Baubeginn für größte Flusswasser-Wärmepumpe in Europa

27.07.2026

Quelle: E & M powernews

Gemeinsam mit den Wirtschaftsministerinnen aus Berlin und Düsseldorf wurde in Köln der Grundstein für die Großwärmpumpe im Rhein gelegt.
  
Auch die Bundeswirtschaftsministerin war nach Köln gekommen: Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat CDU-Politikerin Katherina Reiche am 23. Juli den Grundstein für die Flusswasser-Wärmepumpe in Köln-Niehl gelegt.
Dort entsteht Europas größte Anlage dieser Art. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 280 Millionen Euro, davon trägt der Bund rund 100 Millionen Euro. Gebaut und betrieben wird sie vom Kölner Versorger Rheinenergie.

Für die Rheinenergie handelt es sich um die zweitgrößte Einzelinvestition ihrer Unternehmensgeschichte. „Die Flusswasser-Wärmepumpe ist die zweitgrößte Einzelinvestition unserer Unternehmensgeschichte“, wird Vorstandsvorsitzender Andreas Feicht in einer Mitteilung zitiert.

Bundeswirtschaftsministerin Reiche hob die Bedeutung des Projekts für die Wärmewende hervor. Ziel sei es, „unsere Energieversorgung breiter aufzustellen – mit einheimischen Energiequellen wie dem Rhein“. Nach Unternehmensangaben unterstreicht die Teilnahme der Ministerin die bundespolitische Bedeutung des Vorhabens.

Weniger als 1 Prozent des Flusswassers

Die Großwärmepumpe besteht aus drei Modulen mit jeweils 50 MW Leistung und arbeitet künftig mit den bestehenden Gas- und Dampfturbinenanlagen am Standort Niehl zusammen. Die Anlage soll ab 2028 in Betrieb gehen und bis zu 50.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen und wird in das Kölner Fernwärmenetz eingebunden. Bei niedrigen Strompreisen übernimmt die Wärmepumpe die Wärmeproduktion, während bei hohen Strompreisen die konventionellen Anlagen einspringen.

Technisch nutzt die Anlage die Umweltwärme des Rheins. Dafür wird im Durchschnitt weniger als ein Prozent des Flusswassers entnommen. Die Wärme wird laut Rheinenergie auf ein Kältemittel übertragen, das in einem geschlossenen Kreislauf verdichtet wird und Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius erreicht. Das abgekühlte Rheinwasser fließt anschließend wieder in den Fluss zurück. Mit der Technik werden jährlich mindestens 100.000 Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart.

Generalunternehmer des Projekts ist die Everllence SE. Die wesentlichen Komponenten der Wärmepumpe wurden bereits in Deutschland gefertigt, darunter Kompressoren in Oberhausen und ein Integralgetriebe in Berlin.

„Die Großwärmepumpe in Köln zeigt die Innovationskraft und die tragende Rolle des deutschen Maschinenbaus für die Wärmewende in Europa“, sagte Everllence-Technologievorstand Gunnar Stiesch. Die eingesetzte Technik sei skalierbar und könne damit auch für weitere Großprojekte in Deutschland und Europa als Vorbild dienen.

Autor: Stefan Sagmeister

Bayern Innovativ Newsservice

Sie möchten regelmäßige Updates zu den Branchen, Technologie- und Themenfeldern von Bayern Innovativ erhalten? Bei unserem Newsservice sind Sie genau richtig!

Jetzt kostenlos anmelden

iStock©skynny_924814322,