Vom Forschungslabor in den Berufsalltag

Weiterbildung als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Autoren: Dr. Laura Kuhlmann, Stefanie Klement

24.07.2026

Manchmal beginnt Zukunft ganz leise. In einem Labor, in einer neuen Materialidee, in einer Versuchsanordnung, die zunächst nur für einen kleinen Kreis von Forschenden relevant erscheint. Doch wenn aus Erkenntnis Anwendung werden soll, braucht es mehr als gute Forschung. Es braucht Wege, auf denen Wissen weitergegeben wird. Wege, die aus Theorie Praxis machen.

Genau darum geht es in der Batterietechnologie. Sie ist in Bayern längst mehr als ein Forschungsfeld. Sie ist zu einer Schlüsselindustrie geworden, mit wachsender Bedeutung für Innovation, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig entwickelt sich das Feld mit hoher Geschwindigkeit. Neue Materialien entstehen, Produktionsverfahren verändern sich, Recyclingprozesse werden neu gedacht. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Sie müssen Wissen schnell aufnehmen, einordnen und in ihre eigene Arbeit übertragen können.
Doch genau hier liegt die Herausforderung. Klassische Ausbildungswege sind wichtig, können den akuten Bedarf an aktuellem Know-how jedoch oft nicht schnell genug decken. Zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und betrieblicher Realität entsteht so eine Lücke. Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Wie gelangt Wissen dorthin, wo es Wirkung entfalten kann?

Eine Antwort darauf ist die Weiterbildung. Sie kann zum direkten Kanal zwischen Forschung und Anwendung werden. Dort begegnen Fachkräfte den Menschen, die neue Technologien entwickeln. Dort werden wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur erklärt, sondern in einen Kontext gesetzt, der für Unternehmen anschlussfähig ist. Wissenstransfer bekommt so ein Gesicht. Er wird konkret, praxisnah und unmittelbar erlebbar.

Wie ein solcher Transfer gelingen kann, zeigt das Projekt WiNBat am Bayerischen Zentrum für Batterietechnik BayBatt der Universität Bayreuth. Das Zentrum bündelt mit mehr als 120 Mitarbeitenden in zahlreichen Arbeitsgruppen umfassende Forschungskompetenz rund um die Batterietechnik. Hier wird an Fragen gearbeitet, die für die Zukunft nachhaltiger Energiespeicherung zentral sind. Mit WiNBat werden diese Erkenntnisse nicht im wissenschaftlichen Raum belassen. Sie werden in ein berufsbegleitendes Weiterbildungsangebot übersetzt, das sich gezielt an Fachkräfte aus bayerischen kleinen und mittleren Unternehmen richtet.
Gestaltet wird das Programm in Form von Modulen zu Chemischen Grundlagen von Batterien, Grundlagen der Batterietechnik, Produktion & Wertschöpfung, Batteriesystemtechnik und Neuen Materialien & Technologien. Die Inhalte stammen unmittelbar aus dem Forschungsumfeld des BayBatt und werden in einem Zertifikatskurs vermittelt. Didaktisch setzt WiNBat dabei auf innovative und abwechslungsreiche Methoden: Simulationen, interaktive Formate. Digitale und virtuelle Lernelemente machen komplexe Inhalte anschaulich und praxisnah. Besonderes Gewicht liegt auf dem Austausch: die Diskussion mit anderen Teilnehmenden und Fachleuten sowie der gezielte Transfer des Gelernten in die eigene betriebliche Praxis stehen im Mittelpunkt. Ergänzend schaffen Netzwerktreffen Raum für den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

WiNBat wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert und läuft von Dezember 2025 bis November 2028. Die erste Weiterbildungsrunde startet im September 2026.

WiNBat ergänzt damit das bestehende Weiterbildungsnetzwerk in Bayern, zu dem auch das Projekt B³ Batterie Bildungsnetzwerk Bayern gehört. Während WiNBat wissenschaftliche Erkenntnisse direkt aus der Universität in die Unternehmen trägt und sich dabei gezielt an Akademikerinnen und Akademiker in der Industrie wendet, unterstützt B³ Unternehmen dabei, passende Qualifizierungsangebote zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Technologische Trends werden systematisch beobachtet, Bedarfe aus der Wirtschaft aufgenommen und gemeinsam mit Bildungsanbietern und Forschungseinrichtungen in passgenaue Formate übersetzt.
Gerade in diesem Zusammenspiel wird sichtbar, was Wissenstransfer heute leisten muss. Ideen dürfen nicht dort stehen bleiben, wo sie entstehen. Sie müssen weiterwandern. In Unternehmen, in Produktionsprozesse, in neue Produkte und in konkrete Lösungen für die Zukunft. Weiterbildung wird so zum verbindenden Element zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Und sie wird zu einem entscheidenden Baustein für die Innovationsfähigkeit des Standorts Bayern.


Interesse an einer Teilnahme?
Die erste Weiterbildungsrunde startet im September 2026, eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier:#

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Ihr Kontakt

Dr. Laura Kuhlmann
+49 911 20671-448
Innovationsnetzwerk Energie & Bau, Projektmanagerin, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg