Genossenschaften gestalten Energiewende sozial
Studie zeigt Potenziale von Bürgerenergiegenossenschaften für mehr soziale Teilhabe an der Energie- und Wärmewende
26.01.2026
Quelle: E & M powernews
Eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) zeigt, wie Bürgerenergiegenossenschaften die Energie- und Wärmewende sozial gerechter gestalten können. | |
Bürgerenergiegenossenschaften können einen Beitrag zu einer sozial ausgewogenen Energie- und Wärmewende leisten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Bürgerenergiegenossenschaften für eine sozial gerechte Energie- und Wärmewende: Handlungsmöglichkeiten und Hemmnisse“, die das „Öko-Institut“ in Darmstadt im Auftrag der Genossenschaft Elektrizitätswerke Schönau (EWS) erstellt hat. Genossenschaften ermöglichen TeilhabeBürgerenergiegenossenschaften verfügen aus Sicht der Studienautorautoren über spezifische Ansatzpunkte, um diese Lücke zu verkleinern. Dazu zählen ihre demokratische Organisationsform, ihre regionale Verankerung sowie ein Selbstverständnis, das nicht ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. „Als Energiegenossenschaft in Bürgerhand ist es uns wichtig, dass die Energiewende nicht nur dezentral und demokratisch, sondern auch sozial gerecht gestaltet wird“, sagte Armin Komenda, Vorstandsmitglied der EWS. Mitgliedschaft verbreiternAuch der Zugang zur Mitgliedschaft in Genossenschaften spielt eine wichtige Rolle. Hohe Mindestanteile stellten für viele Menschen eine Hürde dar. Als mögliche Lösungsansätze nennt die Studie unter anderem niedrige Einstiegssummen, Patenschafts- oder Geschenkanteile sowie solidarische Fonds. Als Beispiel führt das Öko-Institut die belgische Energiegenossenschaft Ecopower an, die gemeinsam mit einer Kommune einkommensschwächeren Haushalten den Zugang zur Mitgliedschaft ermöglicht habe. Hemmnisse abbauenDie Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das soziale Potenzial von Bürgerenergiegenossenschaften bislang nicht ausgeschöpft ist. Gründe seien weniger fehlendes Engagement als vielmehr strukturelle und organisatorische Hemmnisse. Insbesondere kleinere, ehrenamtlich organisierte Genossenschaften verfügten häufig nicht über ausreichende Kapazitäten, um zusätzliche soziale Angebote umzusetzen. Politischen Rahmen verbessernAuch die Politik sieht die Studie in der Verantwortung. Notwendig seien laut den Autorinnen und Autoren verbesserte Rahmenbedingungen für Energy Sharing, mehr Anreize für Teilhabe sowie Maßnahmen zur Netz- und Systemdienlichkeit. Zudem solle der Zugang zu Fremdkapital für Genossenschaftsprojekte erleichtert werden, etwa durch ein bundesweites Bürgschaftsprogramm. Förderinstrumente wie die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze sollten nach Einschätzung des Ökoinstituts fortgeführt werden. | |
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