Stadtwerke Wunsiedel beteiligen sich an SE-Trade
Über die Beteiligung an SE-Trade wollen die Stadtwerke Wunsiedel Handels-, Vermarktungs- und Abwicklungsprozesse für ihr geplantes Regionalwerk effizient organisieren.
15.09.2026
Quelle: E & M powernews
Die Stadtwerke Wunsiedel beteiligen sich über ihre Gesellschaft Zenergie GmbH an dem Energiehandelsunternehmen SE-Trade.
Die Stadtwerke Wunsiedel (SWW) in Bayern bauen ihr Geschäft mit der regionalen Energieversorgung aus. Über ihre Tochter Zenergie beteiligen sie sich an der SE-Trade GmbH. Die Beteiligung soll insbesondere die energiewirtschaftliche Abwicklung des geplanten Regionalwerks ermöglichen.
Die SE-Trade mit Sitz in München erhält dadurch 5 Millionen Euro zusätzliches Kapital, heißt es in einer Mitteilung. Mehrheitseignerin bleibt die Vispiron GmbH. Zur Höhe des Anteils von Zenergie macht SE-Trade keine Angaben.
Die Zenergie GmbH ist eine 2024 gegründete Tochter der Stadtwerke Wunsiedel, die zu 95,1 Prozent den SWW und zu 4,9 Prozent der Zukunftsenergie Nordostbayern gehört. Sie soll vor allem regional erzeugten Strom vermarkten und die lokale Energieversorgung in Nordostbayern organisieren. Geschäftsführer ist SWW-Geschäftsführer Marco Krasser.
Die Beteiligung an SE-Trade steht im Zusammenhang mit dem von den SWW entwickelten Konzept eines Regionalwerks. Dabei sollen regional vorhandene Erzeugungsanlagen, Speicher und Verbraucher gemeinsam bewirtschaftet werden. SE-Trade stellt dafür die notwendigen energiewirtschaftlichen Dienstleistungen bereit. Dazu gehören Strombeschaffung und -vermarktung, Viertelstundenprognosen, Bilanzkreisführung und Abrechnung.
Nach eigenen Angaben bewirtschaftet SE-Trade derzeit mehr als 350 MW Photovoltaik, 100 MW Windkraft, Speicher mit 100 MWh Kapazität und mehr als 40 Schnellladestationen. Das gehandelte Stromvolumen gibt das Unternehmen mit jährlich 850 Millionen kWh an. Im Jahr 2025 erzielte SE-Trade einen Umsatz von 60 Millionen Euro.
Für die SWW besteht ein Zweck der Beteiligung darin, die für das Regionalwerk erforderlichen Handels- und Abwicklungsprozesse nicht selbst aufbauen zu müssen. Zugleich kann Zenergie an der Weiterentwicklung der Plattform mitwirken. „Erst wenn Erzeugung, Verbrauch und Netzsituation vor Ort in die Marktentscheidung einfließen, entstehen stabile Preise und ein entlastetes Netz“, erklärte Krasser.
Das Regionalwerk soll nicht auf Wunsiedel beschränkt bleiben. Auch andere kommunale Versorger sollen die SE-Trade-Plattform unter eigener Marke einsetzen können. Die Kundenbeziehung und Preisgestaltung verbleiben dabei beim jeweiligen Stadtwerk, während SE-Trade die energiewirtschaftlichen Prozesse im Hintergrund übernimmt.
Autor: Stefan Sagmeister