Reservierungen für Wasserstoffnetz beginnen

Unternehmen können ab März erstmals Transportkapazitäten im geplanten Wasserstoffkernnetz reservieren und damit Investitionen entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette besser planen

09.03.2026

Quelle: E & M powernews

Der Aufbau des deutschen Wasserstoffkernnetzes erreicht eine neue Phase. Ab März können Unternehmen erstmals Transportkapazitäten reservieren und Projekte besser planen.

Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland nimmt weiter Gestalt an. Die Betreiber des geplanten Wasserstoffkernnetzes starten am 19. März 2026 einen koordinierten Prozess zur Reservierung erster Transportkapazitäten. Grundlage bildet ein neu veröffentlichtes Marktinformationspaket, das Unternehmen einen Überblick über verfügbare Leitungen und Kapazitäten geben soll.

An dem Projekt beteiligen sich zahlreiche Fernleitungsnetzbetreiber und regionale Netzgesellschaften. Dazu zählen unter anderem Open Grid Europe, Gascade, Nowega, Ontras oder Netze BW. Gemeinsam entwickeln sie die Infrastruktur für den Transport großer Wasserstoffmengen.

Mit dem Verfahren können Unternehmen erstmals verbindlich Transportmöglichkeiten im künftigen Netz sichern. Nach Angaben der Betreiber betrifft dies sowohl Einspeise- als auch Ausspeisekapazitäten entlang geplanter Wasserstoffleitungen. Ziel ist es, Investitionsentscheidungen entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette zu erleichtern und die Planung von Projekten weiter zu beschleunigen.

Das Informationspaket beschreibt die Struktur des Netzes in sogenannten Clustern und die dort verfügbaren Transportkapazitäten. Unternehmen können auf dieser Grundlage ihre geplanten Lieferbeziehungen abbilden und entsprechende Kapazitäten reservieren. Laut den Kernnetzbetreibern soll dies dazu beitragen, Wasserstoffprojekte wirtschaftlich abzusichern. 

Barbara Fischer, Geschäftsführerin des Branchenverbands FNB Gas, bewertet den Schritt als wichtigen Baustein für den Markthochlauf. „Die Reservierungsmöglichkeiten vereinfachen den Zugang zum Wasserstoffkernnetz und geben Unternehmen Sicherheit für ihre Projektentwicklungen“, erklärte sie laut der gemeinsamen Mitteilung der Betreiber. 

Reservierung über standardisierte Verträge

Die Kapazitätsreservierung erfolgt auf Basis eines einheitlichen Mustervertrags, den die Branche abgestimmt hat. Unternehmen können ihre Anfragen über ein standardisiertes Formular stellen. Dieses stellen die jeweiligen Netzbetreiber ab dem 19. März auf ihren Internetseiten bereit. 

Grundlage für die Reservierungen bilden zunächst die im Marktinformationspaket veröffentlichten Netz- und Kapazitätsstrukturen für die Jahre 2026 bis 2030. Für spätere Zeiträume kündigen die Betreiber weitere Informationen an. Dabei wollen sie, wie es weiter in der Mitteilung heißt, die Planungen des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff berücksichtigen. 

Die aktuelle Veröffentlichung stellt das zweite Marktinformationspaket der Wasserstoffkernnetzbetreiber dar. Mitte Oktober vergangenen Jahres hatten sie bereits ein erstes Paket publiziert, das grundlegende Informationen zum geplanten Netz und zum künftigen Vermarktungsprozess enthielt (wir berichteten). Im Mittelpunkt der ersten Veröffentlichung standen Netzstrukturen sowie erste Hinweise zur Vermarktung der Transportkapazitäten. Zudem erläuterten die Betreiber die geplante Clusterstruktur des Netzes und skizzierten, wie Einspeise- und Ausspeisepunkte miteinander verbunden werden können.

Mit dem nun vorgelegten zweiten Paket konkretisieren die Betreiber diese Informationen. Unternehmen erhalten damit erstmals detaillierte Angaben zu Kapazitäten und Zeiträumen, auf deren Grundlage sie Transportkapazitäten reservieren können

 Das aktuelle Marktinformationspaket ist etwa über die Internetseite der Gascade Gastransport GmbH aufrufbar.

Autorin: Davina Spohn