Eon will Rechenzentren zum Schnellstart verhelfen

Eon-Umfrage zeigt breite Zustimmung zur Abwärmenutzung aus Rechenzentren – White Paper skizziert integrierte Energie- und Wärmelösungen

20.02.2026

Quelle: E & M powernews

Regelmäßig befragen Unternehmen des Eon-Konzerns Menschen zu bestimmten Themen mit Energiebezug. In einer aktuellen Umfrage und einem White Paper geht es um Rechenzentren und Abwärme.

 

Eine Umfrage der Meinungsforscher von Appinio im Auftrag von Eon hat ergeben, dass 72,5 Prozent Rechenzentren in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten attraktiver finden, wenn die Abwärme für kommunale Wärmenetze genutzt wird. Insgesamt 78 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Rechenzentren, Energieversorger und Kommunen in der Energie- und Wärmewende eng zusammenarbeiten. Nach Angaben von Eon ist die Umfrage, die mit jeweils 1.000 Teilnehmern in Deutschland und England durchgeführt wurde für Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren repräsentativ.

Dieses wenig überraschende Ergebnis nutzt Eon Energy Infrastructure, um sich als Digitalisierungspartner und Partner der Wärmewende ins Gespräch zu bringen. „Mit einem Dreiklang aus lokaler Energieerzeugung, intelligenter Abwärmenutzung und einem integrierten Energiemanagement beschleunigen wir die Inbetriebnahme neuer Rechenzentrumsprojekte und schaffen gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert sowie eine spürbare Entlastung des Energiesystems“, sagt Marten Bunnemann, CEO von Eon Energy Infrastructure Solutions.

Das Unternehmen verweist in einer Mitteilung auf die Absicht der EU-Kommission, mit ihrem „Aktionsplan für den KI-Kontinent“ eine Verdreifachung der Rechenzentrumskapazität in den nächsten vier bis sechs Jahren in der EU zu erreichen. Damit steige auch der Energiebedarf deutlich. Gleichzeitig sehen sich die Betreiber der Rechenzentren neuen regulatorischen Anforderungen zur Energieeffizienz und Abwärmenutzung gegenüber. Die Zeitspanne von der Planung bis zur Inbetriebnahme eines Rechenzentrums werde zur entscheidenden Kennzahl für entsprechende Projekte in Europa, heißt es weiter.

Deutlich reduzierte „Time-to-Power“

In einem White Paper beschreibt Eon, wie diese „kritische Time-to-Power“ um Jahre verkürzt werden kann. Der Schlüssel dazu seien „integrierte, modulare Lösungen“. Bei der Energieversorgung der Rechenzentren gehe es nicht um die Frage „Netzbezug oder lokale Erzeugung“, sondern um eine intelligente Kombination aus beidem. Idealerweise decke der Netzbezug zwischen 30 und 60 Prozent des Bedarfs. Dies könne der Startpunkt sein. Eine Erhöhung des Strombezugs aus dem Netz, gegebenenfalls mit einer Verstärkung des Netzanschlusses, könne später immer noch erfolgen.

Eine Lösung zur Optimierung der Flexibilität beinhaltet nach Überzeugung von Eon auch ein Energiemanagementsystem, welches das Zusammenspiel aus Netzbezug, lokaler Erzeugung und Speicherkapazitäten auf der Kostenseite steuert und gleichzeitig auf Preissignale aus dem Markt unter der Prämisse der Versorgungssicherheit reagiert.

Ein ganz besonderes Augenmerk legt das Whitepaper auf die Wärmegewinnung und -nutzung, etwa in Absorptionskältemaschinen oder zur Einspeisung in Niedertemperatur-Wärmenetze. Der Multi-Use-Ansatz stehe im Einklang mit den Anforderungen der Europäischen Energieeffizienz-Richtlinie und mache Rechenzentren vom reinen Energiekunden zum Infrastrukturpartner.

Die Autoren des White Papers geben zu bedenken, dass Fernwärmesysteme deutlich höhere Temperaturen erfordern als die im IT-Sektor typischerweise anzutreffenden 25 bis 30 Grad. Entsprechend seien Wärmepumpen erforderlich, um die Abwärme auf ein höheres Temperaturniveau anzuheben. Diese Wärmepumpen benötigen elektrische Leistung, zusätzlich zum ohnehin schon hohen Bedarf des Rechenzentrums.

Aufgrund der steigenden Leistungsdichte von IT-Equipment würden allerdings flüssigkeitsgekühlte Racks in naher Zukunft unverzichtbar. Diese geben dann mit rund 60 Grad Celsius deutlich höhere Temperaturen ab als luftgekühlte Systeme. Gleichzeitig weisen die Verfasser darauf hin, dass Wärmenetze der fünften Generation mit deutlich geringeren Eingangstemperaturen – unter 45 Grad gegenüber den 80 bis 120 Grad der herkömmlichen Netze – arbeiten können.

Das Whitepaper in englischer Sprache mit dem Titel „Energy Playbook for Data Centers“ kann über die Eon-Internetseite angefordert werden.

Autor: Fritz Wilhelm