Von zwei Perspektiven zum Methodenradar: KI-basiertes Innovationsmanagement in KMU

17.09.2026

Wie Wissenschaft und Unternehmenspraxis ihre Stärken zum richtigen Zeitpunkt zusammengebracht und gemeinsam einen Methodenradar für die Zukunft entwickelt haben.

Die meisten Innovationsexperten würden wahrscheinlich zustimmen: Silos müssen aufgebrochen werden. Die Masterarbeit von Jona Negwer ist ein Beispiel dafür, warum das nicht immer stimmt. Denn der Methodenradar für KI-basierte Innovationsmanagement-Methoden, der heute Innovationsmanagern in KMU Orientierung geben kann, wäre ohne mehrere Silos nie entstanden.

In Wissenschaft genauso wie im Unternehmen braucht Neues oft zunächst einen geschützten Raum. Ideen, Methoden und Konzepte werden entwickelt, getestet und geschärft, bevor sie nach außen getragen werden.

Das Wissenschaftssilo

Jona Negwer arbeitete zunächst innerhalb der Wissenschaft: Literatur auswerten, Methoden systematisch identifizieren und ein wissenschaftlich fundiertes Modell entwickeln. Dieser geschützte Raum ermöglichte konzentriertes und methodisch sauberes Arbeiten.

Das Praxissilo

Unternehmen und Innovationsexperten verfügen über praktisches Erfahrungswissen: Sie wissen, welche Methoden im Alltag von KMU realistisch, verständlich und nützlich sind. Dieses Wissen entsteht unabhängig von der wissenschaftlichen Analyse.

Ein drittes Silo entsteht

Spannend wird es, wenn diese beiden Silos sich treffen und für eine bestimmte Zeit ein neues, gemeinsames Silo als Experimentierraum erschaffen.
Genau das geschah bei der Masterarbeit von Jona Negwer an der FAU, Lehrstuhl für Industrielles Management von Prof. Voigt. Diese Frage wurde bearbeitet:

"Welche KI-basierten Innovationsmanagement-Methoden werden für KMU in Zukunft wirklich relevant sein und womit sollten sich Innovationsverantwortliche schon heute beschäftigen?"

Das Ziel war nicht die Erstellung einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit. Gesucht wurde eine belastbare Orientierungshilfe für Innovationsverantwortliche in KMU. Jona Negwer erarbeitete zunächst im „Forschungssilo“ die systematische Analyse der Literatur und die Identifikation von 23 KI-basierten Innovationsmanagement-Methoden. Dann erst wurde die Brücke nach außen in die Welt der Unternehmen gebaut. In Form einer Expertenbefragung wurden 33 Innovationsexperten und Innovationsexpertinnen aus deutschen KMU zu den ermittelten Methoden befragt. Die wissenschaftlichen Inhalte wurden also mit der Praxis validiert.

Das Resultat: für beide Seiten wertvoll

Das Ergebnis ist ein interaktiver Methodenradar, der die wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine konkrete Entscheidungshilfe für Innovationsverantwortliche übersetzt.
Die Auswertung liefert dabei einige klare Erkenntnisse:

  • Acht Methoden werden als gute Einstiegsmethoden bewertet
  • Drei Methoden sind interessant, aber eher für fortgeschrittene Anwender geeignet
  • Zwei Methoden liefern derzeit noch nicht ausreichend Nutzen
  • Hohes Potenzial von KI entlang des gesamten Innovationsprozesses
  • Größte Hürde bleibt fehlendes Wissen und fehlende Kompetenz in Unternehmen

Anders als oft angenommen, waren Silos hier nicht das Problem, sondern die Voraussetzung für den Erfolg. Die eigentliche Leistung lag im Transfer: Wissenschaft und Praxis brachten ihre jeweilige Expertise ein, verbanden sie gezielt miteinander und schufen so einen konkreten Mehrwert für Innovationsverantwortliche in KMU.
Nicht die Auflösung der Silos machte den Unterschied, sondern die Brücke zwischen ihnen.

Sie möchten konkrete Einblicke in das interaktive Methodenradar erhalten? Schreiben Sie dazu gerne eine E-Mail an tim(at)bayern-innovativ.de.

Ihre Gedanken und Fragen zum Thema sind jederzeit willkommen – wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Ihr Kontakt

Florian Sußner
+49 911 20671-431
Innovationsmanagement, Projektmanager, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg