Studie warnt vor regulatorischem Flickenteppich für Batteriespeicher

Eine neue Neon-Studie fordert einen einheitlichen Regulierungsrahmen für Großbatteriespeicher im Stromnetz

13.05.2026

Quelle: E & M powernews

Die sinnvolle Einbindung von Batteriespeichern ins Stromnetz ist eine der großen Herausforderungen der Energiewende. Das Beratungsunternehmen Neon legt dazu jetzt eine Studie vor. 

Wie können Batteriespeicher ihre Stärken − schnelle Schaltfähigkeit und hohe Leistung − ausspielen und negativen Auswirkungen des Speicherbetriebs, wie beispielsweise die Verstärkung von Netzengpässen, reduziert werden? Und unter welchen Voraussetzungen können Betreiber optimale Investitions- und Einsatzentscheidungen treffen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Studie „Regulierung von Batterien im Übertragungsnetz“ des Beratungsunternehmens Neon Neue Energieökonomik im Auftrag des Batterieherstellers Eco Stor.

Die Studie warnt davor, dass die parallele Entwicklung unterschiedlicher Vorgaben für Batteriespeicher durch Netzbetreiber, Bundesnetzagentur und Bundesregierung zu Widersprüchen und steigenden Projektfinanzierungskosten führen könnte: „Die aktuellen Diskussionen zeigen, dass wir dringend einen konsistenten regulatorischen Rahmen für Großspeicher brauchen“, lässt sich Anselm Eicke, Partner bei Neon und neben Alexander Neef und Lion Hirth einer der Autoren der Studie, zitieren. „Ohne abgestimmtes Gesamtkonzept droht ein regulatorischer Flickenteppich aus Netzentgelten, Anschlussauflagen und Betriebseinschränkungen, der Investitionen massiv erschwert und die Energiewende verteuert.“

Dabei identifizieren die Autoren vier zentrale Herausforderungen der Netzintegration von Batteriespeichern: vorhersehbare Netzengpässe, kurzfristige Netzengpässe, Auswirkungen auf die Frequenzstabilität sowie den politisch gewünschten Beitrag von Speichern zur Netzfinanzierung. Besonders kritisch seien kurzfristige Netzengpässe, die durch Intraday-Handel oder Regelenergieeinsätze ausgelöst werden könnten. Der bestehende Redispatch-Prozess sei dafür oft zu langsam. 

Anreize zur gezielten Ein- und Ausspeicherung 

Als zentrales Instrument empfiehlt Neon dynamische Netzentgelte mit regionalen und viertelstündlichen Arbeitspreisen. Diese sollen Batterien dazu anreizen, Strom gezielt dort zu laden oder einzuspeisen, wo Netzengpässe reduziert werden. Laut Studie könnten solche Entgelte den Redispatchbedarf senken, sofern Netzengpässe ausreichend prognostizierbar seien. 

Zusätzlich sprechen sich die Autoren für eine stärkere Einbindung von Batterien in den Redispatch aus. Dafür seien jedoch schnellere Prozesse und eine „finanziell neutrale“ Entschädigung notwendig. Von unvergütetem Redispatch rät die Studie ausdrücklich ab. Dies würde Fehlanreize sowohl für Speicherbetreiber als auch Netzbetreiber schaffen. 

Für den Regelenergiemarkt schlägt Neon eine Begrenzung der maximalen Regelleistung pro Netzanschlusspunkt vor. Hintergrund ist die Sorge vor einer räumlichen Konzentration großer Batterieleistungen. Bei einem Ausfall einzelner Netzanschlüsse könnten sonst erhebliche Mengen Regelleistung gleichzeitig wegfallen. 

Auch Rampenvorgaben für Batterien hält Neon für notwendig. Leistungsänderungen zwischen und innerhalb von Bilanzierungsperioden sollten begrenzt werden, um zusätzliche Frequenzschwankungen zu vermeiden. Finanzielle Nachteile durch solche Vorgaben müssten allerdings kompensiert werden. 

Keine pauschalen Einschränkungen

Kritisch bewertet die Studie pauschale Einschränkungen wie allgemeine Sperrzeiten, unkompensierten Redispatch oder komplette Verbote des Netzbezugs. Derartige Maßnahmen könnten den Speicherhochlauf bremsen und damit auch die Energiewende verteuern.

Grundsätzlich halten die Studienautoren regionale Strommärkte oder eine Aufteilung der einheitlichen deutschen Gebotszone für sinnvoll. Da dies politisch derzeit aber nicht gewollt sei, habe man diesen Ansatz nicht weiter untersucht, heißt es in der Studie.

Die vollständige Studie „Regulierung von Batterien im Übertragungsnetz“ ist auf der Internetseite von Neon abrufbar 

 Autorin: Katia Meyer-Tien