KfW beziffert Preiseffekt von Großspeichern
KfW sieht Großspeicher als wichtigen Hebel für stabilere Strompreise
20.08.2026
Quelle: E & M powernews
Wie stark Großspeicher auf die Strompreise wirken, lässt sich inzwischen beziffern. Eine neue Analyse zeigt den Effekt und benennt zugleich Hürden für den Ausbau.
Batteriespeicher wachsen in Deutschland schnell – doch für das Stromsystem kommt es nicht allein auf ihre Zahl an. Entscheidend ist auch, wo sie stehen und wie sie laden und entladen. Dies zeigt eine am 20. August veröffentlichte Analyse von KfW Research. Autoren sind Hendrik Moritz und KfW-Ökonom Johannes Rode.
Anfang Juni 2026 verfügten Batteriespeicher in Deutschland laut der Analyse zusammen über rund 19.000 MW Leistung und eine Speicherkapazität von etwa 29.000 MWh. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die installierte Leistung damit mehr als verachtfacht. Fast 80 Prozent der installierten Leistung entfallen laut KfW Research allerdings auf Heimspeicher. Netzgebundene Großbatterien machen bislang einen deutlich kleineren Teil des Bestands aus.
Gerade diese Großspeicher können nach Einschätzung der Autoren eine wichtige Aufgabe am Strommarkt übernehmen. Sie laden Strom bevorzugt in Stunden mit niedrigen Preisen, etwa während hoher Solarstromerzeugung am Mittag, und geben ihn zu teureren Zeiten wieder ab. Dadurch heben sie niedrige Preise etwas an und drücken zugleich Preisspitzen am Morgen und Abend. Da zu diesen Zeiten häufig Kraftwerke mit höheren Grenzkosten den Preis setzen, kann der preissenkende Effekt beim Entladen stärker ausfallen als der preissteigernde Effekt beim Laden.
Preisspreizung sinkt um bis zu 19 Prozent
Moritz und Rode untersuchen für die Jahre 2023 bis 2025 europäische Strommarktdaten und setzen die installierte Großbatterieleistung ins Verhältnis zur Entwicklung der Börsenstrompreise. Ihre Auswertung zeigt einen deutlich stärkeren Glättungseffekt bei Großbatterien als bei Heim- und Gewerbespeichern.
Für den deutschen Speicherzubau zwischen 2023 und 2025 leiten die Autoren eine Verringerung des täglichen Preisabstands um etwa 17 bis 19 Prozent ab. Sie kennzeichnen diesen Wert ausdrücklich als Näherung und nicht als exakte Prognose. Heim- und Gewerbespeicher beeinflussen das Preisprofil dagegen bislang kaum, da Betreiber sie vor allem zur Optimierung des Eigenverbrauchs einsetzen.
Die Autoren zeigen zudem Hemmnisse für den weiteren Ausbau auf. Im Jahr 2024 stellten Projektierer Netzanschlussanfragen für Großspeicher mit zusammen rund 400.000 MW Leistung. Netzbetreiber sagten davon lediglich rund 25.000 MW zu. Zudem berücksichtigt der einheitliche deutsche Börsenstrompreis lokale Netzengpässe nicht. Ein Speicher kann deshalb aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll laden oder entladen und dabei lokal trotzdem einen Engpass verschärfen. Die Autoren sehen dynamische Netzentgelte als möglichen Ansatz, um Speichern stärkere räumliche und zeitliche Signale zu geben.
Das Papier erläutert den Wirkmechanismus anhand von Daten aus Kalifornien und einer eigenen europäischen Auswertung. Zudem behandelt es Netzanschlüsse, alternative Speichertechnologien und regulatorische Hemmnisse.
Autorin: Davina Spohn