Kartellamt warnt vor steigender Machtkonzentration
Bericht 2024/25 des Bundeskartellamts sieht RWE und Leag häufiger als „unverzichtbar“ – knappe steuerbare Kapazitäten treiben Preisspitzen
20.02.2026
Quelle: E & M powernews
Das Bundeskartellamt sieht für 2024/25 eine gestiegene Marktmacht großer Stromerzeuger in Deutschland. Ursache sind geringere steuerbare Kapazitäten und knapperes Angebot. | |
Das Bundeskartellamt hat am 19. Februar 2026 seinen Marktmachtbericht 2024/25 vorgelegt. Die Behörde mit Sitz in Bonn untersucht darin die Wettbewerbsverhältnisse bei der Stromerzeugung und beim erstmaligen Stromabsatz für den Zeitraum von Mai 2024 bis April 2025. Unverzichtbare Anlagen im BlickFür die Bewertung von Marktmacht stellt das Bundeskartellamt nicht primär auf Marktanteile ab. Entscheidend ist vielmehr, wie häufig ein Unternehmen mit seinen Anlagen für die Versorgung unverzichtbar ist. Überschreitet der Anteil dieser sogenannten pivotalen Stunden fünf Prozent der Jahresstunden, spricht dies für eine marktbeherrschende Stellung. Laut Bericht liegt RWE deutlich über dieser Schwelle. Auch für die Leag werden Werte oberhalb der Vermutungsschwelle festgestellt. EnBW erreicht Werte nahe der Grenze, überschreitet sie jedoch nicht. Gegen Aufteilung der deutschen StromgebotszoneKritisch bewertet das Bundeskartellamt zudem Überlegungen zu einer möglichen Aufteilung der deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone. Eine Trennung könnte nach Einschätzung der Behörde die Marktmacht großer Anbieter weiter verstärken. Stromimporte und RegelenergiemärkteGleichzeitig hat die Bedeutung von Stromimporten zugenommen. In rund einem Viertel der Stunden des Berichtszeitraums konnte die Nachfrage in Deutschland nur mithilfe von Importen vollständig gedeckt werden. Importmöglichkeiten können Marktmacht begrenzen, ihre Wirkung hängt jedoch von verfügbaren grenzüberschreitenden Leitungen und ausländischen Erzeugungskapazitäten ab. | |
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