Wenn zwei Technologien zusammenarbeiten: Ein Test auf Pilzresistenzen
03.11.2026
Manchmal hängt die Behandlung einer Infektion davon ab, ob ein Erreger gegen ein Medikament resistent ist. Ein gemeinsames Projekt von unserem Partner AmplexDiagnostics und Scope Biosciences zeigt, wie zwei unterschiedliche Technologien dabei helfen können, diese Frage gezielt zu untersuchen und gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.
Ein Hefepilz kann eine Infektion auslösen – doch nicht jedes Medikament wirkt gegen jeden Erreger. Bei dem Pilz Candida auris ist es deshalb wichtig zu wissen, ob er eine Veränderung in seinem Erbgut trägt, die mit einer Medikamentenresistenz verbunden ist. Ein neuer Test, entwickelt von AmplexDiagnostics und Scope Biosciences, sucht gezielt nach einer solchen Veränderung.
Der Test heißt eazySNP C. auris FKS1 S639. Sein Ziel ist eine bestimmte Stelle im Erbgut des Pilzes. Dort kann sich ein einzelner Baustein verändern. Dieser kleine Unterschied kann ein Hinweis darauf sein, dass der Pilz auf eine Gruppe von Medikamenten – sogenannte Echinocandine – möglicherweise nicht wie erwartet anspricht.
Doch wie findet man einen so kleinen Unterschied? Dafür kombiniert der Test zwei Verfahren, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Das erste heißt LAMP. Es vervielfältigt das gesuchte Erbgut, damit genug davon für die Untersuchung vorhanden ist. Das zweite Verfahren nutzt CRISPR – eine Technologie, die bestimmte Abschnitte im Erbgut erkennen kann. Zwei Technologien von zwei Unternehmen. Zusammengenommen helfen die beiden Verfahren, die gesuchte Veränderung aufzuspüren.
Genau hier kommt die Zusammenarbeit ins Spiel. Scope Biosciences brachte seine CRISPR-Technologie ein. AmplexDiagnostics integrierte sie in eine Plattform für diagnostische Tests. So entstand aus zwei spezialisierten Bausteinen eine gemeinsame Anwendung: Mit dem Gerät eazyMini lässt sich das Erbgut aus einer Kolonie des Pilzes untersuchen. Laut den Projektangaben liegt das Ergebnis nach etwa 45 Minuten vor.
Das Beispiel macht anschaulich, was Zusammenarbeit im Sinne von „Schwarmwissen“ bewirken kann. Die Partner mussten nicht dieselbe Expertise mitbringen. Entscheidend war, dass sie unterschiedliche Fähigkeiten zusammenführten: die Technologie, mit der eine bestimmte Erbgutveränderung erkannt werden kann, und die Erfahrung, daraus einen diagnostischen Test zu entwickeln und in eine Plattform einzubinden.
Für Scope Biosciences ist das Projekt ein Schritt, die eigene Technologie aus einem Forschungs- und Entwicklungszusammenhang in ein konkretes Produkt für die Humandiagnostik zu überführen. AmplexDiagnostics arbeitet nach eigenen Angaben bereits länger mit molekularen Testverfahren, die unter anderem Bakterien, Pilze und Resistenzmarker nachweisen. Die Partner konnten also an unterschiedliche Erfahrungen anknüpfen – und sie für eine gemeinsame Fragestellung nutzen.
Der Test trägt eine CE-Kennzeichnung nach der europäischen Verordnung für In-vitro-Diagnostika. Der konkrete Mehrwert der Kooperation liegt zunächst darin, zwei Technologien zu einem anwendbaren diagnostischen Test verbunden zu haben. Statt Wissen nur auszutauschen, haben die Partner ihre Kompetenzen in einer gemeinsamen Lösung gebündelt. Ob und wie sich daraus weitere Anwendungen entwickeln, wird sich in künftigen Einsatzfällen zeigen. Der Ansatz macht aber deutlich: Manche Herausforderungen lassen sich besser angehen, wenn unterschiedliche Fähigkeiten zusammenkommen.
KI-redigierter Text
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