Quartalsreport Elektromobilität in Bayern Q4/2025

Neuer Rekord: Ladevorgänge steigen in Bayern in nur drei Monaten um fast 30 Prozent

22.01.2026

Die Anzahl der an öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Bayern abgewickelten Ladevor-gänge konnte gegenüber dem Vorquartal um über 800.000 Vorgänge gesteigert werden. Damit wurden im Freistaat in nur drei Monaten mehr als 3,8 Mio. öffentlich zugängliche Ladevorgänge abgewickelt.

Die Zahlen im Detail (***vgl. Annahmen)

Ladeinfrastruktur

1) Ladeorte:

In Q4 wurden an insgesamt 904 Ladeorten in Bayern Modernisierungen oder Neuinstalla-tionen durchgeführt. In Summe stehen Elektromobilisten damit nun fast 40.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung, deren aktueller Belegstatus und viele weitere Informationen über den Ladeatlas Bayern (Ladeatlas Bayern) eingesehen werden können. Bei über 20 Prozent dieser neuen Ladeorte handelt es sich um reine Schnellladestandorte mit CCS-Stecker. Bei 7,5 Prozent handelt es sich um sogenannte Ladehubs, an denen Elektromobilisten AC- als auch DC-Ladepunkte zur Verfügung stehen. Entsprechend lag der Anteil neuer bzw. erneuerter reiner AC-Ladeorte im letzten Quartal bei rund 70 Prozent. Der Gesamtbestand der Ladeinfrastruktur in Bayern setzt sich aktuell zu 71,6 Prozent aus reinen AC-Ladeorten, zu 15 Prozent aus reinen DC-Ladeorten und zu gut 13 Prozent aus Mischstandorten zusammen. 

2) Ladevorgänge:

Die über 3,8 Millionen abgewickelten Ladevorgänge (an öffentlich zugänglichen Ladepunkten) im vergangenen Quartal stellen einen neuen absoluten Rekord in Bayern dar. Wie auch im Vorquartal übertrafen die 2,18 Mio. Schnellladevorgänge die Anzahl der abgewickelten AC-Ladevorgänge (1,63 Mio.). Dabei lässt sich beobachten, dass der Abstand kontinuierlich größer wird und das Verhältnis von AC zu DC-Ladevorgängen zuletzt bei 0,75 zu 1 lag. Erfreulich ist aus Sicht der Betreiber zudem, dass die durchschnittliche Anzahl der pro Ladepunkt abgewickelten Ladevorgänge um über 20 Prozent, auf nun durchschnittlich 96 Vorgänge pro Quartal, gesteigert werden konnte. Pro Ladevorgang wurden dabei durchschnittlich etwa 25,7 kWh geladen (prognostiziert). In Summe lässt sich damit für Bayern in Q4 2025 eine verladene Energiemenge von fast 100 GWh errechnen, die ebenfalls einen neuen Höchstwert darstellt.

3) TOP 10 Ladeorte in Bayern

Der BMW-Standort in München mit über 600 Ladepunkten, der für seine Nutzer verschiedenste Ladeleistungen bereithält, zählt zu den größten (halb)öffentliche Ladehubs in Bayern. Aufgrund der hohen Anzahl an Ladepunkten werden dort auch entsprechend viele Ladevorgänge abgewickelt. Aus diesem Grund konnte sich dieser Standort erneut Platz 1 sichern. Hinsichtlich der durchschnittlich abgewickelten Anzahl von Ladevorgängen pro Ladepunkt liegt dieser Standort mit zuletzt 48 Ladevorgängen pro Quartal allerdings deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt, der wie erwähnt in Q4/2025 bei 96 lag.
Ganz anders sieht dies bei Platz 2, 4, 5, 6 und 7 aus. Bei diesen direkt an den Autobahnen 8, 9 und 94 gelegenen Ionity-Schnellladeparks wurden im letzten Quartal erneut, teils deutlich über 1.000 Ladevorgänge pro Ladepunkt abgewickelt. Damit werden diese Ladepunkte mehr als zehnmal so häufig benutzt, wie der bayerische „Durchschnittsladepunkt“. Die 2.157 Ladevorgänge pro Ladepunkt im Winterbruckenweg in Friedberg entsprechen durchschnittlich sogar über 23 Ladevorgänge pro Ladepunkt und Tag.
In Q4 2025 ist in den TOP 10 erstmals auch der Großparkplatz in Ingolstadt (Ettlinger Straße) vertreten, an dem von Audi fast 200 (halb)öffentliche AC-Ladepunkte aufgebaut wurden.

4) TOP 10 CPOs in Bayern

Bei den CPOs (Charge Point Operator = Ladepunktbetreibern) zeigt sich bei AC- und DC-Betreibern in Bayern ein differenziertes Bild.
Über ein Drittel der bayerischen öffentlich zugänglichen AC-Ladepunkte werden vom Ladeverbund+ und den Stadtwerken München betrieben. Mit deutlichem Abstand dahinter folgen Vaylens, Grid & Co. und LichtBlick. Die TOP 10 AC-CPOs haben in Q4 2025 knapp 64 Prozent der bayerischen AC-Ladeinfrastruktur betrieben.
Bei den Betreibern der bayerischen DC-Ladeinfrastruktur bis 130kW Nennladeleistung zeigt sich ein etwas anderes Bild. Zum einen sind mit Kaufland, Lidl, ALDI Süd und Edeka gleich vier Lebensmittelhändler unter den TOP10-CPOs vertreten. Zum anderen wird der DC-Lademarkt in Bayern nicht ganz so stark von zwei CPOs dominiert, wie dies im AC-Markt der Fall ist. Dennoch besitzen auch im DC-Markt die zwei größten Akteure, die E.ON Drive Infrastructure und die EnBW, über 28 Prozent Marktanteil. Mit etwas Abstand folgen dann auch schon drei der angesprochenen Lebensmitteleinzelhändler Kaufland, Lidl und ALDI Süd. Die TOP 10 DC-CPOs haben in Q4 2025 mit 66 Prozent fast exakt zwei Drittel der bayerischen DC-Ladeinfrastruktur betrieben und damit in Summe einen ähnlichen hohen Marktanteil wie die AC-TOP10-CPOs.

Download Quartalsreport Q4/2025 Ladeinfrastruktur

Download Quartalsreport Q4/2025 Elektrofahrzeuge

Elektrofahrzeuge:

Der Anteil der Neuzulassungen (BEV + PHEV) von Elektrofahrzeugen lag in Bayern in Q4/2025 bei 33,6 Prozent und damit 5,5 Prozentpunkte über dem Vorquartal bzw. 46,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresquartal. Damit lässt sich festhalten, dass der Anteil an neuzugelassenen BEVs + PHEVs in den letzten Quartalen auch ohne Förderung kontinuierlich und auch deutlich angestiegen ist. So kann zuletzt jeder dritte in Bayern neuzugelassene PKW rein elektrisch betrieben werden kann. Hinsichtlich des Fahrzeugbestandes lässt sich festhalten, dass mittlerweile bereits über 600.000 ladefähige PKWs in Bayern angemeldet sind. Die Anzahl von ladefähigen PKW (BEV + PHEV) pro öffentlichem AC-Ladepunkt liegt in Bayern mit 22 Fahrzeugen auf einem nach wie vor stabilen Niveau. Einen DC-Ladepunkt teilen sich erneut umgerechnet 45 BEVs. Dies bedeutet, dass die Ausbauanstrengungen der Ladeinfrastruktur in Bayern, auch durch Unterstützung des landeseigenen Ladeinfrastrukturförderprogrammes, mit den aktuellen E-Fahrzeugneuzulassungen schritthalten können.

Der Anteil der Neuzulassungen von BEVs lag in Bayern in Q4 bei 22,2 Prozent und von PHEVs bei 11,4 Prozent. Der größte Anteil reiner Elektrofahrzeuge (BEVs) an den Neuzulassungen wurde im Regierungsbezirk Unterfranken (25,9 Prozent) registriert. Knapp dahinter folgt der Regierungsbezirk Schwaben mit 24,3 Prozent. In Q4/2025 lag der Neuzulassungsanteil von BEVs in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken bei über 20 Prozent. Diese Tatsache konnte bisher erst ein einziges Mal (in Q4/2022) erreicht werden, aufgrund der damals im Anschluss reduzierten Fahrzeugförderung.

Besonders stark zeigt der Elektrifizierungstrend erneut bei den den E-LKWs nach oben. In Q4 2025 hatten die E-LKW einen Neuzulassungsanteil von 16,3 Prozentpunkten und damit 40 Prozent mehr als noch in Q3/2025 (11,5 Prozent). Der Anteil neuzugelassener E-Zugmaschinen (E-ZM) lag bei 1,3 Prozent und konnte damit ebenfalls einen hohen Zuwachs gegenüber dem Vorquartal von 30 Prozent verzeichnen. Auch im Nutzfahrzeugbereich sind in Bayern mittlerweile über 16.000 reinelektrische E-LKWs und E-ZM registriert.

TOP 5 Kreise / Städte PKW: 

Auf Städte bzw. Kreise heruntergebrochen, landet in Q4 2025 auf Platz 1 die Stadt Aschaffenburg (Unterfranken) mit einer BEV-Neuzulassungsquote von über 46 Prozent. Mit 36,4 Prozent folgt auf Platz 2 der Kreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken). Dahinter folgt auf Platz 3 mit 33,4 Prozentpunkten der Kreis Landshut (Niederbayern), dicht gefolgt vom Landkreis Ebersberg (Oberbayern) mit 32,6 Prozent. Komplettiert wird die TOP 5 in diesem Quartal schließlich vom Kreis Starnberg (Oberbayern) mit 31,8 Prozent BEV-Neuzulassungsanteil.

TOP 5 Kreise / Städte E-LKW: 

Bei den E-LKW wurden im Landkreis Kronach (Oberfranken) zuletzt mehr E-LKW als konventionell angetriebene LKW zugelassen (Neuzulassungsanteil 51 Prozent!). Damit konnte sich der Kreis Kronach mit großem Abstand Platz 1 sichern. Platz 2 und 3 gehen an die Landeshauptstadt München (Oberbayern) und die Stadt Bamberg (Oberfranken) mit ebenfalls hohen 38,3 bzw. 37,6 Prozent Neuzulassungsanteil. Mit nur geringem Abstand folgt auf Platz 4 der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen (Oberbayern) mit 35 Prozent Neuzulassungsanteil. Platz 5 belegt mit einigem Abstand der Kreis Straubing-Bogen (Niederbayern) mit 28,4 Prozent E-LKW-Marktanteil bei den Neuzulassungen.

Kompakter Überblick

Der Quartalsreport bietet einen kompakten Überblick zu aktuellen Entwicklungen in der Elektromobilität in Bayern. Die Kompetenzstelle Elektromobilität bei Bayern Innovativ bereitet die Daten sachlich fundiert und neutral auf.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie weitere Statistiken aus Bayern oder aus Ihrer Region? Dann sprechen Sie uns an!

Ihr Kontakt

Bastian Ritter
+49 911 20671-321
Innovationsnetzwerk Mobilität, Projektmanager, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg

*** Annahmen:
1)    Die Fahrzeugbestände basieren auf den Bestandszahlen des KBA zu Jahresanfang und werden noch mit einer Prognose der Neuzulassungen verrechnet.
2)    Für den Quotienten der Ladevorgänge je Ladepunkt verrechnen wir die Gesamtzahl der verzeichneten Ladevorgänge mit der Anzahl der Ladepunkte, an denen wir dynamische (“live“) Daten beziehen. Das Verhältnis von dynamischen Ladepunkten zur Gesamtzahl der Ladepunkte liegt für Bayern bei über 80%.
3)    Der Quartalsreport dokumentiert die Entwicklung öffentlicher Ladeinfrastruktur in Bayern. Die Angaben zur Entwicklung dieser Lademöglichkeiten beziehen sich daher auf öffentlich zugängliche Ladeorte und berücksichtigen somit in der Regel keine Ladepunkte von geschlossenen Nutzergruppen (z.B. Ladepunkte in privaten Tiefgaragen, auf Werksgeländen, etc.).