Energieeffizienz beginnt mit guten Verbindungen
Die Bayerische EnergieEffizienz-Netzwerk-Initiative (BEEN-i) bringt Menschen, Ideen und neue Perspektiven für mehr Energieeffizienz zusammen
30.10.2026
Wie können Unternehmen Energieeffizienz strategisch nutzen? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung des BEEN-i-Projekts am 28.10.2026 am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg. Fachleute und Unternehmen kamen zusammen, um Impulse zu erhalten, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Mit dem einen großen Ziel: ein neues BEEN-i Netzwerk in Mittelfraken zu gründen.
Fünf Erkenntnisse aus der Praxis
1. Erfahrungsaustausch beschleunigt die Umsetzung
Unternehmen können von bereits erprobten Lösungen anderer profitieren, statt technische und organisatorische Herausforderungen allein zu bewältigen. Der Austausch schafft Orientierung, kann Unsicherheiten reduzieren und die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen unterstützen.
Stefan Pfenning, Senior Project Manager Energy bei Knauf Gips KG, hob den Mehrwert der Netzwerkarbeit hervor: Unternehmen können sich etwa über neue Technologien, Fördermöglichkeiten und gesetzliche Anforderungen austauschen. Wie wichtig ein systematisches Vorgehen ist, zeigt das Beispiel der Druckluftversorgung bei Knauf. Zunächst werden Einsparpotenziale analysiert und Leckagen beseitigt. Das vorgestellte Konzept sieht außerdem Sensorik an Kompressoren, auf Hallenebene und bei Verbrauchern sowie ein aktives Leckagemanagement vor.
Erfahrungen anderer Unternehmen mit Technologien und Umsetzungsprozessen können dabei helfen, passende Lösungen schneller zu finden und Fehler zu vermeiden.
2. Energieeffizienz ist auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
Energieeffizienz ist nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit. Intelligente Energiesysteme, ein optimierter Umgang mit Lastspitzen und die bessere Nutzung selbst erzeugten Stroms können auch wirtschaftliche Potenziale erschließen.
Tim Pößniker, Leiter Gebäudemanagement und Arbeitssicherheit bei der Baumann GmbH, stellte ein Batteriespeichersystem mit einer Speicherkapazität von 1,2 MWh und einer Speicherleistung von 740 kW vor. Die Gesamtleistung der Photovoltaikanlage beträgt 580 kW. Das System verbindet mehrere Anwendungen: die Optimierung des PV-Eigenverbrauchs, atypische Netznutzung und einen kostenoptimierten Stromeinkauf. Prognosen, Echtzeitregelung und laufende Anpassungen sollen zur Kostenminimierung beitragen.
Auch bei Baumann geben Netzwerke Input und Mehrwert, um sich über umgesetzte Effizienzmaßnahmen und regulatorische Entwicklungen auszutauschen, unter anderem zu Speichern und Netzentgelten. Das Beispiel zeigt, wie Energiemanagement und wirtschaftliche Optimierung zusammengedacht werden können.
3. Aus Wissen werden konkrete Maßnahmen
Energieeffizienz entfaltet ihre Wirkung, wenn aus Analysen und Konzepten konkrete Projekte werden. Dass bereits gezielte technische Maßnahmen messbare Einsparungen ermöglichen, zeigte Patrick Wölfel, Leiter Netzbetrieb der Flughafen Nürnberg Energie GmbH.
Am Flughafen Nürnberg wurde die Vorfeldbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet. Das spart jährlich rund 550.000 kWh Strom. Außerdem wurden acht Combi-Jets auf Batteriepacks umgerüstet und vier stationäre Stromversorgungen installiert. Dadurch werden rund 55.000 Liter Diesel beziehungsweise Heizöl eingespart. Darüber hinaus verfolgt der Flughafen ein umfassendes Transformationskonzept für die Energieversorgung, das unter anderem Photovoltaik, Batteriespeicher und Wärmenetze umfasst.
Wölfel betonte, dass Fachnetzwerke Zugang zu aktuellen Informationen, praxiserprobten Lösungsansätzen und den Erfahrungen anderer Unternehmen bieten. Dieser Wissenstransfer kann Unternehmen dabei unterstützen, ihr Energiemanagement weiterzuentwickeln.
4. Branchenübergreifende Vernetzung eröffnet neue Perspektiven
Der Blick über den eigenen Unternehmenskontext hinaus kann neue Impulse liefern. Am Flughafen Nürnberg stehen beispielsweise Wärmenetze, die Elektrifizierung von Betriebsfahrzeugen und die Integration erneuerbarer Energien im Fokus. Bei Knauf geht es unter anderem um energieintensive Produktionsprozesse, Druckluftsysteme, Beleuchtung und die Elektrifizierung der Logistik.
Trotz unterschiedlicher betrieblicher Anforderungen beschäftigen beide Unternehmen ähnliche Fragen:
- Welche Technologien sind geeignet?
- Wie lassen sich Einsparpotenziale erkennen?
- Welche regulatorischen Anforderungen sind zu berücksichtigen?
Patrick Wölfel und Stefan Pfenning machten deutlich, wie wertvoll der Austausch über Branchen- und Unternehmensgrenzen hinweg sein kann. Eine Lösung aus einem anderen Unternehmen oder einer anderen Branche kann den Anstoß für Verbesserungen im eigenen Betrieb geben.
5. Netzwerke schaffen langfristigen Mehrwert
Energieeffizienz ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Regelmäßiger Austausch und aktuelles Fachwissen helfen Unternehmen, Entwicklungen im Blick zu behalten und ihre Strategie weiterzuentwickeln.
Der Flughafen Nürnberg ist in zwei Fachnetzwerken aktiv. Dort tauschen sich Energiemanager und technische Fachkräfte regelmäßig zu aktuellen Entwicklungen, Anforderungen der DIN EN ISO 50001 und technischen Lösungen wie Wärmepumpen und Energiespeichern aus. Auch die Baumann GmbH nutzt Netzwerke, um Erfahrungen zu umgesetzten Maßnahmen und neuen regulatorischen Entwicklungen zu teilen. Tim Pößniker nannte dabei unter anderem Fragen zu Batteriespeichern, Ladeinfrastruktur und Netzentgelten.
So erhalten Unternehmen kontinuierlich neue Impulse und können ihre Energieeffizienzstrategie an technische, wirtschaftliche und regulatorische Veränderungen anpassen.
"Die Praxisbeispiele haben gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit steckt. Wenn Unternehmen ihre Erfahrungen teilen, voneinander lernen und bewährte Lösungen weitergeben, können Energieeffizienzmaßnahmen schneller und zielgerichteter umgesetzt werden. Genau diesen Mehrwert möchten wir mit einem neuen BEEN-i-Netzwerk in Mittelfranken schaffen."
Ina Schabesberger
Bayern Innovativ GmbH
Austausch, der verbindet
Neben den fachlichen Beiträgen bot die Veranstaltung Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Perspektiven aus unterschiedlichen Unternehmen und Bereichen kennenzulernen. Der Veranstaltungsort am Nürnberger Flughafen war dabei das beste Praxisbeispiel für nationale und internationale Verbindungen über Nürnberg und Bayern hinaus und zwischen Menschen und Ideen rund um Energieeffizienz.
Wir bedanken uns bei unserem Gastgeber Albrecht Dürer Airport Nürnberg und allen Referierenden für die Praxiseinblicke sowie bei allen Teilnehmenden für die offenen Gespräche und wertvollen Impulse.
Weitere Informationen zur Netzwerkinitiative finden Sie auf der Projektwebsite von BEEN-i. Sie möchten uns über Ihre Erfolgsgeschichte Berichten? Dann nutzen Sie den Aufruf zur 10. Jahresveranstaltung am 24. Februar 2027 und melden Sie sich bei uns.
Text: KI-redigiert
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