Erneuerbare können Regionen Milliarden bringen
Studie zeigt: Wind- und Solarenergie könnten jährlich Milliarden in die Regionen bringen und über 100.000 Jobs schaffen
28.04.2026
Quelle: E & M powernews
Der Ausbau erneuerbarer Energien kann lokale Wertschöpfung und den regionalen Arbeitsmarkt enorm stärken. Dies zeigt eine Studie des IÖW und der IW Consult.
Wenn Deutschland seine Ausbauziele für Wind- und Solarenergie erreicht, hat das unmittelbar positive Auswirkungen auf Deutschlands Städte und Landkreise: Auf 21 Milliarden Euro direkte Wertschöpfung jährlich und 101.600 Vollzeitarbeitsplätze beziffert die Studie „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien“ des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) diese Effekte. In Auftrag gegeben hat die Studie das Bundeswirtschaftsministerium noch in der Regierungszeit der Ampelkoalition. Die Ergebnisse sind nun auf der Seite des Ministeriums abrufbar. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und das IÖW stellen sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung vor.
In den Regionen verbleiben würden der Studie zufolge jährlich rund 12,4 Milliarden Euro. Fast die Hälfte fließe aus den Standortregionen ab, da die Anlagen nicht lokalen Akteuren, sondern externen Investoren gehörten. „Finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und kommunale Investitionen könnten dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung vor Ort bleibt und mehr Anwohner von der Energiewende profitieren. Das kann außerdem die Akzeptanz erhöhen“, kommentiert Dr. Steven Salecki, Co-Autor der Studie und Volkswirt am IÖW.
Die Studie kombiniert quantitative Modellierungen für alle rund 400 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland mit qualitativen Analysen von Praxisbeispielen. Demnach profitieren vor allem ländliche Regionen mit großen Flächenpotenzialen von der lokalen Energieerzeugung – mit mehr Steuereinnahmen, neuen Arbeitsplätzen und Gewinnen ansässiger Unternehmen.
In Bezug auf die Wertschöpfungseffekte seien auch deutliche Unterschiede sichtbar geworden, schreiben die Autoren – etwa ein Nord-Süd-Gefälle der Windenergiepotenziale. Aber Beispiele süddeutscher Landkreise zeigten, dass Erneuerbare auch dort ausgebaut werden und regionalwirtschaftliche Konzepte Vorteile bringen könnten.
Dementsprechend fällt auch die Empfehlung der Autoren aus: Regionen sollten den Erneuerbaren-Ausbau aktiv gestalten und finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger von Anfang an mitdenken. Erleichtert werden könne dies vonseiten der Politik durch den Abbau gesetzlicher Hürden, optimierte Ausrichtung der Förderprogramme und eine Stärkung regionaler Energieagenturen und die Bereitstellung neuer Beteiligungsrichtlinien in Planungsprozessen.
Die vollständige Studie „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien“ ist auf den Internetseiten des IÖW und des Bundeswirtschaftsministeriums abrufbar.
Autorin: Katia Meyer-Tien
Das könnte Sie auch interessieren
Bayern Innovativ Newsservice
Sie möchten regelmäßige Updates zu den Branchen, Technologie- und Themenfeldern von Bayern Innovativ erhalten? Bei unserem Newsservice sind Sie genau richtig!