Oberbecken von Uniper-Kraftwerk in Happurg größtenteils fertig
Uniper investiert 250 Millionen Euro in die Modernisierung des Traditionskraftwerks, das ab 2028 wieder Strom speichern und bereitstellen soll.
03.08.2026
Quelle: E & M powernews
Die Sanierung des Oberbeckens von Bayerns größtem Pumpspeicherkraftwerk nähert sich dem Ende. Der weiß-blaue Wirtschaftsminister spricht von einem „Stabilitätsanker der Energiewende.“
Politische Stippvisite beim Uniper-Pumpspeicherkraftwerk Happurg: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich ein Bild von den Sanierungsarbeiten der Anlage im Landkreis Nürnberger Land gemacht. Wie das Ministerium unter Berufung auf das Energieunternehmen mitteilt, ist die Sanierung des Oberbeckens zu einem Großteil abgeschlossen. Auch die Maßnahmen im Unterbecken, an den Druckrohrleitungen sowie im Krafthaus schritten planmäßig voran, heißt es.
Das Kraftwerk, das seit 2011 außer Betrieb ist, soll im Jahr 2028 wieder anlaufen. Rund 250 Millionen Euro nimmt Uniper nach eigenen Angaben für die Sanierung in die Hand. Die Anlage aus dem Jahr 1958 verfügt über vier Turbinensätze mit einer Gesamtleistung von 160 Megawatt bei einer Fallhöhe von 209 Metern. Das Oberbecken fasst 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser für 850.000 kWh Strom.
Die Entscheidung, das Kraftwerk zu sanieren, fiel im Juni 2024. Vorangegangen waren umfangreiche geotechnische Untersuchungen am Oberbecken. Punktuelle Schäden an der Sohle des Beckens hatten dazu geführt, dass der Pumpspeicherbetrieb vor 15 Jahren gestoppt wurde. Auf Basis der geotechnischen Gutachten habe man ein „Konzept zur Ertüchtigung des Oberbeckens entwickelt und verfeinert, das eine wirtschaftliche Wiederinbetriebnahme ermöglicht“, wie Uniper erklärt.
Vier aktive Pumpspeicher-Standorte
Im Oberbecken wurde ein zweischaliges Dichtungssystem installiert. Für Sicherheit sorgen soll zudem ein Monitoring-System mit einem „Kontrollgang“. Darüber hinaus soll es neue Motorgeneratoren geben. Turbinen, Pumpen und Armaturen durchlaufen eine Revision. Für 2027 ist der Abschluss der Bauarbeiten am Oberbecken geplant. Im selben Jahr will man mit der Montage der Pumpspeichersätze fertig sein.
„Mit einer Leistung von 160 Megawatt und einer Speicherkapazität von 850 Megawattstunden wird Happurg nach der Sanierung ein Stabilitätsanker für die Energiewende in Bayern“, wird Hubert Aiwanger in der Mitteilung des Ministeriums zitiert. Die Investition von Uniper in den Standort Happurg sei „ein wichtiges Bekenntnis“ zu dieser Technologie. „Wir müssen die Erneuerbaren speichern, statt sie abzuregeln.“ Aiwanger betonte bei der Gelegenheit, dass der „Pumpspeicher Riedl im Landkreis Passau jetzt schnell gebaut werden“ müsse.
In Bayern gibt es vier aktive Pumpspeicher-Standorte: Langenprozelten, Leitzach, Rabenleite, Oberberg. Zusammen mit Happurg verfügen sie in Summe über eine Leistung von rund 550 Megawatt und 2,3 Millionen Kilowattstunden pro Zyklus Speicherkapazität.
Autor: Manfred Fischer