Elektrizität ist der Stoff der Zukunft

IEA prognostiziert stark wachsenden Strombedarf und steigenden Anteil CO₂-freier Stromerzeugung bis 2030

09.02.2026

Quelle: E & M powernews

Die Internationale Energieagentur hat ihren Strommarktbericht für 2026 veröffentlicht. Der Strombedarf steigt, die CO2-freie Erzeugung auch.

 

Nach Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) wächst die globale Stromnachfrage bis 2030 im Durchschnitt um mehr als 3,5 Prozent pro Jahr. Das geht aus dem neuen Bericht „Electricity 2026“ hervor, den die IEA mit Sitz in Paris veröffentlicht hat. Damit steigt der Stromverbrauch mindestens zweieinhalbmal schneller als der gesamte Energiebedarf.

Der Anteil erneuerbarer Energien und der Kernenergie an der weltweiten Stromerzeugung wird nach IEA-Einschätzung bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf 50 Prozent steigen. Parallel dazu nimmt auch die Stromerzeugung aus Erdgas weiter zu.

Treiber sind vor allem die zunehmende Elektrifizierung der Industrie, der weitere Hochlauf der Elektromobilität, ein steigender Einsatz von Klimaanlagen sowie der Ausbau von Rechenzentren und Anwendungen künstlicher Intelligenz.

Während Schwellen- und Entwicklungsländer weiterhin den größten Teil des Nachfragewachstums tragen, nimmt auch der Stromverbrauch in den Industrieländern wieder zu – nach rund 15 Jahren weitgehender Stagnation. Auf sie entfällt laut IEA etwa ein Fünftel des globalen Nachfrageanstiegs bis 2030.

Erneuerbare überholen Kohle

Auf der Erzeugungsseite stehen erneuerbare Energien kurz davor, die Kohle zu überholen. Nach Angaben der IEA erreichte die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2025 nahezu das Niveau der Kohleverstromung und überholt diese nun, insbesondere durch den starken Ausbau der Photovoltaik.

Auch die Stromproduktion aus Kernenergie stieg zuletzt auf ein neues Rekordniveau. Bis 2030 sollen erneuerbare Energien und Kernkraft zusammen rund die Hälfte des weltweiten Stroms liefern, nach derzeit 42 Prozent.

Die Stromerzeugung aus Erdgas nimmt ebenfalls zu, gestützt durch die wachsende Nachfrage in den USA sowie den weiteren Umstieg von Öl auf Gas im Nahen Osten. Die Kohleverstromung verliert dagegen weltweit an Bedeutung und fällt bis zum Ende des Jahrzehnts auf das Niveau von 2021 zurück. In der Folge bleiben die globalen CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung laut IEA bis 2030 in etwa konstant.

Der Bericht weist zugleich auf wachsende Herausforderungen für die Stromsysteme hin. Mehr als 2.500 GW an Projekten – darunter erneuerbare Energien, Speicher und Großverbraucher wie Rechenzentren – stecken derzeit weltweit in Netzanschlusswarteschlangen fest. Durch den Einsatz netzunterstützender Technologien und regulatorische Reformen könnten kurzfristig bis zu 1.600 GW dieser Projekte integriert werden.

So heißt es in dem Bericht: „In diesem Zeitalter der Elektrizität wächst der globale Stromverbrauch bis 2030 so stark, als würden mehr als zwei Europäische Unionen hinzukommen.“ Um den Bedarf zu decken, müssten die jährlichen Investitionen in Stromnetze bis 2030 um 50 Prozent steigen.

Zugleich betont die IEA die Bedeutung von Flexibilität und Versorgungssicherheit. Der Ausbau stationärer Batteriespeicher hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Energieagentur hebt besonders Kalifornien,Texas, Deutschland, Südaustralien und Großbritannien hervor. Gleichzeitig steigen die Strompreise in vielen Ländern schneller als die Einkommen, was Haushalte und Industrie belastet. Die IEA fordert daher effizientere Marktregeln, resilientere Netze und eine stärkere Absicherung kritischer Infrastrukturen gegen Extremwetter, Cyberangriffe und andere Risiken.

Der Bericht „Electricity 2026: Analysis and forecast to 2030“ kann auf der Internetseite der International Energy Agency heruntergeladen werden.

Autor: Stefan Sagmeister

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