Vom Energiekonzept zur Umsetzung: IfE begleitet ESN langfristig bei der Transformation der Energieversorgung
Photovoltaik, Batteriespeicher, Abwärmenutzung und Energieeffizienz bilden die Bausteine einer ganzheitlichen Dekarbonisierungsstrategie am ESN-Standort Hofheim.
11.08.2026
Quelle: Institut für Energietechnik
Seit 2021 begleitet das Institut für Energietechnik IfE GmbH die ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH in Hofheim bei der strategischen Weiterentwicklung ihrer Energieversorgung. Ausgehend von einem betrieblichen Energiekonzept entstand über mehrere Jahre ein umfassender Transformationsprozess – von erneuerbarer Eigenversorgung und Energieeffizienz über einen Transformationsplan bis hin zur konkreten Umsetzung von Investitionen und zur laufenden energetischen Optimierung des Standorts.
Energiewende im Industriebetrieb bedeutet mehr als die Umsetzung einzelner Technologien. Entscheidend ist, Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und neue Versorgungstechnologien aufeinander abzustimmen und Schritt für Schritt in die betriebliche Praxis zu überführen.
Wie das gelingen kann, zeigt die Zusammenarbeit zwischen der ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH und dem Institut für Energietechnik IfE GmbH, die 2021 mit einem betrieblichen Energiekonzept begann – gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Vom Energiekonzept zur konkreten Investition
Im ersten Schritt analysierte das IfE die Energieversorgung und Energieverbräuche des Produktionsstandorts und untersuchte unterschiedliche Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien.
Ein wesentlicher Baustein war die Weiterentwicklung der Eigenversorgung mit Photovoltaik. Als sich die Möglichkeit ergab, eine bereits in Planung befindliche PV-Freiflächenanlage zu erwerben, konnte diese auf Grundlage des Energiekonzepts in die langfristige Energieversorgung des Unternehmens eingebunden werden. Parallel wurden weitere Einspar- und Optimierungspotenziale untersucht und bewertet.
2023 führte ESN diesen Weg mit einem Transformationsplan fort – gefördert durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Aufbauend auf den bisherigen Erkenntnissen entwickelte das IfE gemeinsam mit dem Unternehmen die langfristige Energie- und Dekarbonisierungsstrategie weiter und betrachtete dabei unter anderem Energieeffizienz, Stromversorgung, Wärme- und Prozesswärmebereitstellung sowie die zunehmende Elektrifizierung des Standorts.
Kontinuierliche Begleitung bis in die Umsetzung
Auch nach Abschluss des Transformationsplans wird die Zusammenarbeit fortgeführt. Im Rahmen eines langfristigen Rahmenvertrags begleitet das IfE ESN bei neuen Investitionen ebenso wie bei laufenden energietechnischen und energiewirtschaftlichen Fragestellungen.
Das Spektrum reicht von der Betriebsoptimierung zur Senkung der Energiekosten über die Beratung zur Energiebeschaffungsstrategie für Strom und Erdgas bis zur Kommunikation mit Netzbetreibern und zur Begleitung von Zertifizierungsprozessen für Stromerzeugungsanlagen. Auch Themen wie E-Mobilität, strombasierte Wärmeversorgung und Prozesswärme werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Bei konkreten Investitionsvorhaben übernimmt das IfE dabei das Umsetzungsmanagement und unterstützt ESN in der Rolle eines unabhängigen Owner's Engineer bei der technischen und wirtschaftlichen Einordnung sowie bei der Abstimmung mit Planern, Herstellern, Netzbetreibern und weiteren Projektbeteiligten.
Batteriespeicher als nächster Umsetzungsschritt
Ein konkretes Ergebnis dieses Entwicklungsprozesses ist der inzwischen realisierte Batteriespeicher mit rund 3 MWh Speicherkapazität und 1,5 MW Leistung.
Das IfE unterstützte ESN bei der Vorbereitung der Investitionsentscheidung – von der Definition der technischen Anforderungen und der erforderlichen Leistung über die Herstellerauswahl bis zum strukturierten Vergleich der Angebote und zur energiewirtschaftlichen Einordnung des Speichereinsatzes.
Der Batteriespeicher ist damit nicht als Einzelmaßnahme zu verstehen, sondern als weiterer Baustein einer über mehrere Jahre entwickelten Energiestrategie.
Aktuell im Fokus: Produktionserweiterung und Abwärmenutzung
Aktuell erweitert ESN seine Produktion um einen weiteren Anbau. Auch hier wird die Energieversorgung von Beginn an in die Planung einbezogen. Gemeinsam mit dem beteiligten Fachplaner hat das IfE die Anforderungen an die zukünftige Heizungs- und Kältetechnik energetisch bewertet und bei deren Auslegung unterstützt. Ein zentraler Ansatz ist dabei, die bei der Kälteerzeugung entstehende Abwärme künftig für die Wärmeversorgung des Standorts nutzbar zu machen und dadurch fossile Energieträger weiter zu reduzieren.
Parallel begleitet das IfE ESN bei der Erschließung geeigneter Fördermittel für die geplanten Investitionen. Damit setzt sich der Weg fort, der 2021 mit dem ersten Energiekonzept begonnen hat: Potenziale erkennen, technisch und wirtschaftlich bewerten, Investitionsentscheidungen fundiert vorbereiten und die Umsetzung anschließend konsequent begleiten.
Die Zusammenarbeit von ESN und IfE zeigt damit beispielhaft, wie sich industrielle Energietransformation schrittweise entwickeln lässt – nicht über isolierte Einzelmaßnahmen, sondern über eine langfristige Strategie, die mit den Anforderungen des Unternehmens wächst und kontinuierlich in konkrete Projekte überführt wird.
Autor: Redaktion Institut für Energietechnik IfE GmbH