichbarkeit, Zusammenarbeit und Fortschreibung der Wärmepläne erheblich. Der Niedersächsische Wärmeplaner soll hier helfen. 

Autor: Manfred Fischer

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