Flüsse und Seen bieten großes Potenzial für klimafreundliche Wärme in Bayern
Analyse des Bayerischen Landesamts für Umwelt zeigt, dass Gewässerthermie einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Wärmeversorgung leisten könnte
16.03.2026
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)
Das Bayerisches Landesamt für Umwelt hat das thermische Potenzial bayerischer Gewässer für die Wärmeversorgung untersucht. Die Studie zeigt, dass Flüsse und Seen künftig eine wichtige Rolle bei der regionalen Wärmewende spielen könnten.
Demnach besteht für rund 30 % der bayerischen Gemeinden (667 von 2.056) ein nutzbares Potenzial für Flussthermie. Besonders aussichtsreich sind Projekte entlang größerer Flüsse wie Donau, Inn, Isar, Salzach, Main oder Lech. Insgesamt wird das Potenzial der Flusswärme auf 10 bis 27 Terawattstunden geschätzt. Damit könnten rechnerisch 220.000 bis 610.000 Wohngebäude mit Wärme versorgt werden.
Auch 31 bayerische Seen bieten geeignete Voraussetzungen für gewässerthermische Projekte. Für 69 Gemeinden eröffnet sich damit die Möglichkeit, Seethermie in ihre kommunale Wärmeplanung einzubeziehen.
Zur Unterstützung stellt das Landesamt Gewässerthermie-Karten sowie Rechentools für Fluss- und Seethermie bereit. Sie liefern erste Hinweise zu möglichen Standorten und Wärmepotenzialen, ersetzen jedoch keine detaillierte Analyse der lokalen Bedingungen.
Die Studie zeigt zudem, dass Gewässerthermie meist mit ergänzenden Heizsystemen kombiniert werden muss, da die Wassertemperaturen im Winter zeitweise zu niedrig sind. Insgesamt sehen die Autoren dennoch großes Potenzial, Flüsse und Seen als erneuerbare Wärmequelle stärker zu nutzen.
Die Studie, sowie weitere Informationen finden Sie hier: Potenziale