München will sich an norddeutschem Wasserstoff-Hub beteiligen
Stadtwerke München und Infener planen gemeinsamen Wasserstoff-Hub in Neumünster
22.04.2026
Quelle: E & M powernews
Die Stadtwerke München und das Unternehmen Infener wollen den in Neumünster vorgesehen Wasserstoff-Hub gemeinsam realisieren.
Die Absicht ist festgeschrieben: Die Stadtwerke München (SWM) und das Schweizer Unternehmen Infener haben einen „Letter of Intent“ (LOI) zur Beteiligung der SWM am geplanten Wasserstoff-Hub in Neumünster, Schleswig-Holstein, unterzeichnet. Das gaben der kommunale Konzern und der Projektentwickler am 21. April bekannt.
Die Partnerschaft soll über eine reine Finanzbeteiligung der SWM hinausgehen. Die Stadtwerke wollen auch eigene Expertise einbringen, wie es heißt. Das Vorhaben in Neumünster sieht man in München als „aussichtsreiches Pilotprojekt, um sich für den erwarteten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft strategisch zu positionieren“.
Das Projekt befindet sich Angaben von Infener in der „finalen Vorbereitungsphase“. Der Erbpachtvertrag für das 29.000-Quadratmeter-Grundstück soll im Mai durch die Ratsversammlung genehmigt werden, wie die Sprecherin des Unternehmens gegenüber der Redaktion mitteilt. „Unsere Projektgesellschaft ist vor Ort im Gründerzentrum Log-In eingerichtet. Parallel läuft die Umsetzung des Netzanschlusses mit Tennet und SH Netz“, schreibt sie.
Der Baubeginn sei für 2027 geplant. Die Inbetriebnahme für 2028 angesetzt, hänge aber vom Fortschritt des Netzanschlusses ab. „Ein Projekt dieser Größenordnung braucht zunächst die Netzanbindung ans Hochspannungsnetz − das ist ein eigenständiges Infrastrukturprojekt“, betont die Sprecherin. Es werde gerade umgesetzt. Das Projekt zur Errichtung eines Wasserstoff-Hub mit einer Leistung von 50 MW war im März 2024 angelaufen, der Baustart ursprünglich für das gleiche Jahr geplant (wir berichteten).
Blaupause für dezentrale Hubs
„Mit dem LOI der Stadtwerke München haben wir jetzt einen starken Partner, um das Projekt in die Umsetzung zu bringen“, heißt es aus Stansstad im Kanton Nidwalden, wo das Infener den Hauptsitz hat. In München haben die Schweizer eine Niederlassung.
Die SWM engagieren sich im Wasserstoffbereich entlang der Wertschöpfungskette bereits im Transport. Beteiligungen an der Erzeugung würden derzeit geprüft. „In diesem Zusammenhang ist das Projekt Neumünster aufgrund seiner geografischen Gegebenheiten und der angestrebten Partnerschaften mit Infener und regionalen Energieversorgern sehr geeignet“, wird Gregor Neunzert, Leiter der Gasbeteiligungen der SWM, in einer gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen zitiert.
Joel Vogl, CEO und Gründer von Infener, sieht in dem Projekt eine Blaupause. „Die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft liegt nicht nur in Mega-Projekten an der Küste, sondern in dezentralen Hubs, die dort produzieren, wo Wasserstoff gebraucht wird“, erklärt er.
Autor: Manfred Fischer